Władysław Bartoszewski erinnert sich an den schwierigen Aussöhnungsprozess zwischen Polen und Deutschen
Gerhard Gnauck

Die Welt • 29.01.2005

[…] In diesem Buch lässt der Zeitzeuge 60 Jahre Revue passieren. Von der Zeit nach 1945, als man in Polen das Wort »Deutsche« klein schrieb, um Verachtung kundzutun, bis 2001, zu Bartoszewskis Auftritt bei Alfred Biolek. Lesenswerte Episoden werden überliefert, etwa vom Besuch Heinrich Bölls, der in den sechziger Jahren in Warschau wahllos Menschen auf der Straße auf deutsch ansprach, »weil ich einfach nur wollte, endlich von jemand eins auf die Fresse zu kriegen« – doch niemand wollte dem unbekannten Deutschen einen Backenstreich verpassen. […]