Karl Schuberth stammte aus Magdeburg und machte eine glänzende Karriere als Virtuose auf dem Violoncello. Nach ausgedehnten Konzertreisen durch ganz Europa ließ er sich Anfang der 1840er Jahre in St. Petersburg nieder und wirkte dort nicht nur als gefeierter Cellist und Pädagoge, sondern auch als Musikdirektor der Universität und Dirigent der kaiserlichen Hofkapelle. Er starb im Alter von nur 52 Jahren während eines Erholungsurlaubs in Zürich. Seine Violoncello-Sonate op. 43, Anton Rubinstein und Karl Dawydow gewidmet, ist wie auch seine anderen Kompositionen heute nahezu vollständig vergessen.
Schuberths jüngerer Kollege in St. Petersburg, der Organist Heinrich Stiehl, geboren in Lübeck, war ab 1853 Organist an der Ev. St. Petri-Kirche in St. Petersburg. Als Anton Rubinstein hier das Kaiserliche Konservatorium gründete, berief er Heinrich Stiehl als Orgelprofessor – unter Stiehls ersten Studenten befand sich auch der junge Pjotr Tschaikowsky. Auch Stiehls Kompositionen (Klavier-, Orgel- und Kammermusikwerke) warten noch ihrer Wiederentdeckung. Seine Violoncello-Sonate op. 37, die er dem Kollegen Karl Schuberth widmete, wurde 1860 mit dem Preis der Deutschen Tonhalle (Mannheim) ausgezeichnet.
Heinrich Stiehl (1829–1886)
Sonate für Pianoforte und Violoncello a-Moll, op. 37
Allegro appassionato – Scherzo quasi Capriccio: Allegro vivace – Andante sostenuto (»Lass, o Welt, o lass mich sein«) – Finale: Allegro molto
Karl Schuberth (1811–1863)
Grande Sonate für Violoncello und Klavier D-Dur, op. 43
Allegro moderato – Intermezzo: Andante e Scherzo – Finale: Allegro vivace
Ausführende:
Mira Lange, Klavier
Martin Seemann, Violoncello
Moderation: Klaus Harer
Vor Konzertbeginn lohnt sich ein Besuch im Modemuseum!
Martin Seemann studierte Violoncello bei Wolfgang Böttcher in Berlin und als Stipendiat der Heinrich Böll Stiftung bei Ivan Monighetti in Basel. Sein Repertoire reicht vom Barock auf Darmsaiten bis zur zeitgenössischen Musik, so spielte er die Uraufführung der Celloversion von »Fratres« von Arvo Pärt. Regelmäßig tritt er mit führenden Barockensembles wie der Lautten Compagney Berlin oder dem Barockorchester L’Arco (Hannover) auf. Mit seinem Hoffmeister-Quartett hat er mehrere CDs mit wiederentdeckten Komponisten wie Anton Titz, Josef Elsner und Franz Gebel aufgenommen.
Mira Lange erhielt Klavierunterricht am Konservatorium in Frankfurt und studierte anschließend Blockflöte und Cembalo in Frankfurt/Main. Seit jeher am kulturgeschichtlichen Kontext der Musik interessiert, erhielt sie Barocktanzunterricht an der Hochschule für Künste in Bremen und arbeitet an Konzepten, um Musik, Literatur und historische Küche zusammen zu bringen. Sie ist Preisträgerin des Internationalen Telemann-Wettbewerbs Magdeburg, wirkt als Cembalistin und Hammerflügelspielerin in Ensembles wie der Lautten Compagney, Astrophil & Stella, L'Art d'Echo und The Present mit und widmet sich besonders ihrem eigenen Ensemble, der WUNDERKAMMER, mit der sie zu Gast auf verschiedenen Festivals war.
Eine Veranstaltung des
Deutschen Kulturforums östliches Europa im Rahmen seines Jahresthemas 2025: 25 Jahre Kulturforum in Zusammenarbeit mit der
Klanglandschaft Prignitz
Das Kulturforum wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Datum | Sa, 22.03.2025 |
Zeit | 18:00 Uhr |
Eintritt | 14,– Euro | ermäßigt 9,– Euro |
Barrierefrei | Nein |
Modemuseum Schloss Meyenburg
Schloß 1, 16945 Meyenburg, Deutschland
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