
Die Bukowina, heute aufgeteilt zwischen Rumänien und der Ukraine, war seit dem späten 18. Jahrhundert ein österreichisches Kronland. In der multiethnisch geprägten Region entstand ein mindestens sechssprachiges »Europa im Kleinen«. Ihr plurikulturelles Erbe inspiriert bis heute Künstler, Schriftsteller und Filmemacher. Durch die Literatur von Karl Emil Franzos, Rose Ausländer, Paul Celan oder Manfred Winkler ist die Landschaft und ihr geistiges Zentrum Czernowitz (ukr. Tscherniwzi, rum. Cernăuţi) weltweit bekannt geworden.
Seit Jahrzehnten forscht die Historikerin Mariana Hausleitner über die Bukowina. Hier zeichnet sie die historischen Grundzuge der Region unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und jüdischen Bevölkerung nach. Der Bogen wird über die Eingliederung ins Habsburgerreich, als Deutsche und Juden einwanderten, und die Zwischenkriegszeit, als die Region an Rumänien kam, bis zu den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs mit der Aufteilung zwischen der Sowjetunion und Rumänien gespannt. Die Umsiedlung der Deutschen sowie die Deportation und Ermordung Zehntausender Jüdinnen und Juden bilden dabei die tragischen Tiefpunkte.
Hausleitner, Mariana: Bukowina. Eine europäische Vielvölkerregion. Erste Auflage, erscheint im März 2026
Reihe: Potsdamer Bibliothek östliches Europa – Geschichte, Potsdam 2026. Herausgegeben vom Deutschen Kulturforum östliches Europa
331 Seiten, gebunden, mit zahlreichen Farb- und S.-W.-Abbildungen, Karten und ausführlichen Registern
22,– € [D] | 22,70 Euro [A] | ISBN 978-3-936168-96-9
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Die Autorin
Mariana Hausleitner
PD Dr. Mariana Hausleitner, geb. 1950 in Bukarest/București, Rumänien. Studium der Geschichte, Politologie und Russistik an der Freien Universität Berlin (FU Berlin), nach dem Studium Referendarin am Gymnasium und Arbeit an ihrer Dissertation, 1987 Promotion an der Universität Bremen mit der Doktorarbeit Nationale Frage in der rumänischen Arbeiterbewegung vor 1924, ab 1991 Assistentin an der Freien Universität Berlin, 2001 Habilitation mit einer Arbeit zur Rumänisierung in der Bukowina 1918–1944, Gastprofessuren in Berlin, Klagenfurt und München, 2003–2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig Maximilians Universität (LMU) München, 2009–2011 Kuratorin der Ausstellung Polizei im NS-Staat im Deutschen Historischen Museum, Berlin.
Publikationen
Deutsche und Juden in Bessarabien 1814–1941 (2005), Die Donauschwaben 1868–1948 (2014), »Viel Mischmasch mitgenommen«. Die Umsiedlungen aus der Bukowina 1940 (2018), Eine Atmosphäre von Hoffnung und Zuversicht. Hilfe für verfolgte Juden in Rumänien, Transnistrien und Nordsiebenbürgen (2018), Mitarbeit an Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden. Band 13: Slowakei, Rumänien, Bulgarien (2018), Selbstbehauptung gegen staatliche Zwangsmaßnahmen. Deutsche und Juden in Rumänien seit 1830 (2021) u. a.