Anlässlich der Verleihung des Georg Dehio-Kulturpreises 2011

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Anlässlich der Verleihung des Georg Dehio-Kulturpreises 2011
Grußwort von Helge Fleischer, Unterstaatssekretär im Department für Interethnische Beziehungen der rumänischen Regierung gehalten am 22. September 2011 in der Deutschen Bank, Unter den Linden, Berlin
Dr. Laura Popescu, Leiterin der politischen Abteilung der Botschaft von Rumänien, verlas stellvertretend das Grußwort von Helge Fleischer

Gehalten am 22. September 2011 in der Deutschen Bank, Unter den Linden, Berlin.

Stellvertretend für den erkrankten Helge Fleischer verlas Frau Dr. Laura Popescu, Leiterin der politischen Abteilung der Botschaft von Rumänien, dessen Grußwort.

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Johannis,

Hochwürdiger Herr emeritierter Bischof D. Dr. Klein,

als ich vor einiger Zeit einen Brief vom Deutschen Kulturforum östliches Europa erhielt mit der Anfrage, einen Vorschlag für den Georg Dehio-Kulturpreis zu formulieren, ein Preis, der Persönlichkeiten und Initiativen auszeichnet, die sich in vorbildlicher Weise mit den Traditionen und Interferenzen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa auseinandersetzen, musste ich nicht lang überlegen, wer dafür aus unserer Gemeinschaft in Frage kommt. Kenner der deutschen Kultur und Geschichte im Mittel- und Süd-Osteuropäischen Raum dürfte es nicht überraschen, dass es sich um einen Vertreter der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien handelt. Die enge Beziehung zwischen Konfession und ethnischer Identität ist bei den Siebenbürger Sachsen wohlbekannt.

Zu meinen wichtigsten gemeinschaftsbezogenen Kindheitserinnerungen gehört das Miterleben des Festzugs zur Einsetzung von Dr. Klein als Bischof im Juni 1990: er führte über den Großen Ring und den Kleinen Ring auf den Huetplatz in die Stadtpfarrkirche von Hermannstadt. Dieses Bild war sicherlich Teil der Tradition, der Vergangenheit, es hatte aber auch etwas Zukunftweisendes. In einer Zeit der Unsicherheit, in der alles in Bewegung und Umwandlung schien, hat Bischof Klein mit einer großer Ruhe und sicherer Hand die Schritte unternommen, die für eine Stabilisierung und die Anpassung an die neuen Rahmenbedingungen notwendig waren, und vor allem Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft ausgestrahlt.

Die Sicherung von Kulturgütern, die Bewahrung von Kirchenburgen, die Übernahme der Verantwortung für rückerstattete Gemeinschaftsgüter – wie zum Beispiel für das Brukenthalmuseum in Gemeinschaftsverwaltung mit dem rumänischen Staat – die Neuorganisierung der Kirche angesichts der Diasporasituation, die Schaffung von neuen Institutionen wie das Begegnungs- und Kulturzentrum »Friedrich Teutsch« oder die Leitstelle Kirchenburgen, des Alten-und Pflegeheims »Dr. Carl Wolff«, das Engagement in der Ökumene oder die Gastgeberschaft für die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung 2007 in Hermannstadt – es waren nur einige der Aufgaben, die Bischof Klein angenommen und während seiner Amtszeit erfüllt hat. Den praktischen Maßnahmen stellte er eine Vielzahl an theorethischen Abhandlungen und Schriften zur Seite, die das klare Konzept, das hinter dem Handeln stand, offenlegte. Damit hat er das soziale und kulturelle Leben der rumäniendeutschen Gemeinschaft entscheidend mitgeprägt.

Ich persönlich bin dankbar für und glücklich über jedes Gespräch mit Bischof Klein. Aus jeder neuen Begegung lerne ich aus seinem reichen Wissens- und Erfahrungsschatz, aus seinem Gemeinschaftsdenken und seiner uneingeschrenkten Menschenliebe.

Als Unterstaatsekretär für interethnische Beziehungen der Regierung von Rumänien möchte ich Ihnen, meine Damen und Herren Juroren des Deutschen Kulturforums östliches Europa, für die getroffene Entscheidung danken. Mit dem emeritierten Bischof Klein ehrt das Deutsche Kulturforum eine Persönlichkeit, die in der Erforschung, Bewahrung und Präsentation von Zeugnissen des gemeinsamen kulturellen Erbes der Deutschen in Rumänien eine bedeutende Leistung erbracht hat. Gewürdigt werden muss das herausragende Engagement für gegenseitiges Verständnis und den interkulturellen Dialog zwischen den Kulturgemeinschaften Rumäniens.

Erlauben Sie mir,auch aus Rumänien, aus dem Orgelland Siebenbürgen, Herren Jan Janca als Georg Dehio- Ehrenpreisträger für seine Erforschung der Orgellandschaft des ehemaligen Ost- und Westpreußen und sein Engagement für den Erhalt der historischen Orgeln, zu beglückwünschen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

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