Begrüßung und Grußworte | Preisverleihung | Preisträger | Laudationes | Dankesworte | Musikalischer Rahmen

Der Georg-Dehio-Kulturpreis des Deutschen Kulturforums östliches Europa ging in diesem Jahr an den Publizisten, Sachbuchautor und Filmproduzenten Hermann Pölking (Hauptpreis für seine filmische Visualisierung der Geschichte Ostpreußens) und den Literaturkreis der Deutschen aus Russland e. V. (Förderpreis für sein bereits über 30 Jahre anhaltendes Engagement für Literatinnen und Literaten, die als Spätaussiedler aus den Staaten der früheren Sowjetunion nach Deutschland kamen).
In einem feierlichen Festakt am Abend des 8. Oktober 2026 im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung Berlin überreichte Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten die Preise.
Die Laudatio für Hermann Pölking hielt der Kurator und Filmhistoriker Dr. Rainer Rother. Laudatorin für den Literaturkreis der Deutschen aus Russland war die Autorin Eleonora Hummel.
Die Veranstaltung fand vor ca. 140 Gästen statt.
Begrüßung und Grußworte

Dr. Nils Köhler, stellv. Direktor der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, und Dr. Harald Roth, Direktor des Deutschen Kulturforums östliches Europa begrüßten die Preisträger, die Vertreter des Bundesinnenmisteriums, die Laudatoren und das Publikum.

Dr. Lothar Müller, Leiter der Abteilung Demokratie und Gesellschaft im Bundesministerium des Innern, während seines Grußwortes.
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Die Preisverleihung

Von links: Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, verlas und überreichte die Preisurkunden an Hermann Pölking und Artur Böpple.
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Die Preisträger
Hermann Pölking mit der Urkunde des Georg-Dehio-Kulturpreises 2026 (Hauptpreis) für seine filmische Visualisierung der Geschichte OstpreußensDer Hauptpreis für seine filmische Visualisierung der Geschichte Ostpreußens ging an den den Publizisten, Sachbuchautor und Filmproduzenten Hermann Pölking. In der Begründung der Jury heißt es u.a.:
»In einem gekonnten Arrangement wird die ostpreußische Kulturlandschaft mit ihren Städten und Naturschönheiten, ihren Häfen und Badeorten porträtiert. Malerische Impressionen, ethnographisch anmutende Versatzstücke und Bilder der Propaganda zeigen unterschiedliche Perspektiven auf die Entwicklung der Region in der NS-Zeit. Bilder von den Zerstörungen des Jahres 1945 und ihrer Folgen für die Menschen lassen keine nostalgische Verklärung aufkommen. […] Pölkings filmische Annäherung an die Vergangenheit Ostpreußens ist ein zentraler und bleibender Beitrag zum visuellen Gedächtnis der ›entschwundenen Welt‹.«
Die Urkunde für den Georg-Dehio-Kulturpreis 2026 (Förderpreis) für den Literaturkreis der Deutschen aus Russland nahm Artur Böpple entgegen.Mit dem Förderpreis wurde der Literaturkreis der Deutschen aus Russland, vertreten durch den Autor und Publizisten Artur Böpple, für sein über 30 Jahre anhaltendes Engagement für Literatinnen und Literaten, die als Spätaussiedler aus der früheren Sowjetunion nach Deutschland kamen, ausgezeichnet.
Die Jury begründete ihre Entscheidung u.a. so:
»Durch öffentliche Lesungen, Publikationen, Schulungen und Nachwuchsförderung schafft er (der Literaturkreis – Anm. der Redaktion) nachhaltige Strukturen für literarisches Schaffen und macht damit die Literatur der Russlanddeutschen sichtbarer. Damit verschafft er dieser Bevölkerungsgruppe, die in der Sowjetunion Repression und Marginalisierung erfuhr und in der Bundesrepublik bis heute noch zu wenig Beachtung findet, eine ihrer Bedeutung adäquate Sichtbarkeit.«
Die Laudationes
Die Laudatio auf Hermann Pölking hielt der Kurator und Filmhistoriker Dr. Rainer Rother.
Der Kurator und Filmhistoriker Dr. Rainer Rother bei seiner Laudatio auf Hermann Pölking.
In seiner Laudatio verwies er darauf, mit welcher Hartnäckigkeit Hermann Pölking sich nicht mit dem Mangel an Überlieferung abgefunden habe und mit welcher Sorgfalt er dem vorhandenen Material begegnet sei:
»Respekt vor den überlieferten Materialien durchzieht den Film. Seine Interventionen macht er für das Publikum kenntlich. Das ist eine der großen Qualitäten von »Ostpreußen – Entschwundene Welt«. Das neu aufgefundene Material, vebunden mit dem offengelegten Umgang mit ihm ermöglichen erst die von diesen Szenen ausgehende Faszination.«
»Eine Reise in die Vergangenheit, die zugleich eine Aufklärung über Verschwundenes sein wird. Kein nostalgisches Unternehmen, eher eine Bestandsaufnahme dessen, was einmal war.«
Die gesamte Laudatio von Rainer Rother auf Hermann Pölking hier
Laudatorin für den Literaturkreis der Deutschen aus Russland e. V. war die Autorin Eleonora Hummel.
Die Schriftstellerin Eleonora Hummel würdigte die Arbeit des Literaturkreises der Deutschen aus Russland.
Seit der Gründung des Literaturkreises gelte es unterschiedlichen Genres, Schreibsprachen und Interessen gerecht zu werden, Veröffentlichungsmöglichkeiten zu schaffen, mit Workshopangeboten für Vernetzung und Weiterbildung zu sorgen. Das allein wäre ein Aufgabenpensum für mehrere Vollzeitstellen.:
»Über die Jahre, in vielen kleinen unermüdlichen Schritten hat der Literaturkreis der Deutschen aus Russland dazu beigetragen, literarische Stimmen zu fördern, die mittlerweile an die Öffentlichkeit getreten sind und das mit großem Erfolg. Rückblickend freue ich mich besonders, dass ich diesen Weg ein Stück weit begleiten und beobachten durfte, mit wie viel persönlichem und zeitlichem Einsatz diese zunehmende Sichtbarkeit erst möglich wurde.«
»Nicht zu vergessen, nicht vergessen lassen – auch das ist Aufgabe der Literatur. Der Literaturkreis der Deutschen aus Russland unterstützt dabei, sie zu meistern.«
Die gesamte Laudatio von Eleonora Hummel auf den Literaturkreis der Deutschen aus Russland hier
Dankesworte
Hermann Pölking bei ihrer DankesredeHermann Pölking sprach vielen Menschen, die ihn zum Thema Ostpreußen und seinem Film inspiriert und unterstützt hätten, seinen Dank aus, insbesondere aber:
»Dass ich schaffen konnte, was heute für preiswürdig gefunden wurde, verdanke ich vor allem meiner Frau Maria. Sie ordnet seit bald 48 Jahren in Liebe mein etwas chaotisches Leben. Mit ihr habe ich mein und unser einziges Kind Frederieke, die uns niemals Sorgen und nur Freude bereitete. Und uns das einzige Enkelkind Edda schenkte.«
Zu den Dankesworten von Hermann Pölking
Artur Böpple bedankte sich im Namen des Kulturkreises der Deutschen aus RusslandArtur Böpple dankte allen Förderern, Institutionen und Vereinen, die in den vergangenen Jahren an den Literaturkreis geglaubt hätten.
»Doch noch viel mehr sind wir der Autorengeneration zu Dank verpflichtet, die vor rund 30 Jahren diesen quasi »Dachverband« gegründet hat. Zunächst war es tatsächlich nur ein Literaturkreis, in dem man einander neue Texte vorlas, sich weiterbildete und gemeinsam publizierte. Am Anfang standen einfache Arbeitshefte mit dem Titel Literaturkalender der deutschen Autoren aus Russland. Noch heute trägt unser Almanach eine ähnliche Bezeichnung im Untertitel.«
Zu den Dankesworten von Artur Böpple
Zu den Dankesworten aller Preisträger
Musikalischer Rahmen

Die Pianistin Alba Gentili-Tedeschi spielte Filmschlager vom aus Ostpreußen stammenden Komponisten und Dirigenten Werner Richard Heymann sowie Stücke des gebürtigen wolgadeutschen Komponisten Alfred Schnittke und sorgte damit für einen passenden und abwechslungsreichen musikalischen Rahmen. Alba Gentili-Tedeschi sprang kurzfristig für die erkrankte Pianistin Maja Matijanec ein, wofür ihr unser besonderer Dank gilt.
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Im Anschluss an die Preisverleihung lud das Deutsche Kulturforum die Preisträger, Laudatoren und alle Gäste zu einem kleinen Empfang in das Foyer des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin ein.
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Alle Fotos von der Georg-Dehio-Kulturpreisverleihung 2026: © Deutsches Kulturforum östliches Europa, 2026 • Renate Zöller
Weitere Informationen zu den diesjährigen Preisträgern
Georg-Dehio-Kulturpreis 2026
für Hermann Pölking und den Literaturkreis der Deutschen aus Russland e. V.
Der Georg-Dehio-Kulturpreis geht in diesem Jahr an den Publizisten, Sachbuchautoren und Filmproduzenten Hermann Pölking und an den Literaturkreis der Deutschen aus Russland e. V.
Begleitveranstaltungen
Freitag, 9. Oktober 2026
»Unser Schnee von heute«. Zur Aktualität der russlanddeutschen Erinnerungskultur
Lesung und Gespräch mit Artur Böpple (Vorsitzender des Literaturkreises der Deutschen aus Russland e.V.), Melitta L. Roth, Autorin und Journalistin, Eleonora Hummel, Autorin
Moderation: Edwin Warkentin
19:00 Uhr, Literaturforum im Brechthaus, Chausseestraße 125, 10115 Berlin
Weitere Informationen
Samstag, 10. Oktober 2026
Ostpreußen. Entschwundene Welt. Ein Film von Hermann Pölking
Filmvorführung und Gespräch mit dem Autor Hermann Pölking
15:30 Uhr, Bundesplatz-Kino, Bundesplatz 14, 10715 Berlin
Weitere Informationen

