20.03.2019

Die Tschechen entdecken ihr multikulturelles Erbe, das sie einst selbst ausgemerzt haben. Das spiegelt sich im jüngsten Literaturschaffen.

Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2019
Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2019
6258, 4190
Die Tschechen entdecken ihr multikulturelles Erbe, das sie einst selbst ausgemerzt haben. Das spiegelt sich im jüngsten Literaturschaffen.
Wenn Tschechien heuer als Gastland an der Leipziger Buchmesse auftritt, markiert dies den Höhepunkt einer inneren Befreiung zu europäischer Aufgeklärtheit. Das gilt insbesondere für den Umgang mit dem dunkelsten Flecken der Vergangenheit: der gewaltsamen Vertreibung der böhmischen und mährischen »Deutschen« nach 1945.

Von Andreas Breitenstein

[…] Mit der von der deutschen Romantik induzierten Entwicklung des tschechischen Nationalismus einher ging ein bedeutender kultureller Aufschwung, es entstanden das Nationalmuseum und das Nationaltheater. Um 1860 verlor die deutschsprachige Bevölkerung die demografische Mehrheit, die sie seit dem Mittelalter innegehabt hatte. Umgekehrt sah sich das durch die Industrialisierung wohlhabend und selbstbewusst gewordene tschechische Bürgertum weiterhin von der kaiserlichen Zentrale in Wien gegängelt und entmündigt. Dabei waren Böhmen und Mähren nicht weniger als das wirtschaftliche Kraftzentrum der Habsburgermonarchie. […]

Verlust und Wiedergewinnung der Mitte
Der gesamte Artikel in der Online-Ausgabe der NZZ

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