24.02.2010

Eine Podiumsdiskussion zum Thema »Das Ende des ›Völkerkerkers‹. 90 Jahre seit den Pariser Vorortverträgen« spürte den Gründen für den Untergang der Habsburgermonarchie nach – und den Lehren aus dem Schicksal der Donaumonarchie

Harald Roth
Harald Roth
Eine Podiumsdiskussion zum Thema »Das Ende des ›Völkerkerkers‹. 90 Jahre seit den Pariser Vorortverträgen« spürte den Gründen für den Untergang der Habsburgermonarchie nach – und den Lehren aus dem Schicksal der Donaumonarchie
Gastgeber der gut besuchten Veranstaltung des Deutschen Kulturforums war die Botschaft der Tschechischen Republik Berlin, Mitveranstalter der Adalbert Stifter Verein in München.
Vertraten unterschiedliche Positionen auf dem Podium (v.l.) Amalija Maček, Andreas Helmedach (Moderation ), Hannes Grandits und Jaroslav Šebek.
Am Festzug anlässlich des 60-jährigen Thromjubiläums Kaiser Franz Josephs 1908 in Wien beteiligte sich weniger als die Hälfte der Völker der Monarchie. Hier die Krain mit Landleuten aus der Gegend von Gottschee.

Gastgeber der gut besuchten Veranstaltung des Deutschen Kulturforums war die Botschaft der Tschechischen Republik Berlin, Mitveranstalter der Adalbert Stifter Verein in München.



Eine »traumhafte Vision«, ein »Einmal – und nicht wieder« – so ließ sich die Stimmung beschreiben, die der Huldigungsfestzug zum 60. Thronjubiläum Kaiser Franz Josephs 1908 in Wien hervorrief. Dr. Jozo Džambo zeigte anhand beeindruckender Originalaufnahmen und zweier Filmsequenzen dieses Ereignisses die außerordentliche Vielfalt auf, die das späte Reich der Habsburger kennzeichnete. Dabei beteiligte sich noch nicht einmal die Hälfte der Völker der Monarchie. Kaiser Franz Joseph, für viele ob seines Alters und seiner langen Regentschaft fast schon mythisch entrückt, nahm den zehn Kilometer langen Festzug stehend ab. Das »Finis Austriae« ließ sich am 12. Juni 1908 bereits erahnen.

Vom Ende des Habsburgerreiches und den nachfolgenden Friedensverträgen, den vor 90 Jahren zum Abschluss gekommenen »Pariser Vorortverträgen«, ausgehend, diskutierten anschließend auf dem Podium Amalija Maček (Laibach/Ljubljana), Prof. Dr. Hannes Grandits (Graz) und Dr. habil. Jaroslav Šebek (Prag/Praha). Dr. Andreas Helmedach (Berlin und Gießen) lenkte die Diskussion dabei zu Fragen wie jene nach den Gründen, die die Habsburgermonarchie zu Fall brachten, nach den Vorzügen und Nachteilen der Zwischenkriegsordnung in Ostmittel- und Südosteuropa oder nach der Rolle von Nationsbewegungen und Nationalismen in den Umbruchsprozessen. Schließlich versuchten die Podiumsteilnehmer, der Erinnerung an die Monarchie in den Nachfolgestaaten nachzuspüren, und sie überlegten, ob man aus dem Schicksal der Donaumonarchie tatsächlich Lehren für den aktuellen europäischen Einigungsprozess ziehen könne – mit durchaus unterschiedlichen Antworten …

Gastgeber der gut besuchten Veranstaltung war die Botschaft der Tschechischen Republik Berlin, Mitveranstalter der Adalbert Stifter Verein in München. Die Podiumsdiskussion »Das Ende des ›Völkerkerkers‹. 90 Jahre seit den Pariser Vorortverträgen« war der zweite Programmpunkt der zehn Veranstaltungen des Kulturforums, die dieses anlässlich seines zehnjährigen Bestehens durchführt.

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