In der böhmischen Hauptstadt war es schon mal wesentlich »kafkaesker«
Patrick Seyboth
1

von Patrick Seyboth

Überall Kafka, nirgends Kafka. Kafka-T-Shirts, Kafka-Tassen, Kafka-Regenschirme, Kafka-Museum, Kafka-Platz, Kafka-Denkmal und Kafka-Broschüren, manche davon in recht kreativem Deutsch. Allüberall auch Original-Kafka-Häuser, schließlich hat er diverse Umzüge in seiner Heimatstadt absolviert. Doch so eine zünftige »Kafka-Atmosphäre« – was immer das genau heißen mag – will nicht aufkommen. […] Doch es war schon mal wesentlich »kafkaesker« – was auch immer das nun wieder heißen soll. Anfang der 1990er Jahre etwa, als vieles noch unrenoviert war und die Besucher aus dem Westen noch vergleichsweise spärlich in die damals eher mattgoldene Stadt kamen. In der Stille der labyrinthischen Gassen mit ihren langen Schatten durfte man sich als Zeitreisender und der Welt dieses Jahrhundertautors ganz nah fühlen. […]

In Prag gewesen. Gelacht.
Der gesamte Artikel in der Online-Ausgabe der Frankfurter Neuen Presse