Siebter Kongress Polenforschung vom 11. bis 14. März 2027 an der Universität Potsdam. Gesucht werden Vorschläge für Einzelvorträge, ganze Sektionen und zahlreiche weitere Formate. Mit unterschiedlichen Bewerbungsschlüssen
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Zu den Bewerbungen

Der siebte Kongress Polenforschung im März 2027 in Potsdam bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Disziplinen, sofern die Beschäftigung mit Polen zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehört, erneut Gelegenheit, ihre aktuellen Forschungen zu präsentieren, sich zu vernetzen und über den Stand polenbezogener Forschungen zu diskutieren. Das Rahmenthema des Potsdamer Kongresses gilt der Zukunft als Herausforderung der heutigen und historischen Gegenwart: »Was kommt. Zukünfte entwerfen«.

Ein zuversichtlicher Blick in die Zukunft fällt heute nicht nur in Polen oft schwer: Das Nachbarland Ukraine ist gezeichnet vom Terror des jahrelangen Kriegs, Russlands hybride Kriegsführung bedroht die Stabilität Europas, der Klimawandel verunsichert gesellschaftliche Entwicklungsprognosen wie individuelle Lebensplanungen. Die Simultanität von ökologischen, demographischen, politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen offenbart die Verwundbarkeit sozialer und institutioneller Ordnungen und stellt geglaubte Gewissheiten in Frage. Die Unsicherheit und das Eindringen des Katastrophischen in die Gegenwart blockieren politische Zukunftsvisionen, insbesondere die Aussicht auf eine ›bessere Zukunft‹.

Gleichzeitig zeigt sich das Zukunftsversprechen der technologischen Revolution ebenso heilsbringend wie gleichermaßen dystopisch und macht die Zukunft noch in anderer Weise – jedoch nicht weniger – unvorhersehbar. Dennoch gehört das Sich-Vorstellen und Entwerfen verschiedener Zukünfte zu den wichtigsten Krisenbewältigungskompetenzen. Das Denken in Alternativen, sei es in utopischen Impulsen wie Wunschdenken und Träumen, sei es als analytisches Prognostizieren oder strategisches Planen, weckt Hoffnung, schafft (Selbst-)Vertrauen und eröffnet Handlungsräume.

Wie ist es um Polens Denken der Zukunft bestellt? Die temporale Orientierung der polnischen Kultur gilt nach wie vor als stark von der Vergangenheit geprägt: Die Geschichtspolitik spielt im politischen Alltag eine überaus wichtige Rolle, ein retrotopisches Denken nimmt im rechtskonservativen Lager überhand, eine sozialpsychologische Diagnose von Polen als »Traumaland« (Bilewicz), die zugleich aber nach Auswegen fragt, findet große Beachtung. Die Omnipräsenz der Vergangenheit lässt sich als ein Phänomen des soziologisch diagnostizierten Verharrens in der Gegenwart verstehen (Gumbrecht, Nowotny, Bauman). Dabei steht diese ›breite Gegenwart‹ heute (nicht nur) in Polen im prekären Verhältnis zur Notwendigkeit, in der Krise und in Zeiten beschleunigter Kurzlebigkeit von Ideen eine prospektive Langatmigkeit zu wagen und mögliche Zukünfte zu entwerfen, um nicht zuletzt auf den selbstverständlichen Wunsch jüngerer Generationen nach ihrer Zukunft zu antworten.

Aus welchen Erfahrungen aus der Vergangenheit kann das heutige Zukunftsdenken in Polen schöpfen? Welche Rolle spielte die Zukunft in der polnischen Geschichte ‒ von den Anfängen bis zum 20. Jahrhundert? Die Aufklärung dachte Zukunft neu, auch der Kampf um nationale Selbstbehauptung im 19. Jahrhundert drehte sich um die Ausgestaltung der Zukunft, und sowohl 1918 als auch 1944/45 gab es den Versuch, utopische Vorstellungen Realität werden zu lassen. Der Aufbruch der Solidarność- Bewegung 1980/81 machte bekanntlich den Blick in die Zukunft frei, als große Hoffnungen und Erwartungen geweckt wurden. Lässt sich aus dieser polnischen Erfahrung einer breit geteilten Solidarität heute noch etwas lernen, wenn angesichts multipler Krisen und wachsender Ungleichheit die Utopie des Solidarischen vielerorts (wieder) mit Sehnsucht evoziert wird? Welche Zukunftslabore stellt(e) die polnische Kultur auch sonst zur Verfügung – in politischer Praxis, gesellschaftlichem Zusammenleben sowie imaginativ in Literatur, Kunst, Film, Theater und populärer Kultur? Welche Zukunftsängste, -träume und -visionen wurden und werden darin verhandelt? Wie hat die polnische Philosophie, Soziologie und Ökonomie zum Denken der Zukunft beigetragen? Sorgt (sich) die rasch wachsende polnische Wirtschaft um und für die Zukunft? Welche Zukunftsentwürfe sind in der polnischen Politik möglich (gewesen)? Wie sieht die Zukunft der polnischen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aus? Wie wurde und wird in Polen die Zukunft Europas gedacht? Welche praktischen Umgangsweisen mit Unsicherheit, Risiko und Zukunftsängsten gab es und gibt es in der polnischen Gesellschaft?

Willkommen sind Analysen und exemplarische Sondierungen von zukunftsorientierten Prozessen und Praktiken, prospektiven Entwürfen und Zukunftsvisionen in der kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Vergangenheit und Gegenwart Polens. Fragestellungen aus allen Disziplinen sollen gemeinsam und in transnationalen oder komparatistischen Zusammenhängen diskutiert werden. Nicht zuletzt geht es dabei auch um das Selbstverständnis von Geistes- und Sozialwissenschaften in Zeiten der Unsicherheit und der Angst um die Zukunft.

Die Universität Potsdam – in ihrem Leitbild »jung, modern, zukunftsorientiert« – ist ein starker Standort für die kulturwissenschaftliche Polenforschung. Der Siebte Kongress Polenforschung in Potsdam eröffnet die Möglichkeit, über die Grenzen der Fachgebiete und der deutschsprachigen Länder hinweg miteinander ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, Projekte zu entwickeln und sich über die Situation der Polenforschung zu informieren. Er knüpft an die ersten sechs Kongresse (Darmstadt 2009, Mainz 2011, Gießen 2014, Frankfurt/Oder 2017, Halle 2020, Dresden 2024) an, an denen jeweils etwa 300 Wissenschaftlerinnen  und Wissenschaftler teilgenommen haben. Ausstellungen von Verlagen und Institutionen sowie ein Begleitprogramm ergänzen den Kongress. Tagungssprachen sind Deutsch, Polnisch oder Englisch.

Bewerbungen

Bewerbung für Einzelvorträge und Sektionen

Wir laden alle Interessierten ein, Vorschläge für Einzelvorträge oder ganze Sektionen einzureichen. Sie können sich am Rahmenthema »Was kommt. Zukünfte entwerfen« orientieren, aber auch einen anderen thematischen Schwerpunkt behandeln, sofern er von besonderer Forschungsrelevanz ist. Vorschläge von ganzen Sektionen haben in der Regel bessere Chancen, in das Kongressprogramm aufgenommen zu werden.

Einzelvorträge
Die Dauer von Einzelvorträgen ist auf 25 Minuten begrenzt. Die Organisatoren werden die ausgewählten Einzelvorträge zu thematischen, disziplinären oder offenen Sektionen zusammenführen.

Sektionsvorschläge
Die Sektionsdauer beträgt zwischen 90 und 120 Minuten. Die Zahl der Referierenden sollte drei bis vier betragen; es wird empfohlen, jeweils einen Kommentar zu integrieren; außerdem müssen Vertreter von mehr als einem Wissenschaftsstandort berücksichtigt werden. Erwünscht sind insbesondere internationale, z.B. deutsch-polnische Sektionen. Eine Integration von Kunstschaffenden (Stichwort: künstlerische Forschung) sowie Expert:innen aus der Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft in die Sektionen ist möglich. Die Veranstalter behalten sich das Recht vor, die ausgewählten Sektionen in Absprache mit den Vorschlagenden zu ergänzen oder zu modifizieren.

Bewerbungsschluss
Bewerbungsschluss für Referate und Sektionen ist der 29. Mai 2026.

Entscheid
Über die Auswahl wird bis Ende Juli 2026 entschieden.

PDF LogoFormular zur Bewerbung für eine Sektion

PDF LogoFormular zur Bewerbung für einen Einzelvortrag

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Bewerbung für das Format »Forum«

Im »Forum« können geeignete Themen in einem zeitlichen Umfang von 90 bzw. 120 Minuten fokussiert werden. Nach einem kurzen Input der Organisator:innen und der von ihnen geladenen Gäste diskutieren die Teilnehmer:innen über das gewählte Thema in einem möglichst multidisziplinären Rahmen. Die Kongress-Veranstalter:innen behalten sich das Recht vor, selbst thematische Foren anzuregen.

Bewerbungsschluss
Bewerbungsschluss für die »Foren« ist der 15. September 2026.

Entscheid
Über die Auswahl der »Foren« wird bis Ende Oktober 2026 entschieden.

PDF LogoFormular zur Bewerbung für ein Forum

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Bewerbung für das Format »Zwischenzeiten«

Unter dem Titel »Zwischenzeiten« stehen jeweils halbstündige Slots für Projektvorstellungen, die Vorstellungen von Institutionen, Publikationen oder Publikationsreihen, für kurze Diskussionen usw. zur Verfügung.

Bewerbungsschluss
Bewerbungsschluss für die »Zwischenzeiten« ist der 15. September 2026.

Entscheid
Über die Auswahl der Beiträge für »Zwischenzeiten« wird bis Ende Oktober 2026 entschieden.

PDF LogoFormular zur Bewerbung für eine »Zwischenzeit«

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Bewerbung für Projektkurzvorstellungen

Zusätzlich zu den längeren Referaten bieten wir – in erster Linie für Wissenschaftler:innen früherer Karrierestufen – die Möglichkeit zu kurzen Projektvorstellungen im Plenum (2-3 Minuten).

Bewerbungsschluss
Bewerbungsschluss für die Projektkurzvorstellungen ist der 15. Dezember 2026.

Entscheid
Über die Auswahl dieser Kurzvorstellungen wird bis Ende Januar 2027 entschieden.
Formular zur Bewerbung für eine „Projektkurzvorstellung“

PDF LogoFormular zur Bewerbung für eine Projektkurzvorstellung

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Bewerbung für Posterpräsentationen

Wenn Sie Ihr Projekt mit einem Poster präsentieren möchten, so können Sie dies bis zum 31. Januar 2027 anmelden.

PDF LogoFormular zur Anmeldung eines Posters

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Aussteller, Stände

Aussteller (Institutionen, Verlage, Unternehmen) können sich in unterschiedlicher Art und Weise auf dem Siebten Kongress Polenforschung präsentieren.
Für die Anmietung von Möbeln (Tische, Stühle, Stellwände) entstehen voraussichtlich nur geringe Kosten. Sollten Sie Interesse haben, so bitten wir um Ihre Abstimmung mit den Veranstaltern bis 15. Januar 2027.

Einladung zur Teilnahme ohne eigenen Beitrag

Alle an einer Teilnahme ohne eigenen Beitrag Interessierten laden wir ein, sich anzumelden. Anmeldung ist ab Sommer 2026 möglich. Bitte beachten Sie: Alle Anmeldungen sind verbindlich und werden erst nach Überweisung der Kongressgebühr wirksam. Eine Rückzahlung von Kongressgebühren ist aus organisatorischen Gründen nicht möglich.

Übernachtungen, Kinderbetreuung, Ermäßigungen

Die Veranstalter werden ab Herbst 2026 Übernachtungshinweise auf der Website veröffentlichen. Alle angemeldeten Personen erhalten rechtzeitig weitere Informationen.
Die Veranstalter bemühen sich um Einwerbung von Drittmittel, um die Reise- und Tagungskosten von Wissenschaftlern früherer Karrierestufen zu reduzieren. Über Ermäßigungen sowie – bei erfolgreicher Einwerbung – mögliche Erstattungen werden wir auf der Kongresswebseite informieren.
Es ist geplant, eine Kinderbetreuung während des Kongresses zu ermöglichen. Nähere Informationen dazu folgen im Herbst 2026.

Bewerbungen, Anmeldungen

Einreichung von Vorschlägen für Sektionen, Einzelvorträge, Projektkurzvorstellungen, »Zwischenzeiten« und Posterpräsenattionen erfolgt über Upload auf der Seite Bewerbung. Ansprechpartner für alle inhaltlichen Fragen ist das Logo: DPIDeutsche Polen-Institut.
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mit organisatorischen Fragen bezüglich der Posterpräsentationen, Ständen und Ausstellungen wenden Sie sich bitte ab dem 1. Juni 2026 an das Organisationsbüro
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Diese und alle weiteren Informationen finden Sie auf: www.polenforschung.de

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Veranstalter des Siebten Kongresses Polenforschung sind die Logo: Universität PotsdamUniversität Potsdam und das Logo: DPIDeutsche Polen-Institut Darmstadt. Das Logo: DKF Deutsche Kulturforum östliches Europa ist Projektpartner.

Das Kulturforum wird gefördert vom Logo: BMIBundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.