07.04.2017 , 17:00

»Meisterhaft wie selten einer …« | »Mistrzowskie jak rzadko które …«

Ausstellungseröffnung: Die Gärten Peter Joseph Lennés zwischen Schlesien und Pommern | Ogrody Petera Josepha Lenné w Polsce

Peter Joseph Lenné. Portrait von Karl Begas d. Ä. aus dem Jahre 1850

Peter Joseph Lenné (1789–1866), einer der bedeutendsten Landschaftsarchitekten des 19. Jahrhunderts, war maßgeblich an der Umgestaltung der Gartenanlagen in Sanssouci und im Neuen Garten sowie an der Konzeption der Parks von Glienicke und auf der Pfaueninsel beteiligt. 1816 trat er in preußische Dienste und war unter drei Königen tätig. Er gestaltete aber nicht nur die königlichen Gärten, sondern kümmerte sich auch um Stadtgestaltung, die Ausbildung der Gärtner, Baumschulen, Blumenzucht und Landwirtschaft.

Der Schauplan für den Schlossgarten Groß Cammin (Kamień Wielki). Anschaulich dargestellt ist die Verteilung von Wegen, Plätzen und Pflanzungen. Entwurf: Peter Joseph Lenné, Zeichnung: Gerhard Koeber, 1833

Neben Potsdam und Berlin hat Lenné in allen Ländern des historischen Preußen als Gartengestalter stilbildend gewirkt und zahlreiche die Landschaft bis heute prägende Gartendenkmale hinterlassen. Während seine Parkanlagen auf dem Gebiet der Bundesrepublik bekannt und praktisch vollständig erfasst und dokumentiert sind, gerieten seine Werke in den ehemals deutschen Provinzen jenseits der heutigen Grenze weitgehend in Vergessenheit.

Johann Heinrich Hintze: Ansicht von Schloss Schildau, 1840

Anlässlich des 150. Todestages von Lenné will die zweisprachige Ausstellung »›Meisterhaft wie selten einer …‹. Die Gärten Peter Joseph Lennés zwischen Schlesien und Pommern« dazu einladen, die von ihm konzipierten Landschaftsgärten auf der anderen Seite der Oder wiederzuentdecken. Sie bietet einen Überblick über die Landschaftsgestaltungen in den ehemaligen östlichen Provinzen Preußens im heutigen Polen, an denen Lenné direkt oder indirekt beteiligt war. Über dreißig Gartenanlagen konnten identifiziert werden, die unter Mitwirkung Peter Joseph Lennés und seiner engsten Mitarbeiter entstanden sind. Die meisten davon liegen in den polnischen Woiwodschaften: Westpommern/Pomorze Zachodnie, Niederschlesien/Dolny Śląsk und Lebus/województwo lubuskie.

Das Schloss Breslau-Lissa, heute Ort des Kulturzentrums »Zamek«. Die historische Parkanlage wurde Ende des 20. Jahrhunderts saniert und erhielt den Namen Lissaer Park/Park Leśnicki.

In der Ausstellung werden bedeutende Parkanlagen vorgestellt und ihr heutiger Zustand skizziert. Während die Gärten im schlesischen Hirschberger Tal bereits eine Vielzahl von Touristen anlocken, warten andere noch auf ihre Wiederherstellung. In den letzten Jahrzehnten entstanden in den genannten Woiwodschaften zahlreiche Initiativen, die sich dies zum Ziel gesetzt haben.

Programm

Begrüßung

  • Gert Streidt, Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz
  • Dr. Claudia Tutsch, Deutsches Kulturforum östliches Europa

Vortrag

  • Die Gärten Peter Joseph Lennés zwischen Schlesien und Pommern
    Prof. Dr. Marcus Köhler, Technische Universität Dresden

Lage und Erhaltungszustand der Parkanlagen Lennés in Polen (Ausschnitt)

Während die Gartenanlagen von Peter Joseph Lenné auf dem Gebiet der Bundesrepublik bekannt und dokumentiert sind, gerieten seine Werke in den ehemals deutschen Ländern jenseits der Oder weitgehend in Vergessenheit. Ein Projekt der Technischen Universität Dresden und der Hochschule Neubrandenburg in Kooperation mit Partnern in Polen und in Deutschland dient dazu, diesem Mangel abzuhelfen.

Ziel ist es, die Gartenanlagen Lennés vor allem in Schlesien, der Neumark und in Pommern zu sichten, historisch einzuordnen und der Öffentlichkeit bekannt zu machen. In seinem Vortrag wird Marcus Köhler auf die Geschichte dieser Parkanlagen seit dem Zweiten Weltkrieg eingehen sowie auf deren künftige Perspektiven.

Die Gartenanlage für Schloss Kratzkau/Krasków in Niederschlesien entwarf Lenné 1848. Schloss und Nebengebäude dienten von 1992 bis 2014 als Hotel und Konferenzzentrum.

Der Referent

Marcus Köhler ist Professor für Geschichte der Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität Dresden mit dem Schwerpunkt auf Gartendenkmalpflege und Landschaftsarchitektur sowie Leiter des Projekts zur Erforschung der Gärten Lennés östlich der Oder.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Mittwoch, 12. Juli 2017, 18:30 Uhr, Besucherzentrum
Peter Joseph Lenné und die Kulturlandschaft des Hirschberger Tals
Vortrag von Dr. Klaus-Henning von Krosigk

Ausstellungskatalog

Zur Ausstellung wird ein Katalog in deutscher Sprache erscheinen mit Aufsätzen zu den von Lenné konzipierten oder unter seinem Einfluss entstandenen Landschaftsgärten in den historischen östlichen Provinzen des Preußischen Staates, die heute zu Polen gehören.

Wanderausstellung

Das Kulturforum bietet die zweisprachige Ausstellung als Wanderausstellung an: weitere Informationen

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz.

Die zweisprachige Ausstellung »Meisterhaft wie selten einer…«. Gärten von Peter Joseph Lenné zwischen Pommern und Schlesien wird vom 8. April bis zum 16. Juli 2017 im Marstall von Schloss und Park Branitz gezeigt.

Lage


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