Veranstaltungsreihe von Juni bis November 2020 in Frankfurt (Oder) und Potsdam
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Frankfurt (Oder) 1945: Panorama mit Blick auf die gesprengte Brücke nach Osten, © Stadtarchiv Frankfurt (Oder) | Foto: Walter Fricke

Flyer zur VeranstaltungsreiheFlyerbild zur Veranstaltungsreihe. © Bundesarchiv

Der Zweite Weltkrieg gilt als eines der größten Traumata des 20. Jahrhunderts. Seine Folgen sind bis heute in vielen europäischen Ländern sichtbar und spürbar. Auf eine besondere Art und Weise prägen sie vor allem die deutsch-polnischen, aber auch die deutsch-polnisch-russischen Beziehungen. Für die Gesellschaften dieser drei Länder bedeutete der Holocaust die gravierendste Zäsur ihrer bisherigen Geschichte. Das Ende des nationalsozialistischen, rassenideologischen Vernichtungskrieges stellte sie vor eine bis dahin unbekannte soziale und ethische Desorientierung.

Die Veranstaltungsreihe will die verschiedenen nationalen Narrative und Perspektiven auf das Jahr 1945 am Beispiel von Frankfurt (Oder) thematisieren. Dabei werden vor allem der Charakter der Oderstadt als Drehscheibe der Migration in den ersten Nachkriegsjahren, aber auch die politische und gesellschaftliche Situation nach deren Teilung in Frankfurt und Słubice infolge des Potsdamer Abkommens eine zentrale Rolle spielen.

Mit fünf Veranstaltungen, in die teilweise Zeitzeugen eingebunden sind, laden wir Sie herzlich ein, mit uns ein Stück wechselvoller brandenburgischer, aber auch europäischer Geschichte kennenzulernen.

Termine

Montag, 28. Oktober 2020, 18:00 Uhr
Die Russen sind da! Frankfurt (Oder) in den ersten beiden Nachkriegsjahren
Vortrag von Dr. Jörg Morré, Deutsch-Russisches Museum, Berlin-Karlshorst, Moderation: Dr. Karl-Konrad Tschäpe, Museum Viadrina
Ort: Museum Viadrina, Frankfurt (Oder)

Freitag, 30. Oktober 2020, 18:00 Uhr
Europe on the Move. Frankfurt (Oder) 1945
Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Beata Halicka, Universität Posen/Poznań, Dr. Andreas Kossert, Historiker, Berlin, Dr. Karl-Konrad Tschäpe, Museum Viadrina, Moderation: Dr. Mateusz Hartwich, Kulturwissenschaftler, im Rahmen der Ausstellung »Potsdamer Konferenz 1945 - Die Neuordnung der Welt«
Ort: Schloss Cecilienhof, Potsdam

Mittwoch, 18. November 2020, 17 Uhr
Bürgermeisterinnen, Ärztinnen, Archivarinnen. Die Frauen in Frankfurt (Oder) 1945 und in den ersten Nachkriegsjahren
Podiumsdiskussion mit Ursula Basel, Tochter von Irmgard Paetsch, der ersten Bürgermeisterin von Frankfurt (Oder) nach dem Zweiten Weltkrieg, und Sahra Damus, Mitglied des Brandenburgischen Landtags (Bündnis 90/Die Grünen), ehemalige Projektkoordinatorin »FrauenOrte in Frankfurt (Oder) und Słubice«, Moderation: Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach, Institut für angewandte Geschichte
Im Anschluss Filmvorführung »Bürgermeister Anna« mit einer Einführung von Dr. habil. Ralf Forster und Jeanette Toussaint, Filmmuseum Potsdam
Ort: Museum Viadrina, Frankfurt (Oder)

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Bereits stattgefundene Veranstaltungen

Dienstag, 2. Juni 2020, 18:00 Uhr
Bahnhof Europas. Frankfurt (Oder) 1945
Vortrag von Prof. Dr. Werner Benecke. Anmoderation: Dr. Martin Schieck
Live als -Premiere

Montag, 28. September 2020, 18:00 Uhr
Von Sibirien nach Słubice
Vortrag von Prof. Dr. Beata Halicka, Universität Posen/Poznań mit anschließendem Gespräch mit Zeitzeugen vom Verband der Sibiriendeportierten (Związek Sybiraków), Moderation: Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach, Institut für angewandte Geschichte
Ort: Museum Viadrina, Frankfurt (Oder)

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Das Projekt »Bahnhof Europas. Frankfurt (Oder) 1945« ist ein Projekt des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Kooperation mit dem Institut für angewandte Geschichte - Gesellschaft und Wissenschaft im Dialog e.V. und dem Museum Viadrina in Frankfurt (Oder) im Rahmen des Themenjahres »Krieg und Frieden. 1945 und die Folgen in Brandenburg – Kulturland Brandenburg 2020«. Das Deutsche Kulturforum wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

Foto unten:
Flyertitelbild: Frankfurt/Oder: Rückkehr deutscher Kriegsgefangener
Foto: © Bundesarchiv, Bild 183V00602/Foto: Malischew | Juli 1946