30.09.2015

Stefan Chwin: Ein deutsches Tagebuch

Von Artur Becker
Von Artur Becker
Stefan Chwin: Ein deutsches Tagebuch
Eine ausgezeichnete Porträtsammlung, eine treffliche Demontage gängiger historischer Perspektiven: »Ein deutsches Tagebuch« des Danzigers Stefan Chwin schaut ungemein desillusionierend auf die deutsch-polnische Geschichte.

Frankfurter Rundschau, 30.09.2015

[…] Doch all die Überlegungen zu den unterschiedlichen historischen Perspektiven bilden auch den Hintergrund für die aus heutiger Sicht interessanteste Auseinandersetzung bei Chwin: Der Danziger beschäftigt sich kritisch mit der Austauschbarkeit und Amerikanisierung der Identitäten im modernen Europa, und in den Kreisen der westlichen Linken würde man ihn sicherlich als einen Konservativen bezeichnen, der sich obendrein mit ontologisch-theologischen Fragen des europäischen Christentums beschäftige; man würde für ihn Verständnis zeigen, sei er doch ein klassischer Repräsentant des osteuropäischen Intellektuellen, der im kommunistischen Regime seine Sozialisation erlebt habe. Aber genau solch eine Schubladisierung wäre falsch, denn Chwin analysiert bloß die heutige Krise der Werte bzw. die Apostasie – den Abfall vom Glauben – in den westlichen Gesellschaften, zumal Deutschland als ein oft sehr progressiver Geist einen wesentlichen Beitrag zur Säkularisierung geleistet hat. […]

Aufklärung ohne Betäubung
Der gesamte Artikel in der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau

Folgende Veranstaltungen könnten Sie auch interessieren:

Folgende Ausstellungen könnten Sie auch interessieren:

Folgende Publikationen könnten Sie auch interessieren:

      • Seitenanfang