am 23. September 2010 im Haus der Kulturen der Welt Berlin / im Rahmen des internationalen literaturfestivals berlin 2010

Dr. Klaus Harer (Text) und Anke Illing (Fotos)
Dr. Klaus Harer (Text) und Anke Illing (Fotos)
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am 23. September 2010 im Haus der Kulturen der Welt Berlin / im Rahmen des internationalen literaturfestivals berlin 2010
am 23. September 2010 im Haus der Kulturen der Welt Berlin / im Rahmen des internationalen literaturfestivals berlin 2010
(v. l.) Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel (Abteilungsleiterin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien), Martin Pollack, Joanna Manc, Włodzimierz Nowak und Dr. Doris Lemmermeier (Direktorin des Deutschen Kulturforums östliches Europa)
Dr. Doris Lemmermeier
Prof. Dr. Joachim Sartorius
(v. l. n . r.) Überreichte die Preise an Martin Pollack, Joanna Manc und Włodzimierz Nowak: Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel
Der Berliner polnische Pianist Tomasz Kowalczyk sorgte für die musikalische Umrahmung des Festaktes.
Gut 150 Gäste waren der Einladung des Deutschen Kulturforums in das Haus der Kulturen der Welt gefolgt.
Helga Hirsch im Gespräch mit dem Jurymitglied Manfred Sapper
Der Regionalforscher Zbigniew Czarnuch aus Witnica/Vietz in der Neumark, Preisträger des Georg-Dehio-Kulturpreises 2009
Katharina Raabe im Gespräch mit Joanna Manc
Basil Kerski und Doris Lemmermeier
v.l.n.r.: Juri Andruchowitsch, Volker Koepp, Gerd Koenen
Winfried Smaczny, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Kulturforums östliches Europa
v.l.n.r.: Helga Hirsch, Ingeborg Berggreen-Merkel, Doris Lemmermeier

Bericht und Impressionen

Die siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz von Nina Ruth Sottrell sprach den Hauptpreis dem österreichischen Schriftsteller Martin Pollack für sein Gesamtwerk zu. In der Begründung der Jury heißt es:

»Martin Pollack hat mit seinem vielfältigen literarischen und journalistischen Schaffen die Erinnerungsorte im Osten Europas wieder zugänglich gemacht, die jahrzehntelang verdrängt und vom Eisernen Vorhang versperrt waren. [...] Als Herausgeber, Übersetzer und Vermittler hat uns Martin Pollack mit den Werken mehrerer Generationen von Autoren aus Polen und der Ukraine, aber auch aus Litauen und Belarus bekannt gemacht. Die jüngeren gehören heute zu den wichtigsten Stimmen ihrer Länder. Martin Pollacks Wirken verdanken wir eine Erweiterung unseres kulturellen Horizonts. Sein Werk ist ein bedeutender Beitrag zur Osterweiterung des europäischen Denkens.«

Der Ehrenpreis ging an Włodzimierz Nowak und die Übersetzerin Joanna Manc für das Buch Die Nacht von Wildenhagen. Zwölf deutsch-polnische Schicksale. Aus der Begründung der Jury:

»In der großen Tradition der polnischen Reportage stehend, sammelt Włodzimierz Nowak Geschichten im Grenzland: deutsch-polnische Schicksale kleiner Leute, die unter das Rad der großen Geschichte geraten sind. Den Bogen über die letzten 60 Jahre spannend, verfolgt Włodzimierz Nowak die Lebenswege seiner Protagonisten: Partisanenkämpfer, zwangsadoptierte Kriegskinder, mittellos Gestrandete, Glückssucher und andere Schengengrenzgänger, Studenten an der Viadrina und Opelmitarbeiter in Bochum und Gleiwitz/Gliwice. Minutiös recherchiert und im Ton sachlich-lakonisch und wertungsfrei, bringt er den Lesern mit großem erzählerischem Talent die Geschichten nahe, ohne dabei den Menschen zu nahe zu treten. [...] Gewürdigt wird mit dem Ehrenpreis zugleich die übersetzerische Leistung von Joanna Manc, die die Reportagen glänzend und kongenial ins Deutsche gebracht hat, um sie so auch dem deutschsprachigen Publikum zu erschließen.«

In ihrer Begrüßungsrede stellte Doris Lemmermeier die diesjährige Preisverleihung in den Rahmen des Jubiläumsprogramms, mit dem das Kulturforum sein zehnjähriges Bestehen begeht. Unter dem Motto »Erinnern und Entdecken« stehen zehn Veranstaltungen zu zehn Jahrestagen und Jubiläen aus dem Arbeitsfeld des Kulturforums. Der 160. Geburtstag des Kunsthistorikers Georg Dehio ist eines dieser Jubiläen.

Joachim Sartorius, Intendant der Berliner Festspiele, begrüßte die rund 150 Gäste im Namen der Veranstalter des interantionalen literaturfestivals berlin.

Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel, Abteilungsleiterin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, überreichte die Urkunden und würdigte die Bedeutung der Literaten als »Brückenbauer zwischen den Nationen«.

Die Laudatio für Martin Pollack hielt der bekannte ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch. Unter dem Titel »Martin Pollack und seine Nachforschungen« würdigte er in sehr persönlichen und herzlichen Worten die wichtige Rolle, die Martin Pollack in der so wichtigen kritischen Reflexion über die europäischen Vergangenheit habe.

Der Publizist Gert Koenen hatte seine Lobrede auf Włodzimierz Nowak und Joanna Manc mit der Formulierung »Schicksale wie Falltüren. Von der Kunst der biographischen Reportage und ihrer Übertragung« überschrieben.

alle Fotos auf dieser Seite: © Deutsches Kulturforum östliches Europa, 2010 • Fotografin: Anke Illing, Berlin

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