07.03.2019 , 18:00
Urania »Wilhelm Foerster«
Gutenbergstraße 71, 14467 Potsdam, Deutschland

Das Bauhaus und die Tschechoslowakei

Ein Vortrag von Prof. Ing. Vladimír Šlapeta im Rahmen der Reihe »Bauhaus und das östliche Europa – internationaler Stil im Dienst nationaler Interessen?«

Bild: Treppenhaus im Palais Morava, das von Ernst Wiesner (1890–1971) als Kauf- und Mietshaus konzipiert war, in Brünn/Brno

Viele Architekten und Künstler der Avantgarde in der Tschechoslowakei unterhielten Beziehungen zum Bauhaus. Vor allem Sudetendeutsche gingen zur Ausbildung an die Reformschule. Die in den 1920er Jahren entstandenen neuen Hochschulen für Gestaltung in der Tschechoslowakei waren in ihren Lehrplänen mehr oder weniger vom Bauhaus inspiriert. Der Vortrag will das Schaffen wichtiger tschechischer und sudetendeutscher Bauhausabsolventen beleuchten.

Der Referent

Vladimír Šlapeta war Professor an den Technischen Universitäten Prag/Praha und Brünn/Brno.

Eintritt

6,– Euro
5,– Euro ermäßigt

Die Reihe

Der Vortrag ist Teil der Vortragsreihe Bauhaus und das östliche Europa – internationaler Stil im Dienst nationaler Interessen?, die das Deutsche Kulturforum in Kooperation mit der Urania Potsdam anbietet.

Im Rahmen des Bauhaus-Jubiläums 2019 will das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Zusammenarbeit mit der Urania Potsdam die Wechselbeziehungen zwischen der Reformschule und der modernen Architektur und Kunst in den Ländern Mittel- und Osteuropas in einer kleinen Vortragsreihe darstellen. Viele der am Bauhaus Studierenden aus der Tschechoslowakei und Ungarn stammten aus deutschen Familien.

Der Erste Weltkrieg bildete eine Zäsur. Durch den Zerfall des Deutschen Kaiserreichs, des zaristischen Russland und der Habsburgermonarchie entstanden in Ostmitteleuropa neue Nationalstaaten. Durch Hunger und Elend weiter Bevölkerungsschichten entluden sich Revolten und Revolutionen, die in Russland zur Bildung der Sowjetunion führten.

Der politische und gesellschaftliche Neuanfang zeigte sich auch in der Architektur und Kunst. In den neu entstandenen Staaten waren vor allem öffentliche Gebäude Ausdruck des nationalen Selbstbewusstseins. Der Wohnungsbau sollte den Anforderungen einer modernen Stadt entsprechen, gleichzeitig war die Wohnungsfrage ein wesentliches Element der Sozialpolitik. Unter dem Leitgedanken »Volksbedarf statt Luxusbedarf« sollten Möbel und Gebrauchsgegenstände auch in industrieller Massenproduktion erstellt werden.

Im Bauhaus waren alle Bereiche der Kunst vertreten – auch weniger bekannte wie Bühnengestaltung und Fotografie. Der Ungar László Moholy-Nagy war ein Wegbereiter der experimentellen Fotografie.

Weitere Vorträge

Donnerstag, 7. Februar 2019, 18:00 Uhr
Katalysatoren für »die neue Einheit von Kunst und Technik«
Die Ungarn am Bauhaus
Ein Vortrag von Katalin Bakos, Budapest

Dienstag, 16. April 2019, 18:00 Uhr
»Alles hat hier große Dimensionen und immer etwas grenzenloses«
Bauhäusler und deren Erbe in Russland
Ein Vortrag von Astrid Volpert, Berlin

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit der Urania »Wilhelm Förster« Potsdam

Lage


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