24.09.2009 , 18:00
Filmmuseum Potsdam
Breite Str. 1A, 14467 Potsdam, Deutschland

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Ein Abend für Volker Koepp | Filme: »Gustav J.«, »Märkische Heide, Märkischer Sand«, »Memelland« und »Herr Zwilling und Frau Zuckermann« | Gespräch mit Volker Koepp (Moderation: Uwe Rada, taz)

Volker Koepp bei der Verleihung des Georg Dehio-Kulturpreises 2005 in Berlin

Eine Veranstaltung des Filmmuseums Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa und der DEFA-Stiftung

18.00 Uhr

Dem Dokumentarfilmregisseur Volker Koepp senden das Filmmuseum Potsdam und das Deutsche Kulturforum östliches Europa herzliche Glückwünsche. Volker Koepp wurde am 22. Juni 65 Jahre alt. Der in Stettin (heute Szczecin) Geborene wuchs in Berlin auf, studierte in Dresden Maschinenbau und anschließend von 1965 bis 1969 Regie an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg. 1970 begann er in der Gruppe dokument des DEFA-Studios für Dokumentarfilme, dem er bis 1990 angehörte.

Mit seinem Film gustav j. (DDR 1973) über einen 80-jährigen ehemaligen Ziegeleiarbeiter fand Koepp seinen Stil: Einfühlsam und genau zeichnet er die Lebenswege von Menschen im 20. Jahrhundert nach.

Als er im Herbst 1989 für den Film märkische heide, märkischer sand (DDR 1988/90) nach Zehdenick und zur dortigen Ziegelei zurückkehrte, ahnte er nicht, dass er den Zusammenbruch der DDR aus dem Blickwinkel der märkischen Bewohner heraus filmen würde. Präzise fing er die politischen Veränderungen ein und setzte diese der zeitlosen Schönheit der dortigen Landschaft gegenüber.

Volker Koepps Filme zeigen die Menschen in »ihrer« Landschaft und umkreisen den Begriff Heimat. Sie führen ihn unter anderem in die Prignitz, ins Erzgebirge, ins Oderbruch, in die Uckermark und ab 1995 wiederholt nach Ostpreußen und ans Baltische Meer. In seinem jüngsten Film memelland (D 2008) erzählen Menschen aus der Grenzregion des litauischen Ufers des großen östlichen Stroms vom Ende des Krieges, der Zeit, in der Litauen zur Sowjetunion gehörte und von der Gegenwart. Auch von ihrer Verbundenheit zu der einzigartigen Natur, die sie umgibt. Internationale Aufmerksamkeit erlangte der Regisseur mit seinem Film herr zwilling und frau zuckermann (D 1999) über die beiden letzten in der Hauptstadt der Bukowina lebenden deutschsprachigen Juden, den er 2004 mit dieses jahr in czernowitz fortführte.

Seit über 40 Jahren drehte Volker Koepp mehr als 50 Filme, viele mit Auszeichnungen bedacht. 2005 erhielt er den vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien dotierten und vom Deutschen Kulturforum östliches Europa verliehenen georg dehio-kulturpreis für sein filmisches Gesamtwerk.

Programm

18.00 Uhr

  • Gustav J.
    R: Volker Koepp, DDR 1973, Dok., 19 Min.
    Gustav J., der fast 80-jährige, aufgewachsen in einer kinderreichen Familie im deutsch-litauischen Grenzgebiet, war Landarbeiter, Schmied, Matrose, wurde hineingestürzt in die Wirren zweier Weltkriege, später als Aktivist auf der Warnow-Werft geehrt, lebt heute mit seiner Frau in Bad Doberan. Seine Kinder, drei von ihnen haben studiert, sind längst aus dem Haus. Die Originalität seiner Persönlichkeit und seines Berichts geben einen lebendigen Eindruck eines bewegten Lebens. [ mehr ]

  • Märkische Heide, Märkischer Sand
    R: Volker Koepp, DDR 1989/90, Dok., 55 Min.
    Ein Jahr vor dem Zusammenbruch der DDR wandte sich Dokumentarfilmer Volker Koepp in dem Film märkische ziegel der märkischen Kleinstadt Zehdenick und ihrer hundertjährigen Ziegelei-Tradition zu. Hier fand er Spuren der Vergangenheit, die weit bis in die Gegenwart und darüber hinaus weisen. Als Koepp und Plenert im Herbst 1989 nach Zehdenick und zur dortigen Ziegelei zurückkehren, ahnen sie nicht, dass sie den Zusammenbruch der DDR aus dem märkischen Blickwinkel heraus filmen werden. Etwas unaufgeregter, doch nicht weniger folgenschwer, vollziehen sich hier die Veränderungen, versuchen sich die Einwohner im Ruppiner Land mit den neuen Gegebenheiten zurechtzufinden. Den Filmemachern gelingt es, die politischen Veränderungen ebenso präzise einzufangen wie die dem gegenüber teilnahms- und zeitlose Schönheit der Landschaft. [ mehr ]
19.30 Uhr
  • Memelland
    R: Volker Koepp, D 2008, Dok., 89 Min.
    Mit dem Film bereist Volker Koepp das litauische Ufer des großen östlichen Stroms. Die Menschen im Film nennen ihre Gegend auch »Klein-Litauen«. Sie erzählen von ihrem Leben in dieser Grenzregion, vom Ende des Krieges und der Zeit, in der Litauen zur Sowjetunion gehörte, und von der Gegenwart. Und von der einzigartigen Natur, die sie umgibt, am Strom, am Haff. [ mehr ]

    anschließend:
    Gespräch mit Volker Koepp (Moderation: Uwe Rada, taz)

22.00 Uhr
  • Herr Zwilling und Frau Zuckermann
    R: Volker Koepp, D 2001, Dok., 132 Min.
    Volker Koepps liebenswerter Film erzählt die Geschichte von Herrn Zwilling und Frau Zuckermann, die zu den letzten noch im alten Czernowitz geborenen Juden gehören. Der eine 70-jährig, ausgestattet mit unverbesserlichem Pessimismus, die andere 90 Jahre alt und immer noch mit ungebrochener Lebenszuversicht. Jeden Abend besucht Herr Zwilling die Frau Zuckermann. Man spricht über frühere Zeiten, das gemeinsam Erlebte, über Politik und Literatur und die alltäglichen Sorgen. Jeden Abend hat Herr Zwilling eine Hiobsbotschaft parat, und jeden Abend versucht Frau Zuckermann den chronischen Pessimisten davon zu überzeugen, dass es so schlimm nicht steht. In den Lebensgeschichten dieser beiden Menschen steckt die Tragödie des 20. Jahrhunderts. Mit ihren Erinnerungen verknüpft der Film Episoden aus dem jüdischen Leben im heutigen »Chernivtsi«, einst kulturelles Zentrum von europäischem Rang, das jetzt zur Ukraine gehört. [ mehr ]

Kartenreservierung

T. +49 (0)331 2718112

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2009-09-24 18:00:00
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