»Pilsēta, kurā piedzimst vējš«
(»Die Stadt, in der der Wind geboren wurde«)
wird Libau/Liepāja genannt. Das Deutsche Kulturforum östliches Europa lädt deutschsprachige Journalistinnen und Journalisten ein, auf einer
Informationsreise für Medienvertreterinnen und Medienvertreter
im Juni 2026 die künftige Kulturhauptstadt und ihre spannende Geschichte und Gegenwart besser kennenzulernen.

An der Westküste Kurlands in den Dünen zwischen Ostsee und Libauer See gelegen, stand Libau lange im Schatten anderer Orte: Nicht nur der Metropole Riga, sondern auch Windaus/Ventspils weiter nördlich oder Grobin/Grobiņa und Goldingen/Kuldiga im Landesinneren. Der Bau des »Handelskanal« genannten Hafens im 17. Jahrhundert ermöglichte den Aufstieg zur Stadt und die direkte Eisenbahnverbindung im 19. Jahrhundert bis in die heutige Ukraine ließ Libau zum bedeutenden Exporthafen für Getreide und Auswanderer werden. Von 1906 bestand bis Ausbruch des Ersten Weltkriegs sogar eine direkte Schiffsverbindung nach New York. Auch das Militär des Russländischen Reichs erkannte die gute, da meist eisfreie Lage und ließ nördlich der wachsenden Industriestadt einen Kriegshafen (lett.: Karosta) anlegen, mit eigener Militärstadt und Infrastruktur.
Die Nikolaus-Kathedrale im Stadtteil. Foto: © Deutsches Kulturforum östliches Europa, 2025 • Martin PabstBis heute finden sich in der Stadt viele Spuren ihrer wechselhaften Geschichte – von den deutschbaltischen Kaufleuten und Bürgern, den lettischen Handwerkern und Arbeitern und der jüdischen Gemeinde. Der »Umsiedlung« der Deutschbalten auch über den Libauer Hafen Ende 1939 folgte bald die nationalsozialistische Besetzung 1941, die mit der Ermordung der jüdischen Bevölkerung in den Dünen nördlich der Stadt begann. Nach dem Krieg fiel Libau wie ganz Lettland bis zur »Singenden Revolution« 1989–91 wieder an die Sowjetunion und ist heute drittgrößte Stadt, beliebter Urlaubsort und Heimat vieler beliebter Musikerinnen und Musiker.
Bewerbungsschluss
Medienvertreter können sich bis zum
12. April 2026
bewerben. Wir erwarten Angaben zum Interessenschwerpunkt und zu den Medien, für die ein Beitrag geplant wird.
Vier der 14 Teilnehmerplätze sind ausdrücklich für Nachwuchskräfte in der Ausbildung reserviert.
Reste der Nordfestung von Libau/Liepāja. Foto: © Deutsches Kulturforum östliches Europa, 2025 • Martin Pabst
Organisatorische Details
- Dauer: Sonntag, 14., bis Mittwoch, 17. Juni 2026
- Unterbringung: Hotel Amrita (drei Übernachtungen mit Frühstück, Einzelzimmer)
- Verpflegung: Kosten für drei Abendessen und zwei Mittagessen werden übernommen; die Getränkekosten zahlt jede/r selbst
- Kosten: Das Deutsche Kulturforum übernimmt Organisation, Betreuung und Kosten für die Exkursion vor Ort bis auf einen Eigenbeitrag in Höhe von 100,– € pro Person bzw. 50,– € pro Nachwuchskräfte
- Anreise und Abreise: Um allen Beteiligten größtmögliche Flexibilität zu ermöglichen, erfolgt die An- und Abreise aller Teilnehmenden eigenständig und auf eigene Rechnung. Wir unterstützen Sie gerne bei der Planung.
Vorgesehenes Programm
Änderungen vorbehalten
Im Inneren der Dreifaltigkeitskathedrale (Liepājas Svētās Trīsvienības katedrāle). Foto: © Deutsches Kulturforum östliches Europa, 2025 • Martin Pabst- Vorstellung des Kulturhauptstadtjahr-Programms und Gespräch mit dem Organisationsbüro Liepaja2027
- Stadtführung
- Gespräche mit Deutschlehrenden an Schulen und der Universität
- Exkursion in die Region u.a. nach Goldingen/Kuldiga (UNESCO Weltkulturerbe seit 2023)
- Besuch des ehemaligen Kriegshafens Karosta und des Holocaust-Denkmals
- Besuch des Okkupationsmuseums
Ansprechpartner
Dr. Martin Pabst
Länderreferat Baltische Länder
Tel. +49 (0)331 20098-14
E-Mail:
Ein Projekt des
Deutschen Kulturforums östliches Europa
Das Kulturforum wird gefördert vom
Bundesministerium des Innern.