Ein pommerscher Maler 1886–1945

Otto Kuske gehört zu den Künstlern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die als verlorene Generation bezeichnet werden, da sie entweder während des Dritten Reiches mit Berufverbot belegt waren oder große Teile ihres Werkes infolge des Krieges verloren gingen. Von Otto Kuskes Arbeiten sind die meiste bei Kriegsende in seinem Atelier in Stettin-Ackermannshöhe vernichtet worden. Er selbst starb auf nicht geklärte Weise.

Neben Gemälde und Aquarelle, die von den Kindern des Künstlers nach dem Krieg zusammentragen werden konnten, sind einige der Gemälde von Otto Kuske im Schloss Rügenwalde (heute Darlowo, zwischen Stop/Słupsk und Slawe/Sławno an der Ostsee) erhalten geblieben. Viele seiner Druckgrafiken erschienen in der Zeitschrift „Unser Pommernland“, Monatszeitschrift für das Kulturleben der Heimat. Hildtraut Winter, die Tochter des Künstlers, hat das Buch zum Andenken an die künstlerische Arbeit ihres Vaters herausgegeben.

Während die Grafiken überwiegend Genreszenen – Bettler, einfache Menschen – zeigen, ist die pommerische Landschaft das Hauptthema der Gemälde und Aquarelle. Der Verzicht auf die Darstellung von Menschen hebt den Eigenwert dieser unberührten oder von Menschenhand gestalteten Landschaften noch hervor. Manche der Kompositionen erinnern an Bilder von Caspar David Friedrich.

Winter, Hildtraut (Hg.): Otto Kuske. Ein pommerscher Maler 1886–1945. Mit einem Text von Angelika Storm-Rusche. Bonn: Siering, 2007. 65 Seiten, reichbebildert, zum Teil in Farbe. ISBN 978-3-923154-35-7