24.03.2011

Das Deutsch-tschechische Jugendforum präsentierte ein vielfältiges literarisch-musikalisches Programm

Tanja Krombach
Tanja Krombach
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Das Deutsch-tschechische Jugendforum präsentierte ein vielfältiges literarisch-musikalisches Programm
begegnung mit max brod – eine Szenische Lesung mit Kristýna Kopřivová und Jaroslav Brych
Johannes Sebastian Bach: schafe können sicher weiden, gespielt von Elisabeth Steinlein (Klavier), Nele Schulz (Gesang), Tereza Procházková (Querflöte) und Helena Budská (Violine)

ankündigung

Nachdem die AG Kultur des Deutsch-tschechischen Jugendforums im November letzten Jahres ihr Programm im nordböhmischen Leitmeritz/Litoměřice einem tschechischen Publikum dargeboten hatte ►►, beschloss sie ihr Projekt nun mit dem musikalisch-literarischen Abend in einem märkischen Adelssitz in der Nähe der polnischen Grenze. Seit 1992 befindet sich hier ein Bildungs- und Begegnungszentrum ►►, in dem vor allem deutsch-polnische Jugendarbeitstreffen, aber auch regelmäßige Veranstaltungen wie die Schlossgespräche mit Lesungen, Gesprächen und Musik stattfinden.

Nach Grußworten der Schirmherrin der Veranstaltung, Tanja Krombach vom Deutschen Kulturforum östliches Europa, und Gordon Hoffmann, bildungs- und jugendpolitischer Sprecher der Brandenburger CDU-Landtagsfraktion, stellten die deutschen und tschechischen jungen Leute zwischen 18 und 25 Jahren literarische und musikalische Werke deutscher und tschechischer Autoren und Komponisten vor.

Gastauftritte hatten zwei hochbegabte junge Pianisten der Kreismusikschulen Märkisch-Oderland und Oder-Spree. Besonders begeisterte Maximilian Bollows virtuose Darbietung des aufwühlenden Klavierstücks die verzweiflung des tschechischen Komponisten Bedřich Smetana, der bis ins Erwachsenenalter nur deutsch sprach.

Die Mehr- und Zwischensprachigkeit, das Ineinandergreifen der tschechischen, deutschen und jüdischen Kultur war das eigentümlich Böhmische, das die jungen Tschechen und Deutschen den Brandenburgern an diesem Abend nahebringen wollten. Der Titel des Textes alles ist anders … von Helena Tomanová-Weisová, die aus einer deutsch-französischen Prager Familie stammte, bezieht sich bei ihr auf die heute untergegangene kulturelle Atmosphäre ihrer Heimatstadt. Für die Veranstaltung übernommen, sollte er aber auch die Andersartigkeit Böhmens und Mährens zeigen, die schon in dem auszugsweise aufgeführten Biedermeierstück tscheche und deutscher von Jan Nepomuk Štěpánek mit seiner Sprachverwirrung deutlich wurde.

Die aus Hannover stammende Sängerin Nele Schulz beeindruckte mit ihrem klaren Vortrag unter anderem von Liedern des aus Böhmen stammenden Meisters Gustav Mahler und des in Theresienstadt umgekommenen österreichisch-tschechisch-jüdischen Komponisten Viktor Ullmann. Auch die anderen Musikerinnen der AG Kultur am Klavier, der Flöte und der Geige sorgten wieder für einen Kunstgenuss, der durch die charmante Moderation Tereza Procházkovás historisch-landeskundliche Tiefe erhielt.

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