10.06.2016 - 11.09.2016
Dominikanerkloster Prenzlau
Uckerwiek 813, 17291 Prenzlau, Deutschland

Innovation und Tradition

Ausstellung: Hinrich Brunsberg und die spätgotische Backsteinarchitektur in Pommern und der Mark Brandenburg

Hinrich Brunsberg (um 1350 bis nach 1428) ist neben den Parlern einer der bedeutendsten und auf dem Gebiet der Backsteinarchitektur einer der wenigen namentlich bekannten mittelalterlichen Baumeister im südlichen Ostseeraum. Er wirkte um 1400 vor allem in Pommern und in der Mark Brandenburg. Die mit seinem Namen verbundenen Bauwerke gehören zur Blütephase der Spätgotik in der Region. Die Nordvorhalle der St. Marienkirche in Prenzlau ist eines dieser Bauwerke.

Die Ausstellung will an Hand der Kirchen, Rathäuser und Stadttore in Pommern (Pomorze Zachodnie bzw. województwo zachodniopomorskie), Brandenburg und der Neumark (Nowa Marchia) die für Brunsberg typische bauliche Gestaltung einer aufwendigen und dekorativen Zierarchitektur vorstellen, die in der Regel mit modernen Bau- und Raumformen der Zeit verbunden wurde. Außerdem will sie zeigen, dass die Mark Brandenburg und Pommern um 1400 einem einheitlichen Kulturraum angehörten.

Eine Inschrift an der Nordkapelle der Katharinenkirche in Brandenburg besagt, dass der Meister Hinrich Brunsberg von Stettin die Kirche 1401 errichtet habe. Diese Inschrift bildet den Ausgangspunkt, eine charakteristische Architekturgestaltung mit seinem Namen zu verbinden. Über das Leben Hinrich Brunsbergs ist wenig überliefert. Vermutlich stammte er oder zumindest seine Familie aus dem Ordensland. Erstmals greifbar wird sein charakteristischer Dekor aus aufwendigen Formsteinprofilen, feingliedrigen Maßwerkfüllungen und Ziergiebeln an dem um 1389 fertiggestellten Chor der Marienkirche im pommerschen Stargard/Stargard Szczeciński. Bauwerke mit vergleichbarer Gestaltung finden sich in Stettin/Szczecin, Königsberg in der Neumark/Chojna, Prenzlau und Gartz.

 

Ungefähr zur selben Zeit wie die Marienkirche in Stargard begann man in Stettin mit dem Bau der St. Jacobikirche. Die Grundkonzeption mit den Kapellen zwischen den eingezogenen Strebepfeilern ist vergleichbar, allerdings findet sich der für Brunsberg charakteristische Bauschmuck nur an der unteren Zone der südlichen Querhauswand. Die reiche Gliederung der Fassaden und die Giebelgestaltung des später entstandenen Rathauses in Stettin sowie die der Kirche St. Peter und Paul sind Kennzeichen der Architektur des Hinrich Brunsbergs und seines Umfelds.

Hinrich Brunsberg ist jedoch nicht allein in leitender Position auf diesen Baustellen tätig. 1411 wird in Brandenburg der Stettiner Baumeister Nikolaus Craft und 1412 in Prenzlau der ebenfalls aus Stettin stammende und sicher mit Hinrich verwandte Claus Brunsberg fassbar, die für die moderne Technologie sowie den charakteristischen Dekor verantwortlich zeichneten. Offenbar arbeitete Brunsberg mit mehreren hoch qualifizierten Bauleuten eng zusammen. Die reich gestaltete Backsteinarchitektur des Hinrich Brunsberg lässt sich auch als Gegenentwurf zu der sachlich schlichten Architektur norddeutscher Hansestädte verstehen.

Autor/ Kooperationspartner

Das Buchcover zeigt die Marienkirche in Stargard: Blick durch den südlichen Teil des Chorumgangs

Die von Dirk Schumann M.A., Berlin im Auftrag des Deutschen Kulturforums östliches Europa konzipierte zweisprachige Tafelausstellung mit Fotografien des Berliner Fotografen Thomas Voßbeck wurde in Kooperation mit dem Nationalmuseum in Stettin und der Erzdiözese Stettin-Cammin erstellt. Sie wird vom Deutschen Kulturforum östliches Europa in Kooperation mit dem Dominikanerkloster Prenzlau – Kulturhistorisches Museum gezeigt.

Zur Ausstellung ist ein Buch in deutscher und eines in polnischer Sprache erschienen.

Ausstellungseröffnung

Donnerstag, 9. Juni 2016
18:00 Uhr
weitere Informationen

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag
10:00 bis 18:00 Uhr

Eintritt

Erwachsene: 4,– €
Gruppe (ab 5 Personen je Person): 3,– €
Auszubildende, Studenten, Behinderte, Rentner und Empfänger von ALG I und II: 3 €
Kinder/ Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr: frei

Kontakt

Dominikanerkloster Prenzlau
Kulturzentrum und Museum
T. +49 (0)3984 75-2241
F. +49 (0)3984 75-4699
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wanderausstellung

Das Kulturforum bietet die zweisprachige Ausstellung als Wanderausstellung an. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Zur Ausstellung ist ein Buch in deutscher und eines in polnischer Sprache erschienen.

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