Schulprojekt: Gespräche mit Zeitzeugen und heutigen Betroffenen

Schulprojekt: Gespräche mit Zeitzeugen und heutigen Betroffenen

Flucht und Migration sind universelle Erfahrungen. Es gab nie eine Zeit, in der Menschen nicht ihre Wohnorte verließen, um einen neuen Ort zum Leben aufzusuchen. Teils geschah das aus Zwang, teils aufgrund von eigenen, durch die Umstände aber oft ebenfalls indirekt erzwungenen Entscheidungen. Auf der Hand liegen Gründe wie Krieg, politische Verfolgung, gesellschaftliche Diskriminierung. Andere Motive sind wirtschaftlich und klimatisch bedingt. Eines haben alle diese Entscheidungen gemeinsam: Menschen wollen ein besseres, sicheres Leben – häufig nicht allein für sich, sondern für ihre Angehörigen, nicht selten für ihre Kinder. Damit gerade Letztere eine bessere Perspektive haben als sie selbst.

In dem Schulprojekt »Flucht und Vertreibung – eine deutsche und polnische Erfahrung, aus der wir lernen können« möchten wir Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisieren und ihnen historisches Wissen lebensnah vermitteln. In Zeitzeugengesprächen eignen sie sich Wissen zum Thema Flucht und Vertreibung auf persönliche Weise an. Sie führen selbst die Gespräche und stellen Fragen zu den Schicksalen der Menschen. Durch die Auswahl der Zeitzeugen und aktuell Betroffenen schlagen wir einen Bogen von den Erfahrungen der Vertreibungen und Umsiedlungen polnischer und deutscher Bürger als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs über Menschen, die aus der Polnischen Volksrepublik oder der DDR geflüchtet sind, bis in unsere Tage, da Menschen aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt ihren Wohnort verlassen und zu uns kommen.

Die Schülerinnen und Schüler bereiten sich im Vorfeld auf die Gespräche vor, indem sie sich mit den Ursachen von Migration und den Umständen für die konkreten Fälle der eingeladenen Gesprächspartner beschäftigen. In kleinen Gruppen sprechen die Schülerinnen und Schüler mit je einem Gast, wodurch das historische und politische Wissen eine mikrogeschichtliche Dimension erhalten und die Prüfung eigener Vorurteile angeregt werden soll. Im Anschluss werden die Schülerinnen und Schüler sich über ihre während des Projekts gemachten Erfahrungen austauschen und ihre Ergebnisse in unterschiedlichen Formen präsentieren.

Kontakt

Deutsches Kulturforum östliches Europa
Jonas Grygier
Berliner Str. 135
14467 Potsdam
T: +49 (0)331 20098–11
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Schulen,

an denen das Projekt bereits realisiert wird:

  • II Liceum Ogólnokształcącego z Oddziałami Dwujęzycznymi im. Marii Konopnickiej in Katowice
  • Zespół Szkół Ogólnokształcących nr 15 in Sosnowitz/Sosnowiec
  • Evangelische Oberschule in Doberlug-Kirchhain
  • Humboldt-Gymnasium in Greifswald
  • Joliot-Curie-Gymnasium in Görlitz
  • Zespół Szkół im. Jana Kasprowicza in Jelcz-Laskowice

Das Projekt ist eine Kooperation des Deutschen Kulturforums östliches Europa mit dem Instytut Regionalny w Katowicach.

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