28.07.2019 , 20:15
BR Fernsehen

Der brave Soldat Schwejk

Nach den gleichnamigen Romanen von Jaroslav Hašek

Der böhmische Hundehändler Schwejk lebt friedlich und zufrieden in Prag, bis er mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs zur k.u.k. Armee eingezogen wird. Die Militärmaschinerie will ihn zum Soldaten erziehen, doch der eigensinnige Gemütsmensch hat eine unfehlbare Methode, um sich dem Zugriff bornierter Autoritäten zu entziehen. Dank seiner unberechenbaren Schlitzohrigkeit meistert er alle Gefahren und Probleme. Schließlich hat er sich mit seinem Freund Woditschka im Prager Stammlokal verabredet, nach dem Krieg um halb sechs.
Details

Prag, 1914. Josef Schwejk , Lebenskünstler und Hundefänger, hat ein loses Mundwerk. Eine süffisante Bemerkung über den Tod des Thronfolgers Franz Ferdinand bringt ihm eine Anklage wegen Hochverrats ein. Die Ärzte sind sich jedoch unschlüssig: Ist dieser seltsam redende Mann besonders renitent oder nur ausgesprochen dämlich? Man entlässt ihn als behördlich anerkannten Idioten, doch just da bricht der Erste Weltkrieg aus und Schwejk wird zum Militärdienst eingezogen. Die Armee von Österreich-Ungarn hat für den Rheumatiker jedoch keine rechte Verwendung. So kommandiert man ihn als Burschen für Oberstleutnant Lukas ab, einen Drückeberger und Schwerenöter, für den Schwejk in delikaten Angelegenheiten als Postillion d'Amour fungiert. Prompt verwickelt er den Vorgesetzten in einen Skandal und wird mit ihm an die Front versetzt. Unterwegs geht Schwejk verloren, verbrüdert sich auf dem Schlachtfeld mit einem russischen Soldaten und soll als vermeintlicher Spion standrechtlich erschossen werden. Vor Vollstreckung des Urteils fragt man ihn, ob er noch etwas zu sagen habe …

Der brave Soldat Schwejk zählt zu den unsterblichen Charakteren der Weltliteratur. Mit seiner entwaffnenden Floskel »Melde gehorsamst …« zersetzt dieser moderne Eulenspiegel die Mechanik des Militärapparats und die Stupidität der Bürokratie. In Axel von Ambessers Schwarz-Weiß-Film aus dem Jahr 1960 gelang Heinz Rühmann die beste Verkörperung dieses anarchischen Totalverweigerers. Wenn er mit gewinnendem Lächeln, treudoofem Blick und einer erhabenen Ruhe die Vorgesetzten in den Wahnsinn treibt, dann erweckt Rühmann diese liebenswürdige Figur kongenial zum Leben. Dokumentarische Bilder des Ersten Weltkriegs runden die stimmungsvolle Schwejk-Verfilmung ab.

Ein Film von Axel von Ambesser, BRD 1960, ca. 95 Min.

Regie
Axel von Ambesser

Drehbuch
Hans Jacoby

Buch/Autor
Jaroslav Hašek

Kamera:
Richard Angst

Musik
Bernhard Eichhorn

Schauspieler
Heinz Rühmann – Schwejk
Ernst Stankovski – Oberleutnant Lukas
Franz Muxeneder – Woditschka
Ursula Borsodi – Kathi
Erika von Thellmann – Baronin
Senta Berger – Gretl
Fritz Imhoff – Wirt im »Kelch«
Jane Tilden – Hausmädchen
Fritz Muliar – Russischer Soldat
Michael Janisch – Russischer Soldat
u. a.

Der brave Soldat Schwejk
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