16.01.2019 , 02:40
3sat

Europas Urwälder (II)

Białowieza – Heimat der Wisente

Es gibt sie noch, die letzten grünen Paradiese Europas – ursprüngliche Wälder, in die der Mensch noch nicht vorgedrungen ist. Die fünfteilige Reihe nimmt die Zuschauer mit auf eine Entdeckungsreise zu den Geheimnissen von Europas Urwäldern mit ihrer einzigartigen Flora und Fauna, ihren Mythen und ihrer märchenhaften Schönheit.

Der dritte Teil der Reihe berichtet vom letzten Tiefland-Urwald Europas. Er befindet sich im Nationalpark Białowieża, südöstlich der Masuren, an der polnischen Grenze zu Weißrussland. Der 1.500 Quadratkilometer große Wald ist auch Heimat des Wisents, einer urzeitlichen Rinderart. Mehrere Hundert der fast ausgestorbenen »Könige des Urwalds« leben hier in freier Wildbahn.

Unberührt und geheimnisvoll erstreckt sich im Nordosten Polens der Urwald von Białowieża. Das ausgedehnte Waldgebiet mit seinen jahrhundertealten Baumriesen lässt erahnen, wie Europa vor Tausenden Jahren ausgesehen hat, als der Großteil des Kontinents von ausgedehnten Mischwäldern bedeckt war.

Der letzte Tiefland-Urwald Europas ist auch die Heimat des größten europäischen Landsäugetiers, des Wisents. In den 20er Jahren waren die »Könige des Urwalds« bis auf wenige Exemplare, die sich in verschiedenen europäischen Zoos befanden, fast ausgestorben. Doch seit der gezielten Auswilderung in den 50er Jahren ist die Wisentpopulation in Białowieża wieder auf stattliche 450 Tiere angewachsen. Mit viel Glück kann man die mächtigen Tiere in der Morgendämmerung auf Lichtungen beobachten, wenn sie sich zum Grasen aus dem Schutz des Waldes wagen.

Im Nationalpark Białowieża befindet sich auch eine Wisentzuchtstation. Hier kümmert sich Jerzy Dackiewicz um die Aufzucht der mächtigen Tiere. Die junge Försterin Barbara Banka führt die Zuschauer in Naturschutzgebiete, die noch nie von Menschenhand berührt worden sind.

Mehrteilige Reportagereihe, Teil 2 von Gernot Stadler, 2010, ca. 45 Min.

Europas Urwälder (II): Białowieża – Heimat der Wisente
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