2023 wird das rumänische Temeswar Kulturhauptstadt Europas. Der jüdische Friedhof dort entpuppt sich als wahres Geschichtsarchiv. Die rund 14.000 Ruhestätten und 81 Grüfte zeugen von 400 Jahren Leben unter einer osmanischen, einer habsburgischen, einer österreichisch-ungarischen und einer rumänischen Verwaltung.
Stein. Mineralische Werkstoffe für Industrie und Handwerk, Heft 11/2022
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Von Dr. Inge Pett

[…] Von Jahrhunderten jüdischen Lebens, seiner Blüte und seinem Niedergang, erzählen heute unter anderem die Grabsteine des jüdischen Friedhofs. Kaum jemand weiß das so gut wie Getta Neumann: »Der Friedhof entpuppt sich als ein Geschichtsarchiv, dessen Seiten in Stein gemeißelt sind.« Für sie war die Ernennung Temeswars zur europäischen Kulturhauptstadt 2023 ein willkommener Anlass, die Geschichte ihrer Geburtsstadt und ihre eigenen Erinnerungen aufzuarbeiten. Und davon hat sie viele. Ihr Vater, Ernest Neumann, war Oberrabbiner und stand der jüdischen Gemeinde in Temeswar ab 1941 sechzig Jahre lang vor. Also recherchierte Getta Neumann »Auf den Spuren des jüdischen Temeswar« und legte eine Publikation gleichen Titels vor. […]

Steinernes Gedächtnis
Auszug des Artikels auf den Internetseiten von Stein
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Der Artikel ist u.a. das Ergebnis einer Informationsreise nach Temeswar/Timișoara, die das Deutsche Kulturforum östliches Europa im September 2022 für Medienvertreter organisiert und begleitet hatte.