Resumés der von den ukrainischen Studierenden vorgestellten Projekte

Klaus Harer
Klaus Harer
Resumés der von den ukrainischen Studierenden vorgestellten Projekte
Im Rahmen eines Projekts, das vom Deutschen Kulturforum östliches Europa in Potsdam initiiert und in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Haus Odessa und dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg, sowie mit der Unterstützung durch die Deutsche Botschaft in der Ukraine realisiert wurde, präsentierten Studierende aus Odessa am 28. August 2012 im Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg ihre Forschungsprojekte.
Alina Afanasjewa
Stanislaw Galinowski
Julia Kowalenko
Valeria Maljarenko
Jekaterina Motsarenko
Irina Nikiforowa
Jekaterina Shurenko
Oleg Tscheresow

Im Rahmen eines Projekts, das vom Deutschen Kulturforum östliches Europa in Potsdam initiiert und in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Haus Odessa und dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg, sowie mit der Unterstützung durch die Deutsche Botschaft in der Ukraine realisiert wurde, präsentierten Studierende aus Odessa am 28. August 2012 im Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg ihre Forschungsprojekte.

Wir dokumentieren die kurzen Zusammenfassungen der Referate in deutscher Übersetzung.

Die Geschichte und das Kulturerbe der Deutschen im Lichte der kulturellen Infrastruktur der Stadt Odessa
von Alina Afanasjewa, Studentin (3. Studienjahr) an der Staatlichen Polytechnischen Universität Odessa, Studienfach Kulturwissenschaft/Kunstgeschichte

Die in Odessa lebenden Deutschen siedelten relativ kompakt, was sowohl auf die ihre kulturellen als auch auf ihre beruflichen Bedürfnisse zurückzuführen ist. Was die Quellengrundlage meiner Arbeit betrifft, so basiert sie auf den Daten der Volkszählungen der Jahre 1873, 1892 und 1897 und auf Arbeiten zur Geschichte der Odessaer Deutschen. Untersucht wurden die sieben Bezirke, in die Odessa im Jahre 1897 gegliedert war, und die Verteilung der deutschen Bewohner auf diese Bezirke, sowie deren soziologische Grundlagen. In Tabellen wird die soziale Stellung (wie Berufe etc.) der deutschen Bewohner aufgeschlüsselt. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Deutsche Diaspora im 19. Jahrhundert großen Einfluss auf die Herausbildung der städtischen Infrastruktur genommen hat, die sich in vielen Aspekten auch heute noch erhalten hat.
Kontakt: E-Mail: malina1st[at]mail.ru

Die deutschen Siedlungen im Odessaer Gebiet. Wissenschaftliche Erforschung, Exkursions- und Bildungsprojekte

von Stanislaw Galinowski, Doktorand des Lehrstuhls für Philosophie der naturwissenschaftlichen Fakultät der Metschnikow-Universität

Die Geschichte des Odessaer Kollektivisten-Theaters
von Julia Kowalenko, Doktorandin am Lehrstuhl für Kulturwissenschaft und Kunstgeschichte der Staatlichen Polytechnischen Universität Odessa

Die Existenz eines deutschen Theaters in Odessa von 1934 bis 1939 ist bis heute fast unbekannt geblieben. Obwohl das Theater in den nur sechs Jahren seines Bestehens eine bedeutende und konkurrenzfähige Position in der Theaterlandschaft nicht nur Odessas, sondern der ganzen Ukraine einnehmen konnte, sind die Indformationen über es nur in vereinzelten Archivdokumenten und privaten biografischen Aufzeichnungen zu finden. Dem Vergessen fielen auch die Namen derer anheim, die mit dem Theater verbunden waren – die berühmten deutschen Schauspieler Erwin Geschonnek und Albert Hetterle spielten jahrelang die Hauptrollen im Odessaer deutschen Theater, der bekannte Berliner Regisseur Leopold Popper war der erste künstlerische Leiter, und als Direktorfungierte lange Jahre Arthur Höft. Heute können und müssen wir die Situation ändern und Licht auf diese vergessene Geschichte werfen.
Kontakt: junana[at]list.ru

Die Tätigkeit der Professoren Nikolaj Grot und Nikolaj Lange an der Kaiserlichen Neurussischen Universität
von Valeria Maljarenko, Studentin (2. Studienjahr) an der Philosophischen Fakultät der Staatlichen Metschnikow-Universität Odessa

Bei der Beschäftigung mit der Geschichte der Philosophie in Odessa erfuhr in von der Tätigkeit der Professoren Nikolai Lange und Nikolai Grot, zwei herausragenden Wissenschaftlern und Hochschullehrern, die Ende des 19. Jahrhunderts an der Universität Odessa wirkten. Beide spielten eine außerordentliche Rolle im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Leben nicht nur für Odessa, sondern für das ganze Russische Reich. Lange gründete das erste Laboratorium für experimentelle Psychologie im Russischen Reich, nachdem er zuvor in Wilhelm Wundts Institut in Leipzig gearbeitet hatte. Nikolai Grot war berühmt für seine öffentlichen Vorlesungen, die er in ungewöhnlich lebendiger und mitreißender Weise vortrug, wodurch er bei vielen seiner Zeitgenossen ein Interesse für die Philosophie weckte. Er selbst betonte, seine Vorbilder seien die Professoren der Straßburger Universität gewesen, allen voran Otto Liebmann, bei dem Grot selbst Philosophie studiert hatte.
Kontakt: twiggy_[at]ukr.net

Die Musikalische Infrastruktur und die Deutschen in Odessa im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts
von Jekaterina Motsarenko, Studentin (4. Studienjahr) an der Staatl. Musikakademie Odessa, Preisträgerin nationaler und internationaler Wettbewerbe in den Kategorien Soloklavier und Ensemblespiel

Thema meiner Arbeit ist die von den deutschen Bewohnern Odessas geschaffene vielschichtige musikalische Infrastruktur. Der Themenkomplex wurde unter drei Aspekten untersucht: Konzertleben, musikalische Ausbildung, Herstellung und Verkauf von Musikinstrumenten. Das Konzertleben der deutschen Gemeinde in Odessa zeigte ein breites Spektrum von Veranstaltungen: private Hausmusikabende (etwa bei dem Musiklehrer Friedrich Kalbitz), Konzerte in der St. Pauls-Kirche, Wohltätigkeitskonzerte der Musikschulen von Karl Lagler (Klavier und Streichinstrumente) und von Damian von Rössl (Blasinstrumente).
Eine nicht unwichtige Rolle spielten die Hersteller von Musikinstrumenten wie die Klavierfabrikanten Karl Heinrich Haas (ab 1823), die Brüder Stapelberg (1830er Jahre), Karl Heinrich Schön (ab 1844) und andere sowie Musikalienhandlungen mit breiterem Profil wie etwa das von Moritz Rausch im Jahr 1856 gegründete Geschäft. Aus diesem Geschäft stammt ein Klavier, auf dem man noch heute in der St. Pauls-Kirche spielen kann.
Kontakt: emotz[at]mail.ru

Die deutsche evangelisch-lutherische St. Pauls-Gemeinde in Odessa. Geschichte und Gegenwart

von Irina Nikiforowa, Doktorandin des Lehrstuhls für Philosophie der naturwissenschaftlichen Fakultät der Metschnikow-Universität
Kontakt: Nikiforova1323[at]yandex.ua

Die Kulturtraditionen der deutschen Kolonisten im Kreis Belgorod-Dnestrowski des Odessaer Gebietes
von Jekaterina Shurenko, Studentin (3. Studienjahr) an der Staatlichen Polytechnischen Universität Odessa, Studienfach Kulturwissenschaft und Kunstgeschichte

Thema der Arbeit ist das kulturelle Erbe der deutschen Kolonisten in Bessarabien am Beispiel zweier Kolonien (Dörfer), Alexejewka (ehem. Kolonie Mansburg) und Romanowka (ehem. Kolonie Romanowka), soweit es ablesbar ist an den erhalten Bauwerken – deutschen Kolonistenhäusern und Kirchengebäuden. In der Arbeit wurden mündliche Erzählungen und eigene Fotografien verwendet.
Kontakt: sakura.koizora2112[at]mail.ru

Deutsche Architekten und ihre Werke in Odessa
von Oleg Tscheresow, Student (4. Studienjahr) an der Staatl. Polytechnischen Universität Odessa im Fach Web-Design

In dem Vortrag wird die Rolle deutscher Architekten für die Entstehung des unverwechselbaren Stadtbildes Odessas analysiert. Folgende herausragende Baumeister werden mit ihren Werken vorgestellt: Hermann Scheurembrandt, Eduard Messner, Bruno Bauer, Paul Klein, Waldemar Kundert, Wasili Mahs, Friedrich Kühner und Christian Squeder.
Kontakt: sleg.oleg[at]gmail.com

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