08.04.2016 , 19:00

Bevor Unkraut die Wurzeln überschäumt …

Zweisprachige Lesung mit Ulrike Draesner: »Sieben Sprünge vom Rand der Welt« und Joanna Bator: »Sandberg«

Die gemeinsame Geschichte der Polen und Deutschen spiegeln die Autorinnen Ulrike Draesner und Joanna Bator in ihren Werken wider. In der erzählerischen und stilistischen Brillanz nehmen sie ihre Leser auf eine Reise durch Räume und Zeiten mit allen Widersprüchen und Konflikten. Sie erzählen, jede auf ihre Weise, von Menschen, Zeiten und Orten, die vom  Krieg und der Nachkriegszeit, von der Vertreibung, Aussiedlung und Neuansiedlung in einer fremden Gegend geprägt wurden.

Ulrike Draesner: <i>Sieben Sprünge vom Rand der Welt</i>

In dem Roman Sieben Sprünge vom Rand der Welt erzählt Ulrike Draesner die Lebensgeschichte des Kriegskindes und Affenforschers Eustachius Grolmann, geboren 1930 in Schlesien, der im Januar 1945 mit seinen Eltern und seinem behinderten Bruder Emil durch den Breslauer Winterwald gen Westen floh. Den Lebensweg der schlesischen Grolmanns kreuzt Draesner mit dem Schicksal einer aus Ostpolen nach Breslau/Wrocław vertriebenen Familie. Neun Ich-Erzähler aus vier Generationen kommen zu Wort. Virtuos entwickelt der Roman ein Kaleidoskop von Erinnerungen, die sich zu immer neuen Bildern fügen. Sie zeigen, wie die durch Flucht und Vertreibung ausgelösten Traumata weiterwirken und wie sich seelische Landschaften von einer Generation in die nächste weitervererben.

Joanna Bator: <i>Sandberg</i>

Joanna Bator greift in ihrem Roman Sandberg die Träume, Ängste und Hoffnungen einer von Krieg und Flucht traumatisierten Generation und von der Rebellion und Freiheitssehnsucht ihrer Kinder auf, Sie erzählt von Jadzia und ihrer Tochter, der jungen Dominika, die in einer sozialistischen Provinzstadt leben. Es ist die Suche nach Identität und Heimat, die das Leben der jungen Frauen bestimmt. Die Wochenzeitung Die Zeit schreibt über Bators Roman: »Ein großes Epos aus den abgelegenen Provinzen Europas und des Herzens, ein erstaunliches Lesevergnügen.«

Die Geschichten der Grolmanns und der Nienaltowskis sowie die von Jadzia und Dominika werden zum Spiegel von hundert Jahren mitteleuropäischer Geschichte. Es gelingt den Autorinnen, diese Geschichte in allen menschlichen Facetten aufscheinen zu lassen und Worte zu finden für Schrecken und Alltäglichkeit, für Gewalt und Zärtlichkeit, für Melancholie und Heiteres bis zur Situationskomik.

Die Lesung wird von der renommierten Kulturjournalistin Sigrid Hoff (ARD, Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur) moderiert.

Eintritt

2,50 €
1,50 € ermäßigt

10,– zł
5,– zł

Abfahrt des Shuttlebusses

18:30 Uhr
Demianiplatz Görlitz

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa und der Görlitzer Kulturservicegesellschaft im Rahmen der Literaturtage an der Neiße 2016

Lage


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