16.08.2007 , 19:00

Norbert Angermann: Wolter von Plettenberg

Der größte Ordensmeister Livlands und Westfalen

Ein Vortrag im Rahmen der Ausstellung »Westfalen und das Baltikum« – in Kooperation mit dem Emschertalmuseum Herne

19.00 Uhr

Der spätere Ordensmeister Wolter von Plettenberg wurde um 1450 auf dem Rittersitz Meyerich in der Soester Börde geboren. Er gehörte zu den vielen westfälischen Adligen, die in früher Jugend nach Livland – territorial identisch mit dem heutigen Estland und Lettland – geschickt wurden, um im dortigen Zweig des Deutschen Ordens eine standesgemäße Versorgung zu erhalten und an politischer Macht teilhaben zu können. Wolter wurde vermutlich im üblichen Alter vn 14 Jahren in den Orden »eingekleidet« und nach Livland geschickt. Hier durchlief er in verschiedenen Ordensburgen schrittweise eine Ämterfolge, wurde schon wenig älter als 30 Jahre Landmarschall und damit zweiter Mann im Ordensland. Er folgte schließlich dem verstorbenen Meister Johann Freitag von Loringhofen im Amt des Ordensmeisters nach und wurde durch den in Königsberg residierenden Hochmeister Hans von Tiefen bestätigt. Er gilt als der bedeutendste Ordensmeister von Livland und ist ein hervorragendes Beispiel für westfälisch-baltische Bezüge im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert.

Prof. Dr. Norbert Angermann, Jahrgang 1936, lehrte viele Jahre an der Universität Hamburg und publizierte umfassend zur osteuropäischen, russischen und nordosteuropäischen Geschichte, zur Hanse und zur deutschen Geschichte im östlichen Europa. Er gilt zu Recht bis heute als Mittler zwischen den Kulturen.

2007-08-16 19:00:00
2007-08-16 00:00:00