Im Dokumentarfilm DAHEIM reist die junge Filmemacherin Bianca Zylla mit ihrer Mutter Bärbel, die in der kommunistischen Diktatur aufwuchs und 1989 nach Deutschland auswanderte, nach Siebenbürgen. Die geografischen Spuren in Rumänien aufsuchend, nimmt die Tochter die biografische Fährte der Mutter auf und versucht, das Leben von Filmprotagonistin Bärbel als Siebenbürger Sächsin, als Teil einer deutschen Minderheit in Rumänien, zu verstehen. Gemeinsam erkunden die beiden Frauen Orte, die im Leben der Mutter von Bedeutung waren, und streifen so Lebensstationen wie die Kindheit in Wolkendorf/Vulcan oder den Schauplatz der Revolution von 1989 in Kronstadt/Brașov. Dabei stehen Fragen nach Zugehörigkeit und Verbundenheit sowie die Bedeutung von Heimat und Vergangenheitsbewältigung im Fokus.
Die Geschichte des Burzenlands und Kronstadts
von Alfred Schadt
DAHEIM
Regie & Produktion: Bianca Zylla, RO 2025, 33 min.
Kamera: Leon Forthmann/Ansgar Wendt/Bianca Zylla
Ton: Birk Menzel
Drohne: Berthold Frantz
mit
Bianca Zyllas Interesse an den Themen, die ihre Kurzdokumentation nahelegen, entwickelte sich bereits im Alter von acht Jahren, als sie begann, Videos aufzunehmen und zu schneiden. Später vermittelte ihr Studium der Ethnologie und des Audiovisuellen Publizierens an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Kenntnisse in der Produktion journalistischer Beiträge. Sie arbeitete für CampusTV Mainz und absolvierte ein Praktikum im ZDF-Nachrichtenstudio in Nairobi, Kenia, wo sie mehrere Beiträge produzierte, die landesweit im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurden. Darüber hinaus wirkte sie an der Produktion mehrerer nicht-fiktionaler und kommerzieller Projekte mit der Produktionsfirma In The Mirror Films in Barcelona, Spanien, mit.
DAHEIM ist Bianca Zyllas Dokumentarregiedebüt:
»Meine Mutter sagt immer: ›Wir hatten ja nichts.‹ Erst jetzt verstehe ich, was das wirklich bedeutet. DAHEIM ist mein bisher persönlichstes Werk. Im Film verfolgen meine Mutter und ich gemeinsam ihren Lebensweg zurück; von ihrer Auswanderung nach Deutschland im Jahr 1989 bis hin zu ihrer Kindheit in Transsilvanien. DAHEIM ermöglichte es mir, eine neue Seite meiner Familiengeschichte zu entdecken und mit meiner Mutter in die Vergangenheit zurückzuschauen und mit ihr abzuschließen. Mehr als alles andere ist es eine Geschichte über Gemeinschaft und Familie.«
Alfred Schadt, geb. 1950 in Kronstadt-Bartholomä/Brașov-Bartolomeu, aufgewachsen in Stalinstadt (offizieller Name von Kronstadt in den 1950er Jahren), Besuch der deutschen Abteilung des Șaguna-Lyzeums, Abitur in Kronstadt; Studium deutscher und rumänischer Philologie in Hermannstadt/Sibiu; 1972 Auswanderung und Studium der Germanistik und Anglistik in Konstanz und Bristol/England; Aufbaustudium der Kommunikationswissenschaften; Gymnasiallehrer und PR-Beauftragter an der Evangelischen Internatsschule Schloss Gaienhofen; seit 2015 Rentner, Mitarbeit in der Redaktion der Neue Kronstädter Zeitung, von 2019 bis 2024 deren Chefredakteur.
Publikationen:
Verba volant, scripta manent. Erinnerungen
Kronstadt zwischen altvertraut und fremd. 50 Jahre Reisen in die Vergangenheit
Zwischen Heimat und Zuhause. Betrachtungen eines Ausgewanderten
Vom Alter, Abschiednehmen und Erinnern. Gedanken eines 75-Jährigen.
Tickets können im Vorfeld bei dem Kino reserviert und 20 Minuten vor der Vorstellung abgeholt werden.
Eine Veranstaltung des
Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit dem
Bundesplatz-Kino Berlin
Das Kulturforum wird gefördert vom
Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
| Datum | Sa, 27.06.2026 |
| Zeit | 15:30 Uhr |
| Eintritt | 8,– Euro |
| Barrierefrei | Nein |
Bundesplatz-Kino Berlin
Bundesplatz 14, 10715 Berlin, Deutschland
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