In München läuft derzeit die Filmreihe »Anziehung und Distanz« des Deutschen Kulturforums
Patrick Gschwend

Radio Prag • 03.10.2010

[…] Aber auch nach 1989 dauerte es einige Jahre, bis Deutsche nicht mehr nur als Täter in Erscheinung traten: »Die Gewaltakte an den Deutschen wurden zwar heftig diskutiert, im Film aber wurde das direkt nach 1989 noch nicht reflektiert«, so Koura. Diese Reflexion habe erst 1999 stattgefunden mit dem Film musíme si pomáhat (auf Deutsch: »Wir müssen zusammenhalten«) von Jan Hřebejk. Tschechen schlagen gegen Ende des Films einen wehrlosen, kranken deutschen Mann, allerdings einen fanatischen Nazi. Es handelt sich aber nur um eine Szene und nicht um das Hauptthema der Geschichte. Schonungsloser räumt 2003 der Film krev zmizelého (»Blutsbande«) mit dem althergebrachten Deutschen-Bild auf. Deutsche Frauen werden von hier tschechischen Männern und sowjetischen Soldaten vergewaltigt. […]