01.12.2002

Uraufführung der Suite für großes Ensemble (Oktober 2002)

Klaus Harer
Klaus Harer
Uraufführung der Suite für großes Ensemble (Oktober 2002)
Uraufführung der Suite für großes Ensemble (Oktober 2002)
Der große Saal des rumänischen Rundfunks in Bukarest während der Proben zur Uraufführung von „Transylvaniana“
Das Berlin Composers Ensemble bei der deutschen Erstaufführung von „Transylvaniana“

Das Kompositionsprojekt des Berliner Avantgarde-Musikers Maurice de Martin (Jg. 1969) ist der musikalische Reflex einer jahrelangen Auseinandersetzung des Komponisten mit der reichen musikalischen Tradition Siebenbürgens (Transylvaniens). Während mehrerer Studienreisen in den Jahren 1997 bis 2000 besuchte Martin zahlreiche sächsische Gemeinden und sammelte in mündlichen und schriftlichen Quellen erhaltene Melodien. Das Deutsche Kulturforum östliches Europa ermöglichte die Fertigstellung der Komposition und die Realisierung einer Uraufführung für großes Ensemble durch namhafte Instrumentalisten aus dem Bereich Neue Musik / Jazz (Berlin Composers Ensemble).

Das Kompositionsprojekt des Berliner Avantgarde-Musikers Maurice de Martin (Jg. 1969) ist der musikalische Reflex einer jahrelangen Auseinandersetzung des Komponisten mit der reichen musikalischen Tradition Siebenbürgens (Transylvaniens). Während mehrerer Studienreisen in den Jahren 1997 bis 2000 besuchte Martin zahlreiche sächsische Gemeinden und sammelte in mündlichen und schriftlichen Quellen erhaltene Melodien. Die aus dieser musikalischen Spurensuche hervorgegangene Suite „Transylvaniana“ ist ein zeitgenössisches, durchaus avantgardistisches Porträt Siebenbürgens als Kulturlandschaft, das ein wenig bekanntes Phänomen deutscher und europäischer Kultur zum Klingen bringt. In der Suite wechseln komponierte, sehr apart instrumentierte Teile mit Improvisationen. Fragmente und Motive aus der multiethnischen siebenbürgischen Musikkultur finden eine anspruchsvolle Verarbeitung, die auch die Brüche in der kulturellen und gesellschaftlichen Situation des heutigen Rumänien nicht verleugnen.

Die Recherche und die Vorarbeiten zu der Komposition waren vom DAAD und vom Berliner Senat gefördert worden. Im Dezember 2001 stellte Maurice de Martin eine vorläufige Fassung der Suite für reduzierte Besetzung in der „Wabe“ (Berlin) vor.

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa ermöglichte nun im Jahre 2002 die Fertigstellung der Komposition und die Realisierung einer Uraufführung für großes Ensemble. Als Ausführende konnten namhafte Instrumentalisten aus dem Bereich Neue Musik / Jazz gewonnen werden, die unter der Leitung des Komponisten, der auch die Perkussionsinstrumente spielte, das Werk erarbeiteten. Die sehr farben- und nuancenreiche Instrumentation (Violine, Trompete, Saxophon, Posaune, zwei elektrische Gitarren, Keyboard, präpariertes Klavier, Live-Elektronik und Perkussion) erforderte intensive Proben.

Als Ort für die Uraufführung wurde mit Bedacht Bukarest gewählt, es folgte eine deutsche Erstaufführung in Berlin.

Die Uraufführung fand am 26. Oktober 2002 im Rahmen des International Jazz Festival Bukarest statt. Als Mitveranstalter konnten der städtische Kulturveranstalter von Bukarest ARCUB sowie das Goethe-Institut Inter Nationes Bukarest gewonnen werden. Der große Saal des rumänischen Rundfunks gab der Aufführung nicht nur einen festlichen Rahmen, sondern er ermöglichte auch die Verwendung eines erweiterten Instrumentariums: Zwei Konzertflügel, Celesta und die große Konzertorgel boten klangliche Möglichkeiten, wie sie unter den bescheideneren Bedingungen gewöhnlicher Lokalitäten nicht möglich sind. Der Konzertsaal war mit etwa 700 Zuhörern gut besetzt. Das Konzert wurde vom rumänischen Rundfunk live übertragen, das rumänische staatliche Fernsehen zeichnete das Konzert für eine spätere Sendung auf.

Die deutsche Erstaufführung wurde in Zusammenarbeit mit dem kommunalen Kulturzentrum „Wabe“ in Berlin-Prenzlauer Berg am 29. Oktober 2002 realisiert. In der als Konzertsaal für Jazz gut eingeführten „Wabe“ fanden sich etwa 120 Zuhörer ein, die die Aufführung mit begeistertem Beifall bedachten.

In Zusammenarbeit mit dem renommierten Danziger Kulturhaus „Klub Żak“ konnte eine weitere Aufführung der „Transylvaniana“ am 23. November 2002 in Danzig realisiert werden. Der Saal des „Klub Żak“ war mit etwa 350 aufmerksamen Zuhörern voll besetzt. Das Konzert wurde aufgezeichnet und wird gemeinsam mit der Aufzeichnung der Bukarester Uraufführung für die Präsentation der „Transylvaniana“ als „Buch mit Ton“ im Jahr 2003 verwendet werden.

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