Im Fluss der Zeit
Jüdisches Leben an der Oder. Eine deutsch-polnische Wanderausstellung mit Begleitprogramm

Im Fluss der Zeit Platzhalterdarstellung für ausgewählte Veranstaltungen

Die Landschaft an der Oder mit ihren wechselnden herrschaftlichen und nationalen Zugehörigkeiten war über Jahrhunderte ein Begegnungsraum. Hier kreuzten sich auch die deutsch-jüdische und die polnisch-jüdische Kultur. In der Neuzeit bedrohte der Nationalismus, gepaart mit dem Antisemitismus, diese kulturelle Vielfalt an Oder, Obra und Warthe. Der Nationalsozialismus zerstörte sie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weite Abschnitte der Oder zur deutsch-polnischen Grenze und die deutsche Bevölkerung aus den Regionen östlich des Flusses vertrieben. Polen fanden hier eine neue Heimat und für kurze Zeit schien es, dass in Niederschlesien und Pommern jüdisches Leben heimisch werden könnte. Mehrere Zehntausend polnisch-jüdische Holocaustüberlebende siedelten sich hier an, doch die meisten wanderten bis Ende der 1960er Jahre wieder aus. Die jahrhundertelange Anwesenheit von Juden an der Oder fiel dem Vergessen anheim, ihre Spuren wurden oft zerstört.

Die Ausstellung widmet sich Momenten der jüdischen Geschichte beiderseits der Oder. Sie will zum Nachdenken und zum Gespräch zwischen den ehemaligen und heutigen Bewohnern der Region anregen. Sie ist zugleich eine Einladung zur Neuentdeckung des deutsch-polnisch-jüdischen Kulturerbes dieser Landschaft.

Ab dem 12. Mai 2019 wird die Ausstellung erstmals fern der Oder, im Haus Schlesien, gezeigt. Die Bedeutung jüdischen Lebens in Schlesien zeigt nicht nur die Geschichte der jüdischen Gemeinde Breslaus, die bis 1933 die drittgrößte Gemeinde des Deutschen Reiches war und eines der bedeutendsten Zentren jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in Europa beheimatete, sondern auch ihre Gegenwart. Jüdisches Leben gibt es inzwischen wieder in Breslau, Liegnitz und Waldenburg.

Ausstellungseröffnung

Samstag, 9. November 2019
15:00 Uhr

Begleitveranstaltungen

Eine Vortragsreihe wird die Ausstellung ergänzen:

Mittwoch, 13. November 2019, 18:00 Uhr
Unsere Kinder — Zeitweilige Heimat. Jüdisches Leben in Schlesien nach 1945
Filmvorführung mit einer Einführung von Dr. Markus Nesselrodt, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)

Mittwoch, 27. November 2019, 18: Uhr
Wachsmanns Entwürfe. Von der Idee zur Konstruktion. Konrad Wachsmann (1901–1980)
Vortrag von Dr. Eva-Maria Barkhofen, Akademie der Künste, Berlin
Moderation: Prof. Dr. Paul Zalewski, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)

Mittwoch, 4. Dezember 2019, 18:00 Uhr
Wir Mendes. Käthe Mende| Max Bamberger. Geschichte und Geschichten einer jüdischen Familie aus Frankfurt (Oder)
Projektvorstellung von Katja Martin, Universität Potsdam und Einführung in die Geschichte der Juden in Frankfurt (Oder) von Dr. Markus Nesselrodt, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)
Moderation: Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)

Mittwoch, 11. Dezember 2019, 18:00 Uhr
Auf den Spuren des jüdischen Lebens in der Oderregion heute
Reisebericht und Bildvortrag von Adam Czerneńko, Słubice

Eine Ausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa, realisiert in Zusammenarbeit mit:

  • Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien e. V.
  • Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
  • Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften
  • Uniwersytet Wrocławski
  • Stowarzyszenie Historyczno-Kulturalne »Terra Incognita«
  • Muzeum Ziemi Międzyrzeckiej im. Alfa Kowalskiego
  • Fundacja Bente Kahan

Gezeigt von:

  • In Frankfurt (Oder) wird die Ausstellung dank der Unterstützung durch die Kulturreferentin für Pommern und Ostbrandenburg aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gezeigt.

Begleitprogramm:

Kuratorinnen

Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach

Dr. Magdalena Gebala

Weitere Informationen zu dieser Wanderausstellung hier

Datum So, 10.11.2019
Ende 20.12.2019
Eintritt Kostenfrei
Barrierefrei Nein
Europa-Universität Viadrina – Gräfin-Dönhoff-Gebäude

Europa-Universität Viadrina – Gräfin-Dönhoff-Gebäude
Europaplatz 1, 15230 Frankfurt (Oder), Deutschland Adresse mit Google Maps öffnen.

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