08.04.2016 , 13:00
Stadtbibliothek Görlitz
Jochmannstraße 2, 02826 Görlitz, Deutschland

»Niemandszeit«

Jörg Bernig liest aus seinem Roman. Die Schullesung ist eine geschlossene Veranstaltung.

Jörg Bernig: <i>Niemandszeit</i>

Es ist die Zeit nach dem Krieg. Ein verlassenes Dorf, eine zerstörte Straße, wild wuchernder Wald und die nahe Grenze: In der Verlassenheit des Dreiländerecks zwischen Deutschland, der Tschechoslowakei und Polen sucht eine Gruppe Menschen Zuflucht vor ihren Verfolgern, den tschechischen Revolutionsgarden und der eigenen Vergangenheit. Sie erzählen einander ihre Geschichte(n) und fallen damit aus der überall sonst geltenden Zeit.

In Niemandszeit gibt Jörg Bernig einem literarisch bis dahin kaum gespiegelten Teil unserer Geschichte eine Stimme und führt in das Gewirr der Grenzlinien nach 1945, in eine Zeit, in der die Verheerungen des Krieges in Fluicht und Heimatlosigkeit enden.

Jörg Bernig wurde 1964 als Sohn einer aus Böhmen stammenden Familie in Wurzen/Sachsen geboren. Nach einer Bergmannslehre, dem Abitur und dem Militärdienst studierte er Deutsch und Englisch an der Universität Leipzig. Danach war Jörg Bernig als Assistenzlehrer und Lektor in Großbritannien tätig, promovierte und arbeitete unter anderem als Redakteur. Seit Ende der 1990er Jahre veröffentlichte er mehrere Romane und Gedichtbände, eine Erzählung und den Band Der Gablonzer Glasknopf. Essays aus Mitteleuropa. Prosa und Lyrik von Jörg Bernig wurden in mehrere Sprachen übersetzt, u.a. sein im deutsch-polnisch-tschechischen Dreiländereck angesiedelter Roman Niemandszeit, der 2015 als Ziema niczyja, bezpański czas bei Via Nova, Wrocław, erschien. Zuletzt veröffentlichte er den Roman Anders. Bernig, der 2000 den Friedrich-Hölderlin-Förderpreis der Stadt Homburg erhielt, ist u.a. Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und der Sächsischen Akademie der Künste. Er lebt in Radebeul.

Es moderiert Ines Thoermer.

Geschlossene Veranstaltung

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa und der Görlitzer Kulturservicegesellschaft im Rahmen der Literaturtage an der Neiße 2016

Lage


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