09.12.2004 , 00:00

Mathias Wagner: Fremde Heimat

Alltag in einem masurischen Dorf

Wagner, Mathias: Fremde Heimat. Alltag in einem masurischen Dorf

Der Autor präsentiert seinen kürzlich im Verlag des Deutschen Kulturforums erschienenen Bildband

19:30 Uhr

Der Bildband von Mathias Wagner stellt stimmungsvolle Aufnahmen von Landschaft, Kultur und Alltagsaufnahmen sowie Personenportraits in Wechselwirkung mit Texten über die Lebensläufe von Menschen in Masuren: Eine nach dem Krieg gebliebene deutschsprachige Bäuerin, eine aus der Ukraine stammende, nach 1945 in Masuren angesiedelte Landfrau und ein ehemaliger Staatsgutarbeiter. Das Buch ist im Herbst 2004 im Verlag des Deutschen Kulturforums erschienen.

»Bei vielen Betrachtern werden die Bilder zunächst einmal Vergangenes wachrufen. Wer seine Kinderzeit in Masuren oder anderswo im agrarischen Osten des Deutschen Reiches verlebte, wird sich erinnern: Barfußlaufen auf sandigen Wegen, knöcheltiefer Frühjahrsmatsch, die Plackerei der Heuernte und die Eile, wenn ein Gewitter im Anzug war, Großmutters gepunktete Schürze. Kohleöfen, Spinnräder, Plumpsklos. Holzhacken, ein Onkel, der darin so geschickt war, das Pock-Pock und andere Geräusche, an denen das Dorf, in dem noch kaum Autos fuhren, so reich war. Die Liebe zu einem Hundchen, Gespräche über die Liese, die Rosa oder wie immer die störrische Kuh hieß, die so schwer zu melken war. Familienfotos, damals in braun-sepia, auf denen nicht gelächelt wurde.
Jeder hat seine Sehnsuchtsinseln.«

Aus dem Nachwort von Ulla Lachauer

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2004-12-09 00:00:00
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