Die Autorinnen Heike Geißler (Saisonarbeit, 2016) und Natalia Fiedorczuk (Jak pokochać centra handlowe, 2014, dt. »Wie man Einkaufszentren liebgewinnt«) thematisieren in ihren Büchern prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Während Natalia Fiedorczuk ein schnörkelloses literarisches Porträt von jungen weiblichen Angestellten, die aufgrund der Beschaffenheit ihrer Arbeitsverträge (poln. śmieciówki, »Müllverträge«) selbst in der Schwangerschaft keinerlei Anspruch auf eine finanzielle Absicherung haben, zeichnet, beschreibt Heike Geißler in ihrem fiktionalisierten Erfahrungsbericht die Arbeitsbedingungen in einem Logistikzentrum von Amazon in Leipzig, wo sie vorübergehend als Aushilfe tätig war. Die Autorinnen thematisieren in ihren Texten die Auswirkungen des Kapitalismus auf den Arbeitsmarkt und den Wandel in der Arbeitswelt. Gleichzeitig hinterfragen sie darin unser Konsumverhalten und die Erwartungen an ein Leben im Wohlstand.
Natalia Fiedorczuk, geboren 1984, ist Autorin, Publizistin, Singer-Songwriterin und Kulturanimateurin. Sie setzt sich für bürgerschaftliches Engagement in lokalen Gemeinschaften ein und arbeitet als Psychotherapeutin. Für ihr 2016 erschienenes Prosadebüt Jak pokochać centra handlowe wurde sie mehrfach ausgezeichnet.
Heike Geißler, geboren 1977, wuchs in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, auf. 2001 erhielt sie den Alfred-Döblin-Förderpreis für den Roman Rosa, mehrere Stipendien und Nominierungen für den Ingeborg-Bachmann-Preis und -Wettbewerb. 2025 erscheinen ihre beiden Essays Verzweiflungen und Arbeiten.
Moderation: Olga Gitkiewicz
Das Kulturhauptstadtprojekt »Leselust goes Europe« präsentiert tschechische, deutsche, ukrainische und polnische Literatur-, Film- und Musikschaffende. Eines der wesentlichen Ziele des Programms: Brücken des gegenseitigen Verständnisses schlagen. Die Veranstaltungen finden an verschiedenen Orten in ganz Chemnitz, in der Umgebung und auch in Tschechien statt.
weitere Informationen
Die Literaturtage »Leselust goes Europe« sind Teil des Programms von
Chemnitz 2025 und ein Gemeinschaftsprojekt von:
Deutsches Kulturforum östliches Europa
Adalbert Stifter Verein München
Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds
Kooperationspartner dieser Veranstaltung ist die Stiftung OP ENHEIM. Mit freundlicher Unterstützung des
Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Breslau/Wrocław.
Das Kulturforum wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Datum | Do, 03.04.2025 |
Zeit | 18:00 Uhr |
Eintritt | frei |
Barrierefrei | Ja |
OP ENHEIM – Oppenheim Haus Breslau
Plac Solny 4, 50-060 Wrocław, Polen
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