06.09.2019 , 16:30

Im Fluss der Zeit

Jüdisches Leben an der Oder. Eröffnung der deutsch-polnischen Wanderausstellung im Rahmen der »Tage der Integration und Ökumene«

Die Landschaft an der Oder mit ihren wechselnden herrschaftlichen und nationalen Zugehörigkeiten war über Jahrhunderte ein Begegnungsraum. Hier kreuzten sich auch die deutsch-jüdische und die polnisch-jüdische Kultur. In der Neuzeit bedrohte der Nationalismus, gepaart mit dem Antisemitismus, diese kulturelle Vielfalt an Oder, Obra und Warthe. Der Nationalsozialismus zerstörte sie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weite Abschnitte der Oder zur deutsch-polnischen Grenze und die deutsche Bevölkerung aus den Regionen östlich des Flusses vertrieben. Polen fanden hier eine neue Heimat und für kurze Zeit schien es, dass in Niederschlesien und Pommern jüdisches Leben heimisch werden könnte. Mehrere Zehntausend polnisch-jüdische Holocaustüberlebende siedelten sich hier an, doch die meisten wanderten bis Ende der 1960er Jahre wieder aus. Die jahrhundertelange Anwesenheit von Juden an der Oder fiel dem Vergessen anheim, ihre Spuren wurden oft zerstört.

Die Ausstellung widmet sich Momenten der jüdischen Geschichte beiderseits der Oder. Sie will zum Nachdenken und zum Gespräch zwischen den ehemaligen und heutigen Bewohnern der Region anregen. Sie ist zugleich eine Einladung zur Neuentdeckung des deutsch-polnisch-jüdischen Kulturerbes dieser Landschaft.

Programm

Plakat: Tage der Integration und Ökumene in Königsberg in der Neumark/Chojna 2019

Einführung durch eine der beiden Kuratorinnen

  • Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach

Kurzvortrag

  • Dr. Paweł Migdalski, Universität Stettin, Terra Incognita e.V.
    Über die Notwendigkeit der Erinnerung an Abwesende

Vortrag

  • Matthias Diefenbach, Institut für angewandte Geschichte e.V., Frankfurt (Oder)
    Juden als Zwangsarbeiter beim Bau der Reichsautobahn zwischen Frankfurt (Oder) und Posen

Kurzvortrag

  • Robert Rys, Gazeta Chojeńska
    Einführung in die Geschichte der Königsberger Juden

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Tage der Integration und Ökumene statt. Das Programm in deutscher und polnischer Sprache entnehmen Sie bitte dem Anhang.

Die Veranstaltung findet in deutscher und polnischer Sprache statt. Sie wird konsekutiv gedolmetscht.

Eintritt

frei

Dauer der Ausstellung

7. September bis 31. Oktober 2019

Eine Ausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa, realisiert in Zusammenarbeit mit:

  • Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien e. V.
  • Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
  • Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften
  • Uniwersytet Wrocławski
  • Stowarzyszenie Historyczno-Kulturalne »Terra Incognita«
  • Muzeum Ziemi Międzyrzeckiej im. Alfa Kowalskiego
  • Fundacja Bente Kahan

Gezeigt von der

Kuratorinnen

Weitere Informationen zu dieser Wanderausstellung hier

 Informacje na otwarcie wystawy wędrownej w Chojnie w języku polskim tutaj

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