»Ich erinnere mich noch heute an die Menschen, die mich um ein Bild ihrer Pritsche oder einer anderen Szene aus dem damaligen Theresienstadt baten. Nur als Souvenir, wie sie sagten, weil sie davon ausgingen, dass sie eines Tages in ihr früheres Leben zurückkehren würden, und etwas haben wollten, das sie ihren Freunden und Bekannten zeigen konnten.«
Alfred Kantor
Die beiden von der Gedenkstätte Theresienstadt erstellten Banner-Ausstellungen zeigen die künstlerische Zeugenschaft zweier junger Menschen, die das Konzentrationslager Theresienstadt überlebt haben. Der Prager Zeichner Alfred Kantor wurde von den deutschen Nationalsozialisten als 18-Jähriger in die Festungsstadt deportiert, um diese als Mitglied eines Aufbaukommandos in ein Ghetto für Jüdinnen und Juden umzuwandeln. Er selbst, seine Mutter und seine Freundin wurden hier dann unter den unmenschlichsten Bedingungen interniert. Während die beiden Frauen nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden, kam Kantor als Zwangsarbeiter ins KZ-Außenlager Schwarzheide. Sowohl in Theresienstadt als auch hier hielt er seine Erlebnisse in Skizzen fest, die er aus Sicherheitsgründen aber fast alle vernichten musste. Kurz nach seiner Befreiung gestaltete er in einem Lager für Displaced Persons in Deggendorf ein Buch mit 127 kolorierten Zeichnungen, die er mit zweisprachigen deutschen und englischen Beschriftungen versah. Sie dokumentieren sachlich und eindrucksvoll das Martyrium so vieler Menschen, von denen nur wenige überlebten.
Die Auschwitz-Überlebende Helga Weiss (Hošková-Weissová) war erst zwölf Jahre alt, als sie mit ihrer Familie aus Prag ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde. Während ihres dreijährigen qualvollen Aufenthalts schuf sie über hundert Zeichnungen von einzigartigem künstlerischen und dokumentarischen Wert. Sie fangen das Leben der eingepferchten, vernachlässigten und misshandelten Menschen aus der Sicht eines Kindes ein.
Die Ausstellung wird durch Kurzbiografien ergänzt, darunter von Margot Friedländer und Trude Simonsohn, Ehrenbürgerin der Stadt Frankfurt am Main.
Begrüßung: Imrich Donath, Honorarkonsul der Slowakischen Republik für Hessen
Grußworte:
Katrin Hechler, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales
Mark Dainow, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Kuratoriumsmitglied im Deutschen Kulturforum östliches Europa
Juraj Macháč, Botschafter der Slowakischen Republik
Jiří Čistecký, Botschafter der Tschechischen Republik
Einführung: Jan Roubínek, Direktor der Gedenkstätte Theresienstadt
Musikalische Umrahmung: Oleksandr Darmits, Violine
Die Ausstellung wird vom 20. bis 29. Januar 2026 in den Römerhallen in Frankfurt am Main gezeigt.
weitere Informationen
Donnerstag, 29. Januar 2026
19:00 Uhr
weitere Informationen
Eine Ausstellung der
Gedenkstätte Theresienstadt/Památník Terezín und des
Honorarkonsuls der Slowakischen Republik Bad Homburg vor der Höhe in Zusammenarbeit mit dem
Deutschen Kulturforums östliches Europa
Gefördert von den Botschaften der Tschechischen und der Slowakischen Republik, dem Slowakischen Institut, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, der Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt am Main, dem Magistrat der Stadt Frankfurt am Main, Lotto Hessen, der Gemeinnützigen Hertie Stiftung, dem Land Hessen, dem Hessischen Landtag, dem Eintracht Frankfurt Museum, DGWA und Israel Bonds
Das Kulturforum wird gefördert vom
Bundesministerium des Innern.
| Datum | Do, 22.01.2026 |
| Zeit | 19:00 Uhr |
| Eintritt | frei |
| Barrierefrei | Ja |
Frankfurter Römer – Römerhallen
Römerberg 23, 60311 Frankfurt am Main, Deutschland
Adresse mit Google Maps öffnen.