Die Auszeichnung geht an Martin Pollack für sein Gesamtwerk und Włodzimierz Nowak mit der Übersetzerin Joanna Manc für das Buch »Die Nacht von Wildenhagen. Zwölf deutsch-polnische Schicksale«

5142,4891,4884,4873
Die Auszeichnung geht an Martin Pollack für sein Gesamtwerk und Włodzimierz Nowak mit der Übersetzerin Joanna Manc für das Buch »Die Nacht von Wildenhagen. Zwölf deutsch-polnische Schicksale«
Die Auszeichnung geht an Martin Pollack für sein Gesamtwerk und Włodzimierz Nowak mit der Übersetzerin Joanna Manc für das Buch »Die Nacht von Wildenhagen. Zwölf deutsch-polnische Schicksale«
Martin Pollack
oben: Włodzimierz Nowak | rechts: Buchcover Foto: © Piotr Skórnicki unten: Joanna Manc Foto: © Sebastian Andreas

Die feierliche Preisverleihung findet am 23. September 2010 in Berlin statt.

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Potsdam vergibt im Herbst 2010 den Georg Dehio-Buchpreis. Mit dieser von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Bernd Neumann dotierten Auszeichnung werden Autoren geehrt, die sich in ihren Werken fundiert und differenziert mit den Traditionen und Wechselbeziehungen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa auseinandergesetzt haben. Der Georg Dehio-Buchpreis ist aufgeteilt in einen mit 12.000 € dotierten Hauptpreis und einen mit 8.000 € dotierten Ehrenpreis. Der Hauptpreis würdigt ein publizistisches bzw. literarisches Gesamt- und Lebenswerk eines Autors. Mit dem Ehrenpreis werden Verfasser einer herausragenden Publikation sowie Übersetzer ausgezeichnet.

Hauptpreis

Die siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz von Nina Ruth Sottrell sprach den Hauptpreis dem Schriftsteller Martin Pollack zu. In der Begründung der Jury heißt es:

»Martin Pollack hat mit seinem vielfältigen literarischen und journalistischen Schaffen die Erinnerungsorte im Osten Europas wieder zugänglich gemacht, die jahrzehntelang verdrängt und vom Eisernen Vorhang versperrt waren. Seit seiner ›imaginären Reise durch die verschwundene Welt‹ Galiziens und der Bukowina berichtet er von Chassiden und Huzulen, von Polen und Ruthenen. Nie hat er sich von der Parzellierung des Raumes durch Sprachgrenzen oder nationale Grenzen einschränken lassen, sondern er führt uns in die historische Landschaft zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, zwischen Weichsel und Don, in jene sarmatischen Landschaften, in denen, so Martin Pollack, ›die slawische und die deutsche Kultur aufeinander trafen, ja mehr als einmal unheilvoll und zerstörerisch aufeinander prallten – die Juden nur zu oft dazwischen, wie zwischen Mühlsteinen.‹ Doch Pollack bleibt nicht bei der Rekonstruktion und Wiederaneignung des Vergangenen. Als Herausgeber, Übersetzer und Vermittler hat uns Martin Pollack mit den Werken mehrerer Generationen von Autoren aus Polen und der Ukraine, aber auch aus Litauen und Belarus bekannt gemacht. Die jüngeren gehören heute zu den wichtigsten Stimmen ihrer Länder. Martin Pollacks Wirken verdanken wir eine Erweiterung unseres kulturellen Horizonts. Sein Werk ist ein bedeutender Beitrag zur Osterweiterung des europäischen Denkens.«

Zur Biographie von Martin Pollack

Ehrenpreis

Der Ehrenpreis geht an Włodzimierz Nowak und die Übersetzerin Joanna Manc für das Buch Die Nacht von Wildenhagen. Zwölf deutsch-polnische Schicksale. Aus der Begründung der Jury:

»In der großen Tradition der polnischen Reportage stehend, sammelt Włodzimierz Nowak Geschichten im Grenzland: deutsch-polnische Schicksale kleiner Leute, die unter das Rad der großen Geschichte geraten sind. Den Bogen über die letzten 60 Jahre spannend, verfolgt Włodzimierz Nowak die Lebenswege seiner Protagonisten: Partisanenkämpfer, zwangsadoptierte Kriegskinder, mittellos Gestrandete, Glückssucher und andere Schengengrenzgänger, Studenten an der Viadrina und Opelmitarbeiter in Bochum und Gleiwitz/Gliwice. Minutiös recherchiert und im Ton sachlich-lakonisch und wertungsfrei, bringt er den Lesern mit großem erzählerischem Talent die Geschichten nahe, ohne dabei den Menschen zu nahe zu treten. Nicht nur in seiner Auseinandersetzung mit der Geschichte der Vertreibung überschreitet er die gängigen Wahrnehmungsmuster und verschiebt die Grenzen der üblichen polnisch-deutschen Perspektiven – ganz im Sinne eines unausgesprochen bleibenden Plädoyers für ein europäisches Miteinander.

Gewürdigt wird mit dem Ehrenpreis zugleich die übersetzerische Leistung von Joanna Manc, die die Reportagen glänzend und kongenial ins Deutsche gebracht hat, um sie so auch dem deutschsprachigen Publikum zu erschließen.«

Zur Biographie von Włodzimierz Nowak
Zur Biographie von Joanna Manc

Die Laudatoren

Jurij Andruchowytsch | Laudator für Martin Pollack
Jurij Andruchowytsch, geb. 1960, ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller der Ukraine. Seine Romane, Essays, Gedichte wurden in mehrere europäische Sprachen übersetzt und durch nationale und internationale Preise gewürdigt. In deutscher Sprache erschien zuletzt sein Roman geheimnis. 2006 wurde Andruchowytsch mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet.
Foto: internationales literaturfestival berlin

Gerd Koenen | Laudator für Włodzimierz Nowak und Joanna Manc
Gerd Koenen, geb. 1944, Publizist und Historiker, hat durch seine langjährige Beschäftigung mit osteuropäischer Geschichte wesentlich zu einem differenzierten Bild deutsch-russischer und deutsch-polnischer Beziehungen beigetragen. Für das Buch der russland-komplex erhielt er 2007 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, den er mit Michail Ryklin teilte.
Foto: privat

Zusammensetzung der Jury

  • Karl-Markus Gauß | Publizist und Kritiker, Salzburg
  • Verena Kling | Goethe-Institut München
  • Prof. Dr. Joachim Rogall | Leiter des Programmbereichs Völkerverständigung Mitteleuropa, Osteuropa der Robert Bosch Stiftung, Stuttgart
  • Dr. Manfred Sapper | Chefredakteur der Zeitschrift osteuropa, Berlin
  • Dr. Stefan Sienerth | Leiter des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V., München
  • Dr. Nina Ruth Sottrell | Lektorin und Kulturmanagerin, Berlin | Juryvorsitzende
  • Dr. Beate Störtkuhl | wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, als Vertreterin des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien

Preisverleihung

Die feierliche Preisverleihung findet am 23. September 2010 im Rahmen des -->internationalen literaturfestivals berlin-->statt. mehr:::-->

    Haus der Kulturen der Welt
    John-Foster-Dulles-Allee 10
    10557 Berlin
    T. +49 (0)3039787-0
    www.hkw.de

Die Preise werden von Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel, Abteilungsleiterin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, überreicht.

Folgende Veranstaltungen könnten Sie auch interessieren:

Folgende Ausstellungen könnten Sie auch interessieren:

Folgende Publikationen könnten Sie auch interessieren:

      • Seitenanfang