24.01.2019 - 26.01.2019
Ringberg Hotel
Ringberg 10, 98527 Suhl, Deutschland

Was heißt hier Demokratie? Deutschland und Europa 30 Jahre nach dem Mauerfall

Das Deutsche Kulturforum auf der Geschichtsmesse 2019 • mit Stand und der Projektpräsentation »Die Schaleks – eine mitteleuropäische Familie«

Wie immer bietet die Geschichtsmesse ein umfangreiches Programm mit Podiumsgesprächen, Vorträgen und Filmen. Das dreitägige Forum informiert über Ausstellungen, Schulprojekte, Dokumentarfilme, Publikationen und Veranstaltungsvorhaben zu den Ursachen, der Geschichte und den Folgen der deutschen und europäischen Teilungsgeschichte.

Das Deutsche Kulturforum ist gemeinsam mit dem Verein Berliner Unterwelten während der Messe mit einem Infostand vertreten. Das Kulturforumsprojekt Die Schaleks – eine mitteleuropäische Familie. Fünf Biografien erzählen hundert Jahre Geschichte (Ausstellung und Kurzfilm) stellt der Publizist Ralf Pasch vor

Das Berliner-Unterwelten-Projekt »Spektakuläre Fluchten von Ost nach West – die Fluchttunnel an der Zimmerstraße« (Publikationen und Gedenktafeln) präsentiert der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Dietmar Arnold.

Programm

Donnerstag, 24. Januar 2019

14:00 Uhr
Begrüßung

  • Dr. Anna Kaminsky, Geschäftsführerin Bundesstiftung Aufarbeitung
  • André Knapp, Oberbürgermeister Suhl
  • Dr. Babette Winter, Staatssekretärin für Europa und Kultur in der Thüringer Staatskanzlei

14:40 Uhr
Einführung
Dr. Sabine Kuder, Bundesstiftung Aufarbeitung

15:00 Uhr
Vortrag
Zweierlei Demokratieverständnis? Ost- und Westdeutschland nach der Vereinigung
Prof. Dr. Frank Bösch, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

16:00 Uhr
Kaffeepause

16:30 Uhr
Podium

»Wir sind das Volk« – Demokratieerfahrungen im vereinten Deutschland

  • Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration
  • Dr. Klaus-Rüdiger Mai, Schriftsteller
  • Frank Richter, Bürgerrechtler und Theologe
  • Dr. Peter Wurschi, Landesbeauftragter des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
  • Moderation: Marcus Kiesel, die politiksprecher

19:30 Uhr
Filmvorführung und Gespräch:
Moderation: Dr. Sabine Kuder, Bundesstiftung Aufarbeitung

Freitag, 25. Januar 2019

10:00 – 18:00 Uhr
Parallele Projektpräsentationen

Projekt des Kulturforums

Die Schaleks – eine mitteleuropäische Familie. Fünf Biografien erzählen hundert Jahre Geschichte
Ausstellung und Kurzfilm
Mit Ralf Pasch, Publizist

Die Wanderausstellung erzählt die Geschichte Mitteleuropas im 20. Jahrhundert anhand von fünf Biografien aus der Prager bzw. Wiener deutsch-tschechisch-jüdischen Familie Schalek. Zu den elf Ausstellungstafeln ist ein siebenminütiger Film entstanden.

Die fünf Protagonisten sind:

  • Robert Schalek (1877–1963): Schriftsteller, Vorsitzender Richter im ersten Prozess gegen den Hellseher Hanussen, der danach unter den Nationalsozialisten in Berlin Karriere machte
  • Alice Schalek (1874–1956): einzige k.u.k. Kriegsberichterstatterin im Ersten Weltkrieg und Weltreisende
  • Malva Schalek (1882–1945): Malerin u. a. von Bildern aus dem Ghetto Theresienstadt
  • Lisa Fittko (1909–2005): Fluchthelferin für Verfolgte des nationalsozialistischen Regimes, u. a. Walter Benjamin
  • Fritz Schalek (1913–2006): Widerstandskämpfer, Emigrant und Aktivist der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei.

Die fünf Lebensgeschichten sind in ih- ren historischen Hintergrund eingebettet und zeigen so die vielfältigen zerstörten und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wiedererstandenen Verbindungen im Herzen Europas. Kontexttafeln thematisieren u. a. das jüdische Leben in Prag und Wien um die Jahrhundertwende, den Ersten Weltkrieg und die Rolle der Frauen oder die Stellung der Deutschen in der Tschechoslowakei vor und nach der Vertreibung. Die Ausstellung hat das Ziel, die deutsch-tschechisch-österreichische Geschichte des 20. Jahrhunderts einer breiten Öffentlichkeit in den drei Ländern grenzübergreifend und durch das Prisma der Einzelschicksale auf persönlich ansprechende Weise nahezubringen. Autor der Ausstellung und des Films ist der Publizist Ralf Pasch in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa

Projekt der Berliner Unterwelten:

»Spektakuläre Fluchten von Ost nach West – Die Fluchttunnel an der Zimmerstraße«
Publikationen und Gedenktafeln
Mit Dietmar Arnold, Vorstandsvorsitzender der Berliner Unterwelten e. V.

Bodengedenktafel an der Zimmerstraße 54, Berlin-Mitte

In zwei dokumentarischen Büchern, die in der Edition Berliner Unterwelten im Ch. Links Verlag erschienen sind, haben vier Autoren die Schicksale der Familien Höer und Müller aufgearbeitet. Antriebskraft für beide Fluchten war eine Liebe zwischen Ost und West, ansonsten verliefen beiden Fluchtgeschichten völlig unterschiedlich.

In Kein Licht am Ende des Tunnels von Dietmar Arnold und Rudolf Müller geht es um die tragische Flucht der Familie Müller am 18. Juni 1962. Müller hatte mit Helfern einen Tunnel von West nach Ost gegraben. Als die Familie schon fast am Ziel angekommen ist, steht plötzlich der junge Grenzsoldat Reinhold Huhn mit angehobener Waffe vor ihnen. Müller weiß keinen Ausweg und schießt. Huhn stirbt. Dieser wird daraufhin im Osten als Held gefeiert, Müller als Mörder gebrandmarkt. 38 Jahre später wird Müller vom Bundesgerichtshof des Mordes schuldig gesprochen und mit einem Jahr Gefängnis auf Bewährung allerdings ungewöhnlich milde bestraft.

Eine ganz andere, glückliche und fast unbemerkte Fluchtgeschichte erzählen Bodo Müller und Siegrun Scheiter in Der Tunnel am Checkpoint Charlie: die der Familie Höer. 1972, als niemand mehr mit solchen Unterfangen rechnete, gelingt den Brüdern Manfred und Peter Höer mit ihrem Freund Peter Schöpf die Flucht in den Westen. Die Geschichte ist kaum bekannt, da damals mit der Westberliner Polizei Stillschweigen vereinbart worden war und sich die Überlebenden 2016 erstmals äußerten.

Seit September 2018 erinnern neben den Publikationen zwei Bodengedenktafeln an die beiden Fluchttunnel an der Zimmerstraße. Das Projekt wurde mit Mitteln der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

19:30 Uhr
Lesung und Gespräch
Marko Martin, Schriftsteller und Publizist, Stadtschreiber des Kulturforums in Breslau 2016

Samstag, 26. Januar 2019

09:00 Uhr
Podium:

Das Ertragen der Differenz – Meinungsfreiheit, Multiperspektivität und Kontroversität in Bildungsarbeit und Öffentlichkeit

  • Helmut Holter, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Freistaates Thüringen, 2018 Präsident der Kultusministerkonferenz
  • Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller, Stiftung Ettersberg
  • Prof. Dr. Alfons Kenkmann, Universität Leipzig
  • Tina Uebel, Autorin und Journalistin
  • Dr. Martina Weyrauch, Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung
  • Moderation: Stefan Nölke, MDR

10:30 Uhr
Kaffeepause

10:45 Uhr
Podium:

Demokratie unter Druck. Zur Situation 30 Jahre nach den friedlichen Umbrüchen in Europa

  • Juri Durkot, Journalist und Publizist, Ukraine
  • Stephan Hilsberg, Bürgerrechtler und Publizist
  • Anna Margvelashvili, Soviet Past Research Laboratory, Georgien
  • Dr. Franka Maubach, Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Moderation: Helge Eikelmann, die politiksprecher

Eintritt

Die Teilnahme an den meisten Veranstaltungen ist kostenpflichtig. Karten können vor Ort erworben werden und beinhalten auch die Verköstigung zur Kaffee-, Mittags- und Abendzeit.

Do. 26.1.2019 – Tageskarte 1
30,– Euro

Fr. 27.1.2019 – Tageskarte 2
40,– Euro

Sa. 28.1.2019 – Tageskarte 3
30,– Euro

Eine Veranstaltung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur als Trägerin der Geschichtsmesse in Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum

Vortrag: Zweierlei Demokratieverständnis? Ost- und Westdeutschland nach der Vereinigung

Lage


Folgende Publikationen könnten Sie auch interessieren:

2019-01-24 00:00:00
2019-01-26 23:59:59