10.01.2019 , 19:00

Im Fluss der Zeit. Jüdisches Leben an der Oder | Z biegiem rzeki. Dzieje Żydów nad Odrą

Vortrag der Kuratorinnen Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach und Dr. Magdalena Gebala über die gleichnamige deutsch-polnische Ausstellung

Die Landschaft an der Oder mit ihren wechselnden herrschaftlichen und nationalen Zugehörigkeiten war über Jahrhunderte ein Begegnungsraum. Hier kreuzten sich auch die deutsch-jüdische und die polnisch-jüdische Kultur. In der Neuzeit bedrohte der Nationalismus, gepaart mit dem Antisemitismus, diese kulturelle Vielfalt an Oder, Obra und Warthe. Der Nationalsozialismus zerstörte sie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weite Abschnitte der Oder zur deutsch-polnischen Grenze und die deutsche Bevölkerung aus den Regionen östlich des Flusses vertrieben.

Polen fanden hier eine neue Heimat und für kurze Zeit schien es, dass in Niederschlesien und Pommern jüdisches Leben heimisch werden könnte. Mehrere Zehntausend polnisch-jüdische Holocaustüberlebende siedelten sich hier an, doch die meisten wanderten bis Ende der 1960er Jahre wieder aus. Die jahrhundertelange Anwesenheit von Juden an der Oder fiel dem Vergessen anheim, ihre Spuren wurden oft zerstört.

Die beiden Kuratorinnen der Tafelausstellung Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach und Dr. Magdalena Gebala stellen die gleichnamige deutsch-polnische Ausstellung vor und führen anhand ausgewählter Beispiele in die facettenreiche Geschichte der Juden in Schlesien, Pommern und der Neumark von ihren Anfängen bis heute ein. Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Denkmalpflege der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Dr. Magdalena Gebala ist beim Deutschen Kulturforum östliches Europa als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig.

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg

Die Wanderausstellung des Deutschen Kulturforums widmet sich Momenten der jüdischen Geschichte beiderseits der Oder. Sie will zum Nachdenken und zum Gespräch zwischen den ehemaligen und heutigen Bewohnern der Region anregen. Sie ist zugleich eine Einladung zur Neuentdeckung des deutsch-polnisch-jüdischen Kulturerbes dieser Landschaft.

Die Ausstellung wird seit seit Juni 2018 entlang der Oder präsentiert. Sie ist noch bis 15. Februar in Landsberg an der Warthe/Gorzów Wielkopolski zu sehen. Danach kann sie vom 3. März bis 28. April 2019 im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald und vom 7. Mai bis 30. Juni 2019 in der Pommerschen Bibliothek in Stettin/Szczecin besichtigt werden. Im Berliner Roten Rathaus wurde sie 2018 gezeigt.

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