Die Geschichte des heutigen Estland und Lettland ist geprägt von wechselnder Herrschaft: Vom 13. bis Mitte des 16. Jahrhunderts vom Deutschen Orden und Bischöfen regiert, dann unter polnischer, schwedischer und bis 1918 russländischer Oberhoheit, blieb der deutschsprachige Adel über all die Jahrhunderte prägende Konstante und Träger von Recht und Verwaltung auf der Basis seines ausgedehnten Landbesitzes und feudaler Rechte.
Grundlage und Sinnbild von Wohlstand und Macht des deutschbaltischen Adels waren die Herrenhäuser mit ihren Gutsbetrieben. Einige der ältesten Herrenhäuser gingen aus umgebauten Deutschordensburgen hervor. Noch im 18. Jahrhundert wurden die meisten Gebäude aus Holz errichtet. Die Mehrheit der noch erhaltenen Herrenhäuser entstand im 19. Jahrhundert in den verschiedenen Spielarten des Historismus. Der Gutshof umfasste Speicherräume und Ställe für Reit- und Arbeitstiere, aber auch Wohnräume für Bedienstete und verschiedene Wirtschaftsgebäude.
Die zweisprachige (deutsch-englisch) Ausstellung »Adeliges Leben im Baltikum. Herrenhäuser in Estland und Lettland« stellt anhand ausgewählter Beispiele diese Herrenhäuser und Gutsanlagen vor.
Weitere Informationen folgen.
Die Ausstellung Adeliges Leben im Baltikum. Herrenhäuser in Estland und Lettland wurde vom
Deutschen Kulturforum östliches Europa und dem
Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, Institut der Leibniz-Gemeinschaft, Marburg erstellt.
Gezeigt in Kooperation mit dem Deutschen Kulturinstitut Dorpat/Tartu.
Das Konzept wurde von Dr. Agnese Bergholde-Wolf erstellt, die auch die Texte verfasste. Der Großteil der gezeigten Fotos befindet sich im Bildarchiv des Herder-Instituts.
Das Kulturforum wird gefördert vom
Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
| Datum | Mo, 22.06.2026 |
| Zeit | 18:00 Uhr |
| Eintritt | frei |
| Barrierefrei | Nein |
Deutsches Kulturinstitut Dorpat | Tartu Saksa Kultuuri Instituut
Kastani 1, 50409 Tartu, Estland
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