Ein kunstgeschichtlicher Rundgang durch die Stadt am Zibin

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Ein kunstgeschichtlicher Rundgang durch die Stadt am Zibin
An der Stadtmauer entlang, über die Lügenbrücke hinüber, durch Laubengänge, in verschiedenen Gotteshäusern sowie zahlreichen öffentlichen und privaten Gebäuden lernt der Leser diese südostEuropäische Kulturhauptstadt 2007 kennen, die diesen Titel gemeinsam mit dem westeuropäischen Luxemburg trägt.

»Wenn Hermannstadt/Sibiu 2007 als Kulturhauptstadt Europas gefeiert wird, wirbt diese Stadt im Zentrum Rumäniens nicht nur mit der Vision, zukünftig stärker länderübergreifende Projekte zu gestalten, sondern auch mit ihrer vielschichtigen Historie, die die deutsche Vergangenheit einschließt. Im Rahmen des systematischen Landesausbaus des mittelalterlichen Ungarn unter dem Königshaus der Arpaden wurden im östlich vorgelagerten Hochland im Karpatenbogen, in Siebenbürgen, Grenzwächter und ausländische Fachkräfte angesiedelt. Im Süden und einem Teil des Nordens waren dies überwiegend deutsche und flämische »Gäste«, die so genannten Hospites. Hermannstadt, im südlichen Siebenbürgen an der Kreuzung zweier Verkehrswege nahe des Flusses Zibin/Cibin um 1150 als »Villa Hermanni« gegründet, kam schon seit dem Aufbau einer Rechtsgemeinschaft der westlichen Einwanderer eine zentrale Funktion zu.«
Harald Roth (aus der Einleitung)

Der kunstgeschichtliche Stadtführer bietet umfassend illustrierte Rundgänge durch die Stadt am Zibin mit detaillierten Beschreibungen aller wichtigen Objekte. Dieser Band aus der Reihe Große Kunstführer erscheint gleichzeitig als erster Band der neuen Reihe Große Kunstführer in der Potsdamer Bibliothek östliches Europa, die in Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Kulturforum östliches Europa und dem Verlag Schnell + Steiner herausgegeben wird.

»Viele malerische Wege führen hinab zur Unterstadt, deren Straßen vielfach die Namen der früher hier ansässigen Handwerkerzünfte trugen. Besonders reizvoll ist der Abstieg über die pittoreske Fingerlingsstiege, die am Haus № 24 des Kleinen Rings/Piaţa Mică beginnt und an dem im 17. Jahrhundert in den zweiten Stadtbering integrierten Goldschmiedeturm vorbei führt. Von der Großzügigkeit der Oberstadtstraßen taucht man hier schnell in das unübersichtliche Gassengewirr ein, das zumeist durch schmale und schlichte Handwerkerhäuser des 18. und 19. Jahrhunderts geprägt ist. Zuvor dürften sich hier überwiegend Holzhäuser befunden haben, von denen die Mehrzahl erst im frühen Barock durch steinerne Bauten abgelöst wurden. Vor der Treppenanlage erstreckt sich der Fingerlingsplatz/Piaţa Aurarilor.«
Arne Franke (Textauszug)

Arne Franke ist Kunsthistoriker und Denkmalpfleger, studierte an der Universität Frankfurt am Main und arbeitete als Denkmalpfleger in Görlitz. Seit 1997 ist er freiberuflich als Bauforscher, Ausstellungsmacher, Autor und Dozent für Architekturgeschichte und Denkmalpflege tätig.

Franke, Arne: Hermannstadt/Sibiu. Ein kunstgeschichtlicher Rundgang durch die Stadt am Zibin. Mit einer Einleitung von Harald Roth. 48 Seiten, gebunden, zahlreiche Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen. In Kooperation mit dem Verlag Schnell + Steiner in der Reihe Große Kunstführer in der Potsdamer Bibliothek östliches Europa, Band 6, Regensburg/Potsdam 2012 (2., aktualisierte Auflage).
€ 9,95, ISBN 978-3-7954-2574-6

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