04.05.2011 , 15:00

Studenten machen Schule – deutsche Kulturgeschichte im östlichen Europa

Abschlussveranstaltung des Projekts mit fünf Zukunftswerkstätten, Präsentation der Ergebnisse und Preisverleihung / Teilnahme ab 18.00 Uhr möglich / Anmeldung bis zum 26. April 2011

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und des Ernst Klett Verlags GmbH Stuttgart | Das Projekt wird gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

15.30 – 19.30 Uhr

programm | zukunftswerkstätten | teilnehmende schulen und studierende

bericht und impressionen

Grenzen in Mitteleuropa sind zwar nahezu verschwunden, doch die Kenntnisse über die Nachbarn jenseits von Oder, Neiße oder Böhmerwald beschränken sich häufig auf billiges Benzin, Basar und bestenfalls einige Eckdaten aus dem Lexikon. Dabei ist gerade in Grenzgebieten von Staaten gemeinsame Geschichte zu entdecken, die deren Vergangenheit deutlich macht und die zeigt, dass die historischen Regionen früher nicht an den heutigen nationalen Staatsgrenzen endeten. Nach vielen Jahrhunderten wechselnder Herrschaft sowie mehreren Grenz- bzw. Bevölkerungsverschiebungen haben diese Gebiete einen wahrhaft europäischen Charakter bewahrt in dem Sinne, dass sie grenzüberschreitend sind.

Gegenstand des Projekts sind die Regionen Neumark und Schlesien in Polen sowie das tschechisch-deutsche Grenzgebiet. Etwas über die Historie dieser drei Regionen herauszufinden und anderen zu vermitteln, die verbindende Kraft dieser Regionen bewusst zu machen, einen produktiven Aneignungsprozess des Erfahrenen in Gang zu setzen: Das sind die Ziele des Projekts »Studenten machen Schule – deutsche Kulturgeschichte im östlichen Europa«.

Im Rahmen eines Modellprojekts für Kulturelle Bildung, gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, entwickelte das Deutsche Kulturforum östliches Europa die Projektidee: Studierende werden zunächst in Bezug auf diese Regionen qualifiziert, um dann selbständig in Teams didaktische Handlungsvorlagen zu entwerfen, die in deutschen Schulen im Grenzgebiet umgesetzt werden.

In drei Workshops in Potsdam, Ustí nad Labem/Aussig und Krzyżowa/Kreisau setzten sich die Teilnehmer mit der Geschichte dieser Regionen in ihrer Vielschichtigkeit und aus mehreren Perspektiven auseinander. Anschließend arbeiteten sie in interdisziplinären Teams an möglichst authentischen, unkonventionellen Formen der Vermittlung ausgewählter Inhalte an Schulen.

Im Februar und März 2011 fanden die Projekttage an sieben teilnehmenden Schulen mit Schülern der Jahrgangsstufen 8 bis 10 statt, die im Alltag der Grenzregion aufwachsen. Hier setzten die Studierenden in Teams ihre Unterrichtsentwürfe um und thematisierten Aspekte regionaler polnisch-deutscher und tschechisch-deutscher Beziehungsgeschichte. Die Schulen wurden während dieser Zeit Laboratorien für die Erprobung ungewöhnlicher Unterrichtskonzepte. Es wurden alte Bahnhöfe und Friedhöfe erkundet, Zeitzeugengespräche geführt, Ausstellungen, Plakate, Spiele oder Stadtführer kreiert und Zukunftsvisionen für das Leben an der Grenze entworfen.

Zum Abschluss des Projekts lädt das Deutsche Kulturforum östliches Europa dazu ein, zusammen mit Machern und Beteiligten des Projektes die Ergebnisse zu betrachten und die Erfahrungen im Hinblick auf die Zukunft grenzüberschreitender historisch-kultureller Bildung zu diskutieren.

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Programm

15.30 – 16.00 Uhr | Zuordnung zu den Werkstätten, Kaffee

16.00 – 17.30 Uhr | Zukunftswerkstätten (Tische 1 bis 5)

18 Uhr | Grußworte und Präsentation
Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel | Abteilungsleiterin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

Claudia Zinke | Staatssekretärin für Bildung, Jugend und Familie, Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Berlin

»Studenten machen Schule – deutsche Kulturgeschichte im östlichen Europa« – Projektverlauf mit Diashow

Ergebnispräsentation Zukunftswerkstätten

Preisverleihung

Moderation
Dr. Doris Lemmermeier | Direktorin des Deutschen Kulturforums östliches Europa

Empfang und Ausstellung der Schülerarbeiten

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Zukunftswerkstätten

Tisch 1: Deutsche Kulturgeschichte in östlichen Nachbarregionen als Verständnisschlüssel Können Themen aus dem Bereich der deutschen Kulturgeschichte im östlichen Europa verbindend eingesetzt werden? Wie kann man sie zu einem Verständnisschlüssel gerade in grenzüberschreitenden Regionen machen? Gibt es Inhalte, die sich besonders gut, andere, die sich weniger eignen? Welche passenden und spannenden Vermittlungsmethoden gibt es?

Tisch 2: Multiperspektivität erfahrbar machen

Wie rezipieren unsere östlichen Nachbarn die gemeinsame Geschichte in grenzübergreifenden Regionen? Wie läßt sich die Multiperspektivität der Geschichte für Schüler und Menschen mit wenig Vorwissen erfahrbar machen? Wie bindet man Teilnehmer mit Migrationshintergrund ein? Kann ihre Sicht zu einem komparatistischen Ansatz beitragen?

Tisch 3: Methoden angewandter Geschichte: Zeitzeugen, Spurensuche, Familienbiografien

Zugänge zur Geschichte mit lebensweltlichem Bezug sind eine Spezialität der angewandten Geschichte – können diese ein Gefühl für die Konstruiertheit von Geschichte und das Wirken von Geschichtspolitik vermitteln? Was ist bei Zeitzeugengesprächen zu beachten, wie bereitet man eine Spurensuche an einen fremden Ort vor? Wie kann man am besten aus den daraus gewonnenen Erfahrungen profitieren?

Tisch 4: Unterrichtswirklichkeit versus Vermittlung von außercurricularen Inhalten

Inwiefern erlaubt die Schulrealität die Behandlung von Themen, die nicht im Curriculum stehen? Kann die festgeschriebene Agenda im Unterricht um Themen der deutschen Kulturgeschichte im östlichen Europa erweitert werden? Sind freie Projektformate im Schulalltag umsetzbar? Wie kommt so etwas in den Klassen an?

Tisch 5: Hochschulen als Multiplikatoren

Wie kann man Studierende für Themen interessieren, auf die die ältere Generation ein Monopol zu haben scheint? Vor allem: Wie unterscheiden sich Herangehensweise, Aneignung und Erkenntnisgewinn bei der Beschäftigung mit deutscher Kulturgeschichte im östlichen Europa in beiden Gruppen? Können Hochschulen Multiplikatoren für die grenzüberschreitende historisch-kulturelle Bildungsarbeit ausbilden?

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Teilnehmende Schulen

  • Pestalozzi-Schule Demmin ►►
  • Berta-von-Suttner-Oberschule Berlin ►►
  • Gymnasium im Stift Neuzelle ►►
  • Goethe-Gymnasium Sebnitz ►►
  • Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth ►►
  • Staatliche Realschule Bad Kötzting ►►
  • Comenius-Gymnasium Deggendorf ►►

Teilnehmende Studierende

  • Barbara von Campe, Kiel
  • Christoph Alms, Potsdam
  • Dirk Berger, Frankfurt (Oder)
  • Dorothee Ahlers, Frankfurt (Oder)
  • Eric Wagner, Leipzig
  • Hannah Speidel, Bamberg
  • Helene Cersovsky, Dresden
  • Jacob Venuß, Berlin
  • Janna Keberlein, Düsseldorf
  • Julia Moldenhawer, Potsdam
  • Katrin Rapp, Dresden
  • Lisa Höhenleitner, Greifswald
  • Luise Richter-Rethwisch, Greifswald
  • Malte Hildebrand, Frankfurt (Oder)
  • Marco Splitt, Berlin
  • Maria Auris, Leipzig
  • Michaela Tietz, Magdeburg
  • Nina Werner, Frankfurt (Oder)
  • Oliver Krause, Leipzig
  • Peggy Lohse, Leipzig
  • Sarah Nekola, Berlin
  • Stefanie Weisse, Leipzig
  • Stephan Müller, Berlin
  • Susanne Albani, Frankfurt (Oder)
  • Sven Liszok, Leipzig
  • Tina Marie Lesch, Magdeburg
  • Uta Pavlicek, Dresden
  • Vanessa Böttger, Chemnitz

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Veranstalter

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