07.02.2019 , 18:00
Urania »Wilhelm Foerster«
Gutenbergstraße 71, 14467 Potsdam, Deutschland

Katalysatoren für »die neue Einheit von Kunst und Technik«

Die Ungarn am Bauhaus. Ein Vortrag von Dr. Katalin Bakos im Rahmen der Reihe »Bauhaus und das östliche Europa – internationaler Stil im Dienst nationaler Interessen?«

Bild: Treppenhaus im Palais Morava, das von Ernst Wiesner (1890–1971) als Kauf- und Mietshaus konzipiert war, in Brünn/Brno

Zahlreiche ungarische Künstler waren eng mit dem Bauhaus verbunden. Zu ihnen gehörten Dozenten und Schüler dieser Reformschule sowie Mitarbeiter des Architekturbüros von Walter Gropius und befreundete Künstler und Architekten, die die Ansätze und Ziele des Bauhauses teilten.

Viele von ihnen kamen aus der südungarischen Stadt Pécs/Fünfkirchen im multiethnischen Komitat Baranya und entstammten deutschen, jüdischen und südslawischen Familien.

Die ungarischen Bauhäusler spielten eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung des Funktionalismus in Architektur, Typographie und Werbegraphik in Ungarn. Manche von ihnen wie László Moholy-Nagy, Fred Forbát und Marcel Breuer erlangten internationale Bedeutung.

Die Referentin

Katalin Bakos ist Kunsthistorikerin und war bis 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Grafischen Sammlung der Ungarischen Nationalgalerie in Budapest.

Eintritt

6,– Euro
5,– Euro ermäßigt

Die Reihe

Der Vortrag ist Teil der Vortragsreihe Bauhaus und das östliche Europa – internationaler Stil im Dienst nationaler Interessen?, die das Deutsche Kulturforum in Kooperation mit der Urania Potsdam anbietet.

Im Rahmen des Bauhaus-Jubiläums 2019 will das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Zusammenarbeit mit der Urania Potsdam die Wechselbeziehungen zwischen der Reformschule und der modernen Architektur und Kunst in den Ländern Mittel- und Osteuropas in einer kleinen Vortragsreihe darstellen. Viele der am Bauhaus Studierenden aus der Tschechoslowakei und Ungarn stammten aus deutschen Familien.

Der Erste Weltkrieg bildete eine Zäsur. Durch den Zerfall des Deutschen Kaiserreichs, des zaristischen Russland und der Habsburgermonarchie entstanden in Ostmitteleuropa neue Nationalstaaten. Durch Hunger und Elend weiter Bevölkerungsschichten entluden sich Revolten und Revolutionen, die in Russland zur Bildung der Sowjetunion führten.
Der politische und gesellschaftliche Neuanfang zeigte sich auch in der Architektur und Kunst. In den neu entstandenen Staaten waren vor allem öffentliche Gebäude Ausdruck des nationalen Selbstbewusstseins. Der Wohnungsbau sollte den Anforderungen einer modernen Stadt entsprechen, gleichzeitig war die Wohnungsfrage ein wesentliches Element der Sozialpolitik. Unter dem Leitgedanken „Volksbedarf statt Luxusbedarf“ sollten Möbel und Gebrauchsgegenstände auch in industrieller Massenproduktion erstellt werden.
Im Bauhaus waren alle Bereiche der Kunst vertreten – auch weniger bekannte wie Bühnengestaltung und Fotografie. Der Ungar László Moholy-Nagy war ein Wegbereiter der experimentellen Fotografie.

Weitere Vorträge

Donnerstag, 7. März 2019, 18:00 Uhr
Das Bauhaus und die Tschechoslowakei
Ein Vortrag von Prof. Ing. Vladimír Šlapeta, Prag

Dienstag, 16. April 2019, 18:00 Uhr
»Alles hat hier große Dimensionen und immer etwas grenzenloses«
Bauhäusler und deren Erbe in Russland
Ein Vortrag von Astrid Volpert, Berlin

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit der Urania »Wilhelm Förster« Potsdam

Lage


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