Laudatio von Dr. Christoph Bergner, MdB, auf den evangelischen Theologen, Historiker und Politiker Paul Philippi aus Anlass der Verleihung des Georg Dehio-Kulturpreises 2017

Laudatio von Dr. Christoph Bergner, MdB, auf den evangelischen Theologen, Historiker und Politiker Paul Philippi aus Anlass der Verleihung des Georg Dehio-Kulturpreises 2017
Laudatio von Dr. Christoph Bergner, MdB, auf den evangelischen Theologen, Historiker und Politiker Paul Philippi anlässlich der Verleihung des Georg Dehio-Kulturpreises 2017 am 28. September 2017 im Otto-Braun-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin am Potsdamer Platz.
Dr. Christoph Bergner MdB

Sehr geehrte Jury-Mitglieder,
Meine Damen und Herren,

es ist für mich eine besondere Ehre, anlässlich der Verleihung des Dehio-Kulturpreises an Prof. Paul Philippi die Laudatio halten zu dürfen. Ich gestehe, ich habe mich außerordentlich gefreut, dass die Jury sich im Jahr 2017 für diesen Preisträger entschieden hat. Es ist ein Rumäniendeutscher, ein Siebenbürger Sachse, dem diese Ehre zu Teil wird. Die Jury-Entscheidung unterstreicht damit die besondere kulturhistorische Bedeutung dieses europäischen Raumes mit großer Vielfalt und langer deutscher Siedlungsgeschichte. Worauf ich als Politiker am Rande hinweisen darf, wir ehren heute einen Kulturpreisträger, dessen Werk sich besonders auch durch seine politischen Implikationen auszeichnet.

Es ist für mich aber nicht nur Ehre und Freude, sondern auch eine beachtliche Herausforderung, einen Mann angemessen zu würdigen, dessen Lebenswerk als Theologe, Historiker, Diakoniewissenschaftler und Politiker so umfänglich, vielfältig, tiefgründig und von so ausgeprägter Eigenständigkeit ist, dass vermutlich jeder Versuch einer zusammenfassenden Wertung unvollkommen bleiben muss.

Die Jury hebt die Verdienste bei der Wahrung des wissenschaftlichen und kulturellen Erbes der Siebenbürger Sachsen, seinen konsequenten Einsatz für Völkerverständigung im Donau-Karpaten-Raum und seine Leistungen als deutscher Minderheitenpolitiker hervor.

Ich selbst verdanke Paul Philippi wichtige und wertvolle Einsichten und Erkenntnisse. Er hat mir nicht nur während meiner achtjährigen Amtszeit als Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, sondern weit darüber hinaus entscheidende Orientierungen gegeben, um die Fragen der Minderheiten- und Vertriebenenpolitik in einem neuen, größeren, letztlich europapolitischen Kontext zu sehen. Bei ihm habe ich gelernt, kulturnationale Bindungen als eigenständige Größe neben staatlichen Loyalitäten zu verstehen.

Ich habe als praktizierender Politiker seine Werke zwar nicht systematisch oder gar vollständig studieren können, praktizierende Politiker finden in der Regel keine Zeit für umfassende systematische Studien. Sein Lebensweg, die Zeugnisse seines Wirkens aber auch die oft polarisierenden Wirkungen mancher seiner Aussagen und Positionen haben mein Interesse und meine Anteilnahme immer wieder geweckt und sollen jetzt Grundlage meiner Würdigung sein.

Um die hier zu ehrenden Verdienste Paul Philippis in ihrer Vielfalt hinreichend deutlich werden zu lassen, will ich es zunächst wagen, nach dem Grundmotiv zu fragen, das man vielleicht als gemeinsamen Nenner seines umfänglichen und bis ins fortgeschrittene Lebensalter engagierten Wirkens benennen könnte.
Gibt es eine solche »Philippische Grundintention« oder lässt sie sich wenigstens unterstellen und behaupten?

Ich wage folgende These: Paul Philippi hat offenbar immer eine besondere persönliche Verpflichtung darin gesehen, ein Siebenbürger Sachse zu sein. Er hat die eigene Herkunft als besonderen Auftrag verstanden und eine lebensprägende Mission daraus werden lassen.

Stolz auf die eigene Herkunft bekennen viele. Die Siebenbürger Sachsen haben, mit Blick auf ihre jahrhundertelange Geschichte als eine der frühesten europäischen Freiheitskulturen, viel gut begründbaren Anlass, auf ihre eigene Herkunft stolz zu sein.

Paul Philippis Schaffensmotivation geht aber über einen solchen Herkunftsstolz weit hinaus. Er hat seinen Auftrag – so verstehe ich seine Schriften und sein Wirken – nicht darauf beschränkt gesehen, das reiche siebenbürgisch-sächsische Erbe museal zu schützen und zu bewahren. Es ging ihm stets auch darum, dieses Erbe im Sturm der Herausforderungen, die die rumäniendeutschen Gemeinschaften seit dem Zweiten Weltkrieg zu ertragen und zu bestehen hatten, immer wieder zu einem kulturellen Kraftquell werden zu lassen, der Überleben sichern hilft.

Mehr noch, Paul Philippi hat im Ergebnis seiner Studien die historischen Erfahrungen und kulturellen Prägungen der Deutschen Rumäniens zukunftsweisend und exemplarisch zu deuten gewusst:

»Die ethnischen Gemeinschaften, die im modernen Rumänien ›nationale Minderheiten‹‚ wurden, sind für das Land eine politische Chance, seine sprachliche und kulturelle Vielfalt im europäischen Rahmen zum Modell werden zu lassen. […] Das gilt ganz ausdrücklich auch für die historischen deutschen Gemeinschaften, die in Rumänien beheimatet sind« 1

Über die Zukunft des zusammenwachsenden Europa wird erstaunlich wenig unter kulturellen Gesichtspunkten nachgedacht und meist geschieht dies bedauerlich oberflächlich. Dass Wirtschaft und Währung allein keinen hinreichenden Zusammenhalt der europäischen Nationalstaaten begründen, scheint inzwischen jedoch deutlich geworden zu sein. Paul Philippi lenkt unseren Blick auf die Vielfalt europäischer Siedlungsgeschichte und lässt uns dort nach Ressourcen für eine gemeinschaftliche europäische Zukunft suchen. Jedenfalls standen die Siedlungsstrukturen im mittelost- und südosteuropäischen Raum früh schon in erkennbarer Spannung und im deutlichen Widerspruch zur Idee ethnisch homogener Nationalstaaten, die die Entwicklung des vergangenen Jahrhunderts dominierte.

Kann vor diesem Hintergrund das »plurikulturelle« Siebenbürgen, bzw. Rumänien, zum Modellfall werden und helfen, Leitbilder für das zusammenwachsende Europa zu finden?

Wer sich außerhalb des tagespolitischen Getöses der Frage stellt, in welchen Bahnen die zukünftigen sprachlichen und kulturellen Identifikationen in einem Europa verlaufen werden, in dem die Nationalstaaten ihre politische Souveränität mehr und mehr gemeinschaftlich wahrnehmen wollen und wie unter dem Dach einer solchen gemeinsamen europäischen Staatlichkeit verschiedene kulturnationale Prägungen politisch beheimatet werden sollen, der wird anerkennen müssen, dass die Auseinandersetzung mit rumänischer, mit siebenbürgischer Kulturgeschichte diesbezüglich kein exotisches Randthema darstellt, sondern sich durchaus den Zukunftsfragen Europas widmet.

Paul Philippi hat sich diesem Thema intensiv zugewandt. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an ein faszinierendes Gesprächsthema, über das wir uns austauschten: The dark side of democracy. Nach dem Titel eines Buches des britischen Soziologen Michael Mann. Die dunkle Seite der Demokratie, die darin zu bestehen scheint, dass mit dem Entstehen der Volkssouveränität auch das Bedürfnis nach ethnisch homogenen Gesellschaften um sich greift und sich bis zum Chauvinismus auswachsen kann. In dem Maße, in dem das Volk als Demos zum Träger staatlicher Souveränität wurde und untereinander in den Diskurs über richtig und falsch eintrat, suchte es seinen Grundkonsens bevorzugt im Bekenntnis zur eigenen Abstammungs-, Sprach- oder Kulturgemeinschaft, im gemeinsamen Ethnos. Deutschland hat mit dem Nationalsozialismus die furchtbarste Pervertierung dieses Leitbildes hervorgebracht und damit den Holocaust und einen rassistisch motivierten Krieg begründet.

Dass das Ringen um homogene Staatswesen in Europa aber noch immer nicht überwunden ist, zeigt gerade der aktuelle Konflikt um das für den 1. Oktober geplante Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien.

Kann uns die Geschichte Siebenbürgens, die Geschichte Rumäniens ein heilsames Gegenmodell bieten?

Unter den Arbeiten Paul Philippis möchte ich in diesem Zusammenhang besonders seine Auseinandersetzung mit dem Leben und Wirken des sächsischen Politikers Hans Otto Roth hervorheben, der nach dem Ende des Ersten Weltkrieges um eine angemessene staatliche Zuordnung seiner Siebenbürger Sachsen kämpfte und im Jahre 1931 unter dem Eindruck der konfliktträchtigen Nationenbildung im Europa zwischen den Weltkriegen erkannte:

»Die miteinander schicksalsverbundenen Völker werden nie restlos in reinen Nationalstaaten aufgehen […]. So muss ein neuer europäischer Geist geschaffen und eine neue, würdigere Form des Zusammenlebens aller Völker dieses alten Kontinents gefunden werden.« 2

Die Darstellung, die Paul Philippi dem Leben Hans Otto Roths widmet, macht uns einerseits die verhängnisvolle Dramatik der europäischen Zwischenkriegszeit deutlich, sie lässt aber auch die Bedeutung der siebenbürgisch-sächsischen Kulturerfahrung hervortreten, deren Prioritäten wahrscheinlich nicht in das Verhängnis geführt hätten, das unser Kontinent erleben musste. So habe ich den Vortrag Philippis zu den Schäßburger Kulturtagen 2010 »Hans Otto Roth als Politiker der Zwischenkriegszeit« wie ein europäisches Drama gelesen. Es erreicht seinen tragischen Höhepunkt als Roth im Juni 1933 Audienz bei Hitler erhält und vergeblich versucht, ihn von seiner Politik in der »Judenfrage« abzubringen, indem er unter anderem auf die fatalen Folgen verweist, die ein solcher Ansatz für die deutschen Minderheiten haben müsse, die Bürger nichtdeutscher Nationalstaaten waren. Roth wird von Hitler brüskiert und abgewiesen. Was wäre Europa erspart geblieben, wenn er Einsicht gefunden hätte!

Wenn wir die Verdienste Paul Philippis um den Erhalt des siebenbürgisch-sächsischen bzw. rumäniendeutschen Erbes auflisten, von der Gründung des Arbeitskreises junger Siebenbürger Sachsen 1952, dem späteren Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde, über seine Arbeit als Wissenschaftler und Hochschullehrer an Universitäten in Deutschland und Rumänien bis zum Vorsitz und späteren Ehrenvorsitz des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, das als politische Vertretung der deutschen Gemeinschaften nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Herrschaftssystems gegründet wurde, so war sein Wirken, trotz immer erkennbarer Liebe zur Geschichte der eigenen sächsischen Kulturgemeinschaft, nie nostalgisch motiviert, sondern orientierte sich stets an gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen.

Begünstigt wurde diese Haltung auch durch die besonderen Umstände seines eigenen Lebensweges. Paul Philippi, geboren 1923 in Kronstadt erlebte und erlitt die Rekrutierung der »volksdeutschen« jungen Männer durch Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg, kam nachfolgend als Kriegsgefangener nach Deutschland und absolvierte seine akademische Ausbildung in der Schweiz und der deutschen Bundesrepublik. So hat er sein Verhältnis zur heimatlichen Kultur und Geschichte stets aus weltläufiger Perspektive gesehen und begründet.

Gerade aus der Weltläufigkeit seiner Sichtweisen heraus, verteidigte er leidenschaftlich die Eigenständigkeit der Kultur der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft im Rahmen deutschsprachiger Gemeinschaften Europas. Es ging ihm vor allem darum, der These energisch zu widersprechen, das Deutschtum der Rumäniendeutschen sei nur durch Übersiedlung ins westliche Deutschland zu bewahren. Hier, wie auch bei späteren Anlässen, kämpfte er um die notwendige Differenzierung zwischen dem deutschen kulturnationalen Selbstverständnis und rumänischer Staatszugehörigkeit. Es war ihm ein wichtiges Anliegen, dass es für seine Sachsen kein kulturelles »Heim ins Reich« geben müsse, sondern dass die Authentizität der eigenen Überlieferung gerade in der angestammten Heimat nachhaltig bewahrt werden kann.

Bereits zu Anfang der 1960er Jahre bezog er Stellung gegen die in der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen erwachten Idee einer Ausweitung der bisherigen Familienzusammenführung zu einer breiten, von der deutschen Regierung unterstützten Aussiedlung Rumäniendeutscher in die Bundesrepublik Deutschland. Dabei wollte er sich als damals noch »im Westen lebender Sachse« ausdrücklich nicht das Recht nehmen, den »Gesinnungsapostel seiner daheim lebenden Landsleute zu spielen.« 3

Sein Unbehagen angesichts wachsender Aussiedlungsabsichten nach Deutschland war also mehr Ausdruck der Sorge um die Authentizität des Sächsischen als irgendeine Bevormundungsabsicht gegenüber den eigenen Landsleuten. Im Einsatz für die Unverfälschtheit siebenbürgisch-sächsischer Identität liegt vermutlich auch der Schlüssel zum Verständnis für seine Heimkehr nach Siebenbürgen.

Nach erfolgreichen Jahren als Ordinarius der Universität Heidelberg kehrte Paul Philippi 1983 an die Siebenbürgischen Universitäten Herrmannstadt und Klausenburg zurück. Was immer sich über Voraussetzungen und Umstände sagen lässt, die Übersiedlung aus westdeutscher Geborgenheit und Wohlstand in das Rumänien der dunkelsten Ceaușescu-Ära war eine nicht selbstverständliche Entscheidung, die viel über die Aufrichtigkeit der Motive Philippis, aber wohl auch über die Opferbereitschaft seiner Frau zu erkennen gibt.

Der Entschluss zur Rückkehr in die Siebenbürgische Heimat war jedenfalls eine Entscheidung gegen den Trend, einem Trend, der gerade in dieser Zeit von Auswanderungsbewegungen Rumäniendeutscher im Rahmen der Freikaufaktionen der westdeutschen Regierung bestimmt war, in Summe etwa 250.000 Menschen.

Paul Philippi begründete seine Rückkehr in einem Interview mit dem Dienst an der Heimatkirche und er hat als akademischer Lehrer und Pfarrer der evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien und damit seiner sächsischen Gemeinschaft außerordentliche Dienste erwiesen.

Paul Philippis Engagement für das Rumäniendeutsche Volkstum mit seiner klaren Orientierung auf Bindung zur angestammten Heimat brachte ihn mit seinen Positionen unvermeidlich in das konfliktreiche Spannungsfeld, das die meisten deutschen Familien damals erfasste und das ich selbst bei engen siebenbürgischen Freunden erleben musste, – Bleiben oder Gehen? Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umstände machten es immer schwerer, für »Bleiben« zu argumentieren. Die durch nationalsozialistische Vereinnahmungen, Krieg, Enteignung, Deportationen und politische Repression leidgeprüften Rumäniendeutschen waren unter Ceaușescu immer prekärer werdenden Verhältnissen ausgesetzt. Die Bundesrepublik Deutschland schuldete Ihnen Solidarität im Rahmen der Politik der Kriegsfolgenbewältigung und fand keinen glaubwürdigeren Weg, diese Solidarität geltend zu machen als das Tor nach Deutschland zu öffnen und offen zu halten.

Insofern scheint es erklärlich, dass, nachdem im Dezember 1989 die Ketten des kommunistischen Regimes abfielen und Europa nicht länger von einem »Eisernen Vorhang« geteilt wurde, die neu gewonnene Freiheit von den meisten nicht als Freiheit zur Gestaltung des eigenen Gemeinwesens in Rumänien, sondern als Freiheit zur Aussiedlung nach Deutschland verstanden wurde.

Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass dieser kurzfristige Exodus tausender Landsleute für Paul Philippi eine Enttäuschung war. Gerade weil ihm die Zukunftsbedeutung der kulturellen Erfahrungen und Prägungen der Rumäniendeutschen Gemeinschaften so bewusst waren, erlebte er den Weggang der Landsleute besonders schmerzlich und hatte auch, trotz seiner zahlreichen Bemühungen, kaum eine Chance, bei den politischen Repräsentanten Deutschlands hinreichend Verständnis für seine Haltung zu finden.

Aus dieser Zeit, in der die Zukunft des rumäniendeutschen Erbes auf das Höchste gefährdet schien, stammt ein Text Philippis, der mich tief berührt hat. Er beschäftigt sich mit einem Satz Elie Wiesels aus Die Weisheit des Talmud. Der Satz lautet:

»Da es zu spät war, Jerusalem zu retten, musste man das Heimweh nach Jerusalem retten.«

Vor dem Hintergrund einer sich vollziehenden Zeitenwende entwickelt Paul Philippi in Reflektion dieses Textes Verdeutlichungen, die für mich zu einem besonderen Zeugnis für Heimatbindung geworden sind. Die nach unserem Umgang mit dem Ewigen im Zeitlichen, nach dem Umgang mit dem Bleibenden im Vergehenden fragen. Ich zitiere daraus hier nur einen Satz:

»Bei aller Unterschiedenheit vom biblischen oder gar von himmlischen Jerusalem zu unserem heimatlichen ›Jerusalem‹ – bei aller Verschiedenheit bleibt es richtig und wichtig, die im Heimweh ringenden Sehnsüchte nach dem Ewigen, nach Bleibendem, wach zu halten und behutsam zu begleiten, damit sie weder zu schierer Sentimentalität verkommen noch sich im leeren Pathos aufblähen.«

Im Dezember 1989 wurde das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien unter Mitwirkung und Leitung von Paul Philippi gegründet. Es geschah unabhängig von allen resignativen Tendenzen dem Bleibenden verpflichtet, das im Erbe der Siebenbürger Sachsen und im Erbe der anderen rumäniendeutschen Gemeinschaften zu finden ist.

Bei allem, was sich über die Entwicklung der zurückliegenden 27 Jahre sagen lässt – dieses Bemühen ist nicht vergeblich gewesen!

Ein Sachse wurde 2014 zum Staatspräsidenten gewählt, die Deutschen sind in Rumänien hoch geachtet, der letzte Sachsentag war ein Großereignis in Hermannstadt.

Paul Philippi hat mit streitbarem Einsatz wesentlich zu diesen Entwicklungen beigetragen. Seine Überzeugungen mögen gelegentlich Stoff für Kontroversen geliefert haben. Aber sein Wissen um die Bedeutung der kulturellen Kraft, die im Erbe siebenbürgisch-sächsischer und anderer rumäniendeutscher Gemeinschaften liegt, hat sich als vielfach wegweisend erwiesen.

Ich schließe nochmals mit einem Zitat aus dem eindrucksvollen Text über das Wort Elie Wiesels: »Jerusalem« darf nicht zu früh zugunsten des »Heimwehs nach Jerusalem« preisgegeben werden.

Ich gratuliere dem Preisträger von ganzem Herzen!

1 Die Deutsche Minderheit in Rumänien – Geschichte und Gegenwart im vereinten Europa, S. 153, Honterus 2014 [zurück]

2 Zitiert in P. Philippi: »Der letzte Versuch eigenständiger sächsischer Politik?« In Philippi Kirche und Politik Bd. I [zurück]

3 In Philippi Kirche und Politik Bd. I, S.90, Hora Verlag Hermannstadt 2006 [zurück]

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