01.08.2016 - 25.09.2016
Schloss Buchwald • Pałac Bukowiec
Robotnicza 6, 58-533 Bukowiec, Polen

»Meisterhaft wie selten einer …« | »Mistrzowskie jak rzadko które …«

Ausstellung: Die Gärten Peter Joseph Lennés zwischen Schlesien und Pommern | Wystawa: Ogrody Petera Josepha Lenné w Polsce

Peter Joseph Lenné. Portrait von Karl Begas d. Ä. aus dem Jahre 1850

Peter Joseph Lenné (1789–1866), einer der bedeutendsten Landschaftsarchitekten des 19. Jahrhunderts, war maßgeblich an der Umgestaltung der Gartenanlagen in Sanssouci und im Neuen Garten sowie an der Konzeption der Parks von Glienicke und auf der Pfaueninsel beteiligt. 1816 trat er in preußische Dienste und war unter drei Königen tätig. Er gestaltete aber nicht nur die königlichen Gärten, sondern kümmerte sich auch um Stadtgestaltung, die Ausbildung der Gärtner, Baumschulen, Blumenzucht und Landwirtschaft.

Der Schauplan für den Schlossgarten Groß Cammin (Kamień Wielki). Anschaulich dargestellt ist die Verteilung von Wegen, Plätzen und Pflanzungen. Entwurf: Peter Joseph Lenné, Zeichnung: Gerhard Koeber, 1833

Neben Potsdam und Berlin hat Lenné in allen Ländern des historischen Preußen als Gartengestalter stilbildend gewirkt und zahlreiche die Landschaft bis heute prägende Gartendenkmale hinterlassen. Während seine Parkanlagen auf dem Gebiet der Bundesrepublik bekannt und praktisch vollständig erfasst und dokumentiert sind, gerieten seine Werke in den ehemals deutschen Provinzen jenseits der heutigen Grenze weitgehend in Vergessenheit.

Johann Heinrich Hintze: Ansicht von Schloss Schildau, 1840

Anlässlich des 150. Todestages von Lenné will die zweisprachige Ausstellung »›Meisterhaft wie selten einer …‹. Die Gärten Peter Joseph Lennés zwischen Schlesien und Pommern« dazu einladen, die von ihm konzipierten Landschaftsgärten auf der anderen Seite der Oder wiederzuentdecken. Sie bietet einen Überblick über die Landschaftsgestaltungen in den ehemaligen östlichen Provinzen Preußens im heutigen Polen, an denen Lenné direkt oder indirekt beteiligt war. Über dreißig Gartenanlagen konnten identifiziert werden, die unter Mitwirkung Peter Joseph Lennés und seiner engsten Mitarbeiter entstanden sind. Die meisten davon liegen in den polnischen Woiwodschaften: Westpommern/Pomorze Zachodnie, Niederschlesien/Dolny Śląsk und Lebus/województwo lubuskie.

Das Schloss Breslau-Lissa, heute Ort des Kulturzentrums »Zamek«. Die historische Parkanlage wurde Ende des 20. Jahrhunderts saniert und erhielt den Namen Lissaer Park/Park Leśnicki.

In der Ausstellung werden bedeutende Parkanlagen vorgestellt und ihr heutiger Zustand skizziert. Während die Gärten im schlesischen Hirschberger Tal bereits eine Vielzahl von Touristen anlocken, warten andere noch auf ihre Wiederherstellung. In den letzten Jahrzehnten entstanden in den genannten Woiwodschaften zahlreiche Initiativen, die sich dies zum Ziel gesetzt haben.

Die Parkanlage von Erdmannsdorf/Mysłakowice. Die weitläufige Aussicht vom Schloss auf die Schneekoppe wurde im Vordergrund durch den Blumengarten ergänzt. Die von Karl Friedrich Schinkel entworfene Dorfkirche im Hintergrund fungiert als rahmendes Element für den Bergblick.

Im Hirschberger Tal entwarf Peter Joseph Lenné die Landschaftsgärten der Schlösser Erdmannsdorf/Mysłakowice und Schildau/Wojanów, beide im Besitz der preußischen Königsfamilie. Sie sind Teile eines Gartenreichs, das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hier entstand, bestehend aus den Parkanlagen verschiedener Schlösser und Herrenhäuser, die durch Alleen miteinander verbunden waren. Einer der frühesten und zu seiner Zeit einer der bedeutendsten Landschaftsgärten war der von Schloss Buchwald/Bukowiec, geschaffen von Friedrich Wilhelm Graf von Reden und seine Frau Friederike. Beide trugen maßgeblich dazu bei, das Interesse von König Wilhelm III. und Königin Luise an der Region zu wecken. Gräfin von Reden hatte in der Folgezeit prägenden Einfluss auf die weitere Gestaltung des »schlesischen Elysiums« am Fuße des Riesengebirges.

Autoren

Die Konzeption der Ausstellung wurde von Prof. Dr. Marcus Köhler von der Technischen Universität Dresden entwickelt, der das Projekt auch leitete. Die Texte der Ausstellungstafeln verfassten Dr. Ing. Justyna Jaworek von der Naturwissenschaftlichen Universität Breslau/Uniwersytet Przyrodniczy we Wrocławiu und Christoph Haase M. Sc. von der Technischen Universität Dresden.

Die Ausstellung und der Katalog basieren auf den Erkenntnissen aus einem Forschungsprojekt, das von der Technischen Universität Dresden und der Hochschule Neubrandenburg angestoßen und in enger Kooperation mit weiteren Partnern in Polen und in Deutschland seit 2013 umgesetzt wurde. Dieses zielt auf die Wiederherstellung, Pflege, Vermittlung und langfristige Bewahrung der Gartendenkmale von Peter Joseph Lenné in Polen.

Öffnungszeiten

Mo–Fr
8–16 Uhr

Sa–So
10–17 Uhr

Eintritt

frei

Ausstellungskatalog

Zur Ausstellung wird ein Katalog in deutscher Sprache erscheinen mit Aufsätzen zu den von Lenné konzipierten oder unter seinem Einfluss entstandenen Landschaftsgärten in den historischen östlichen Provinzen des Preußischen Staates, die heutige zu Polen gehören.

Begleitprogramm

Sonnabend, 17. September 2016, 16:00 Uhr
Peter Joseph Lenné in Polen
Vortrag von Dr. Ing. Justyna Jaworek zur Finissage der Ausstellung
Im Rahmen der »Landpartie zur Gräfin von Reden. Künstlerischer Herbst in Buchwald/Bukowiec« am 17. und 18. September 2016

Wanderausstellung

Das Kulturforum bietet die zweisprachige Ausstellung als Wanderausstellung an. Nähere Informationen dazu finden Sie in Kürze hier.

Die zweisprachige Ausstellung »›Meisterhaft wie selten einer…‹. Gärten von Peter Joseph Lenné zwischen Pommern und Schlesien« wurde vom Institut für Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität Dresden, der Naturwissenschaftlichen Universität Breslau/Uniwersytet Przyrodniczy we Wrocławiu und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa realisiert. Die Ausstellung wird vom Deutschen Kulturforum östliches Europa in Kooperation mit dem Verband der Riesengebirgsgemeinden/Związek Gmin Karkonoskich gezeigt.

Lage


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