08.02.2010 , 19:00

Der geniale Sonderling

Ein Konzert mit dem Hoffmeister-Quartett zum 200. Todestag von Anton Ferdinand Titz

Anton Ferdinand Titz: Streichquartette für den St. Petersburger Hof • Vol. 1–3. Hoffmeister-Quartett. Erstaufnahmen auf historischen Instrumenten, Kooperation mit profil-Edition Günter Hänssler. Dt.-engl. Booklets. Vol. 1–3, Best.-Nr.: PH06032, PH09

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa im Rahmen des Jubiläums »Erinnern und Entdecken – zehn Jahrestage | zehn Veranstaltungen«. Unter diesem Motto begeht das Deutsche Kulturforum östliches Europa im Jahr 2010 sein zehnjähriges Bestehen mit einem Veranstaltungsreigen zu zehn ganz unterschiedlichen Jahres- und Gedenktagen. • in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

19.00 Uhr

Veranstaltungsbericht | Pressefotos

Als der Violinvirtuose und Komponist Anton Ferdinand Titz im Dezember 1810 in St. Petersburg starb, war er unter den Musikkennern in ganz Europa eine bekannte Größe. Die Allgemeine Musikalische Zeitung in Leipzig berichtete ihren Lesern im Jahr 1805 von den Lebensumständen des gemütskranken Petersburger Violinisten, der nach einer glanzvollen Karriere bei Hofe nun Aufnahme im Hause des Mäzens Grigori Teplow gefunden habe. Der junge Louis Spohr, der Titz im Jahr 1803 besuchte, äußerte über das musikalische Werk des älteren Zeitgenossen, Titz sei »unbezweifelt ein musikalisches Genie, wie seine Compositionen hinlänglich beweisen.«

Doch schon wenig später ließen die neuen Strömungen der musikalischen Entwicklung, die romantisch und national waren, diesen Vertreter der übernationalen Musikkultur um 1800 vergessen. Erst in unseren Tagen erinnert man sich wieder des genialen Sonderlings, der als Deutscher in St. Petersburg Musikgeschichte schrieb. Er führte als Interpret wie als Komponist die zentrale Gattung des Streichquartetts, die er im Kontakt mit Mozart und Haydn in Wien gepflegt hatte, in seiner Wahlheimat Russland ein.

Begrüßung

  • Dr. Martina Münch | Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
  • Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel | Abteilungsleiterin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
  • MinDir i.R. Winfried Smaczny | Vorstandsvorsitzender des Deutschen Kulturforums östliches Europa
Einführung: 10 Jahre Erinnern und Entdecken
  • Dr. Doris Lemmermeier | Direktorin des Deutschen Kulturforums östliches Europa

Programm

Anton Ferdinand Titz (1742[?]–1810)

    Streichquartett F-Dur (1802)
    Allegro – Adagio cantabile – Rondo

    Streichquartett a-moll (1802)
    Siciliano affettuoso – Allegro di molto agitato – Romance – Polonaise

Es spielt das Hoffmeister-Quartett auf historischen Instrumenten:

  • Ulla Bundies | Violine
  • Christoph Heidemann | Violine
  • Aino Hildebrandt | Viola
  • Martin Seemann | Violoncello
Das Hoffmeister-Quartett wurde 2002 gegründet, um das reiche Repertoire der Streichquartettkultur der Klassik und Frühromantik in seiner kaum erschlossenen Vielfalt wieder zu entdecken und in historisch orientierter Spielpraxis erlebbar zu machen. In einer Produktion des Deutschen Kulturforums östliches Europa hat das Hoffmeister-Quartett eine Gesamtaufnahme der zwölf Streichquartette von Anton Ferdinand Titz eingespielt, die in Kooperation mit dem Label Profil-Edition Günter Hänssler ediert wurde.

Veranstalter

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Tags: DKF-Veranstaltung

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