Literatur

  • 17.05.2019

    In einem Zug

    Von Jaroslav Rudiš […] Mein Europa, das sind auch all die Eisenbahner, die davon einiges wissen und beim Bier auch davon erzählen. Zum Beispiel in der Bahnhofsgaststätte in Liberec, in Reichenberg in Nordböhmen, die alles überstanden hat. In Liberec fertigte mein Onkel die Züge als Fahrdienstleiter ab. Sein Bahnhof hat v ...
  • 17.05.2019

    Die Journalistin und Kafka-Übersetzerin Milena Jesenská

    Von Doris Liebermann […] Sie schrieb über Mode, Lebensstil, Architektur, lernte den Bauhaus-Architekten Jaromír Krejcar kennen und bekam von ihm eine Tochter. 1931 trat sie der Kommunistischen Partei bei, konnte sich der Parteiraison aber nicht unterwerfen. Weil sie die Rechtmäßigkeit der stalinistischen Schauprozesse in M ...
  • 15.05.2019

    Peggy Mädler: Wohin wir gehen

    »Almut und Rosa, zwei Mädchen im Böhmen der 1940er Jahre, sind beste Freundinnen. Als Almuts Vater überraschend stirbt und ihre Mutter Selbstmord begeht, nimmt Rosas Mutter, eine deutsche Kommunistin und Antifaschistin, die nach dem Krieg wie alle Deutschen die Tschechoslowakei verlassen muss, beide Mädchen mit nach Brandenburg. Sie tei ...
  • 09.05.2019

    »Swinemünde war, als wir Sommer 1827 dort einzogen, ein unschönes Nest …«

    Von Erwin Rosenthal Im Jahre 2019 feiern wir den 200. Geburtstag Theodor Fontanes. Das Land Brandenburg plant unter dem Motto »fontane.200« gar ein ganzes Theodor-Fontane-Jahr. Ohne Zweifel hat der Schriftsteller mit seinem mehrbändigen Werk Wanderungen durch die Mark Brandenburg dem Land ein literarisches Denkmal g ...
  • 08.05.2019

    Der Fontane-Literaturpreis 2019 geht an Peggy Mädler

    […] In der Begründung der Jury heißt es: »Wohin wir gehen ist ein schmales Buch – und doch steckt in ihm ein ganzes Jahrhundert. […] Drei Generationen, drei Freundinnenpaare. Geprägt sind ihre Lebensgeschichten von Brüchen und Veränderungen, ausgelöst durch Krieg, Vertreibung und wechselnde politische Systeme bei den einen, dur ...
  • 25.03.2019

    Dörthe Binkert: Vergiss kein einziges Wort

    »In den Geschichten von Martha, Maria und Magda im schlesischen Gleiwitz spiegelt sich die Geschichte einer Grenzregion wider: die Geschicke von Deutschen, Polen und Tschechen, Christen und Juden, die liebten und hassten, Familien gründeten und einander verließen, vertrieben wurden und sich wiederbegegneten. Dörthe Binkert spannt gekonnt ...
  • 22.03.2019

    Kateřina Tučková: Gerta

    »Das Mädchen Gerta wächst in der zweisprachigen Familie Schnirch im mährischen Brünn auf. Die Mutter ist Tschechin, der Vater ist Deutscher und wie der Bruder ein Anhänger Hitlers. Mit der Errichtung des deutschen Protektorats 1938 zerfällt die Familie wie die Gesellschaft in einen tschechischen und einen deutschen Teil. Die Mutter stirbt und ...
  • 21.03.2019

    Ein Zipfelchen von Wahrheit

    von Susanne Lenz […] Drei Millionen Deutsche wurden vertrieben, 250 000 durften bleiben, allerdings hatten sie nicht die vollen Bürgerrechte. Gerta ist eine von ihnen. Jahrelang lebt sie als Zwangsarbeiterin auf dem Land, bis sie nach Brünn zurückkehrt. Und wenn Kateřina Tučková beschreibt, wie das Leben dieser Deutschen ...
  • 20.03.2019

    Verlust und Wiedergewinnung der Mitte

    Von Andreas Breitenstein […] Mit der von der deutschen Romantik induzierten Entwicklung des tschechischen Nationalismus einher ging ein bedeutender kultureller Aufschwung, es entstanden das Nationalmuseum und das Nationaltheater. Um 1860 verlor die deutschsprachige Bevölkerung die demografische Mehrheit, die sie seit dem Mitt ...
  • 20.03.2019

    Liegt am Meer

    Von Lothar Müller […] Das Programm insgesamt ist darauf angelegt, die Wahrnehmung Tschechiens von der Fixierung auf Prag zu lösen. Es gibt Veranstaltungen über Dada im Sudetenland und die aktuellen Literaturbeziehungen zwischen Brünn und Berlin, und wenn am Freitag Jáchym Topol, Gáspár Miklós Tamás und Piotr Buras üb ...
  • 20.03.2019

    Der fremd gewordene Nachbar

    Von Susanne Lenz […] Es waren Deutsche aus der Gegend um Aachen, die sich in Brünn schon im 13. Jahrhundert niederließen. Später kamen Fabrikantensöhne, Zweit- oder Drittgeborene, darunter zahlreiche Juden. Sie erbten nichts, aber das Wissen hatten sie, und in Brünn bauten sie jenseits der Stadtgrenze in den Sümpfen Prod ...
  • 12.03.2019

    Oh wie schön ist Tschechien

    Von Marc Reichwein […] Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die jüngere tschechische Literatur nach einer postkommunistischen Phase relativ belanglosen Schreibens wieder literarisch relevanter ist. Und zwar in dem Sinne, dass sie Themen aufs Tapet bringt, die im politischen Diskurs Tschechiens lange tabuisiert waren oder es ...
  • 06.03.2019

    Slobodan Šnajder: Die Reparatur der Welt

    »Die Gesandten Maria Theresias reisen in die Hungergebiete des Schwabenlandes und locken Urvater Kempf nach ›Transsilvanien‹. Mehr als 150 Jahre später kommen erneut Gesandte, die die sogenannten Volksdeutschen heim ins Reich holen und für die Waffen-SS rekrutieren sollen. Der Dichter Georg Kempf wird an die Ostfront geschickt, desert ...
  • 17.02.2019

    Der Volksversteher

    Von Patrick Wildermann […] Nicht von ungefähr sind Horváths Stücke an den Peripherien der Metropolen angesiedelt, auf den Oktoberfesten, Praterwiesen und in den Randbezirken, wo Stadt- und Landbevölkerung sich entfremdet begegnen. Dabei war Horváth ja selbst ein Diplomaten- und Kaufmannssohn. Früh globalisiert zwischen ...
  • 16.02.2019

    Auf den Spuren Fontanes in Swinemünde

    Von Erwin Rosenthal […] In seinem Buch Meine Kinderjahre beschreibt Fontane anschaulich seine Kindheit in Swinemünde, wo sein Vater, Louis Henri Fontane, die Adler-Apotheke gekauft hatte. »Swinemünde war, als wir Sommer 1827 dort einzogen, ein unschönes Nest, aber zugleich ein Ort von besonde ...
  • 30.01.2019

    Von Abschruten bis Zwirballen

    Im Jahresthema sind Veranstaltungen zusammengefasst, die unter einem jährlich wechselnden Motto stehen und so unserem Publikum eine längerfristige Orientierung ermöglichen. Entlang der Ostseekü ...
  • 24.01.2019

    Im Knödelexpress gen Prag

    von Susanne Kippenberger […] Der tschechische Speisewagen dagegen hat so was – Altmodisch-Zivilisiertes. Auf den Tischen liegen weiße Stoffdecken, der Fahrgast wird bedient. Als ein Passagier sich Schweinebraten mit Kartoffelstampf bestellt, warnt der Kellner ihn, das sei eine Spezialität, darauf müsse er 20 Minuten warte ...
  • 18.12.2018

    Axel Dornemann (Hrsg.): Heimwehland

    »›Wir zogen nachtumstellt aus allen Städten / Und mit uns ging auch die Erinnerung.‹ Horst Bienek Die Anthologie Heimwehland enthält Erzählungen, Prosatexte, Essays, fiktionale Tagebücher, Romanauszüge und Gedichte von über 60 internationalen Autorinnen und Autoren. Somit liegt erstmals ei ...
  • 14.12.2018

    Zwischen drei Ländern, vier Literaturen

    Von Volker Strebel Renata SakoHoess: Pressburg/Bratislava. Literarischer Reiseführer. Deutsches Kulturforum östliches Europa, Potsdam 2017, 276 Seiten, 14,80 Euro Pressburg/Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei, liegt bis heute im Windschatten der Aufmerksamkeit. Während die Wahrzeichen Mittele ...
  • 31.10.2018

    Karlsbader Literaturtage mit Dada-Happening

    Von Markéta Kachlíková […] Radio Prag: Wie sind die Literaturtage konzipiert? Handelt es sich um ein Treffen tschechischer und deutscher Autoren mit ihren Lesungen, oder gibt es noch mehr? Peter Becher: »Das Programm ist breiter angesetzt. Zunächst einmal haben wir ein ...
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