23.08.2010

Metamorphosen einer Stadt von 1945 bis 2005

Metamorphosen einer Stadt von 1945 bis 2005
Musekamp, Jan: zwischen stettin und szczecin. metamorphosen einer stadt von 1945 bis 2005, herausgegeben vom Deutschen Polen Institut, Darmstadt, gebunden, 423 S, 24 x 17 cm, Hardcover, 28,00 Eur [D] | 28,80 Eur [A] | 48,90 CHF, ISBN: 978-3-447-06273-2

1945 wurde aus dem deutschen Stettin das polnische Szczecin. Die neue Verwaltung übernahm nach Monaten der Unsicherheit über die staatliche Zugehörigkeit eine stark zerstörte Hafenstadt mit einem Bruchteil ihrer ursprünglich 400.000 deutschen Einwohner. Die Studie untersucht die Folgen, die dieser historische Bruch für die Stadt und ihre Bevölkerung bedeutet hat. Ausgangspunkte sind die fast vollständige Vertreibung der verbliebenen Deutschen, die langwierige Neubesiedlung mit polnischer Bevölkerung aus den unterschiedlichsten Regionen sowie der Wiederaufbau. Dabei werden die Strategien der Stettiner in den Blick genommen, sich die Stadt zu eigen zu machen: Welche Mythen wurden geschaffen, um den Zugezogenen das Gefühl zu vermitteln, in einer urpolnischen Stadt zu leben? Wie gestaltete sich die Umkodierung des Stadtraumes im Bereich der Denkmallandschaft, der Straßenbezeichnungen und des angetroffenen materiellen Kulturerbes? Wann endlich konnte die Bevölkerung angesichts der nahen und immer wieder in Frage gestellten Grenze heimisch werden und wie gestalteten sich die Wechselbeziehungen der polnischen zu den früheren deutschen Bewohnern der Stadt? Thematisiert wird aber auch die Suche der Stettiner nach einer neuen Identität in den 1990er Jahren, als man, vom ideologischen Ballast der vorangegangenen Jahrzehnte befreit, daran gehen konnte, selbstbewusst an die eigenen Erfolge der Nachkriegszeit anzuknüpfen und das kulturelle Erbe der deutschen Zeit auch als das eigene zu begreifen. Die Arbeit wurde von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius unterstützt und 2008 mit einem Förderpreis des Botschafters der Republik Polen für herausragende Dissertationen ausgezeichnet.

Jan Musekamp studierte Kulturwissenschaften und Geschichte in Frankfurt (Oder), Thorn und Brünn. Im Auswärtigen Amt war er für die deutschen EU- und G8-Präsidentschaften tätig. Seit 2007 lehrt er osteuropäische Geschichte an der Europa-Universität Viadrina. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Zwangsmigrationen, kulturelle Aneignung, Grenzregionen sowie die preußische Verkehrsgeschichte im internationalen Kontext. Darüber hinaus ist er ehrenamtlicher Mitarbeiter am Institut für angewandte Geschichte Frankfurt (Oder).

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