Estland ist nicht Island, auch wenn beide Länder oft miteinander verwechselt werden. In Estland gibt es keine Vulkane, keine Geysire, dafür aber eine Geschichte, die seit Jahrhunderten ganz eng mit (Nord)Deutschland verbunden ist. Diese Verbindung beginnt mit den deutschen Missionaren, Kreuzrittern und Kaufleuten, die vor über 800 Jahren nach Livland (heutiges Estland und Lettland) kamen.
Mit der Reformation wurde das lutherische Bekenntnis für deutschbaltische Eliten wie estnische Mehrheitsbevölkerung identitätsstiftend. Besonders zwischen 1710 und 1917, als Estland zum Russischen Reich mit seiner starken orthodoxen Kirche gehörte und im »Nationalen Erwachen« das estnische Nationalbewusstsein und die moderne estnische Literatursprache entstanden – nicht ohne den Einfluss von Pastoren. Die »Umsiedlung« der Deutschbalten 1939 und die Jahrzehnte der Zugehörigkeit zur Sowjetunion veränderten Estland und sein kirchliches Leben sehr. Heute zählt Estland zu einem der säkularsten Länder der Welt.
Das Kulturforum und seine Partnerorganisationen laden Studierende aus Deutschland ein, gemeinsam die spannende Geschichte und Gegenwart Estlands zu erforschen: Sieben Tage in der alten Universitätsstadt Dorpat/Tartu und der Hauptstadt Reval/Tallinn mit spannenden Vorträgen zur Geschichte, dem Besuch des Peeteli-Sozialzentrums, einer estnischen ev.-luth. Landgemeinde in Harju-Risti und der deutschen ev.-luth. Erlösergemeinde in Reval.
Organisatorische Details
- Dauer
Dienstag, 25. bis Montag, 31. August 2026 - Unterbringung
Dorpat/Tartu: Schlafsaal im Hostel
Reval/Tallinn: Gästehaus des Klosters Pirita (Mehrpersonenzimmer) - Kosten
200,– Euro (darin enthalten: Unterkunft, Transport vor Ort und Verpflegung) - Anreise und Abreise
Um allen Beteiligten größtmögliche Flexibilität zu ermöglichen, erfolgt die An- und Abreise aller Teilnehmenden eigenständig und auf eigene Rechnung. Wir unterstützen Sie jedoch gerne bei der Planung - Reiseleitung
- Rebecca von Tiesenhausen, Deutschbaltischer Jugend- und Studentenring
- Dr. Martin Pabst, Deutsches Kulturforum östliches Europa
Aus dem Programm
Änderungen vorbehalten
- Dorpat/Tartu:
- Stadtrundgan
- Vorträge zur Geschichte Estlands
- Besuch des Estnischen Nationalmuseums
- Reval/Tallinn:
- Altstadtführung auf den Spuren von Balthasar Rüssow
- Besuch des Peeteli-Sozialzentrums
- Gottesdienst mit der deutschen Erlösergemeinde
- Exkursion:
- Klosterruine Padis/Padise
- Estnisches Gemeindeleben auf dem Land in Harju-Risti
Ansprechpartner
Dr. Martin Pabst
Länderreferat Baltische Länder
Tel. +49 (0)331 20098-14
E-Mail:
Ein Projekt des
Deutschen Kulturforums östliches Europa in Kooperation mit dem
Deutsch-Baltischen Kirchlichen Dienst, dem
Deutschbaltischen Jugend- und Studentenring und der
Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern
Das Kulturforum wird gefördert vom
Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.