13.04.2018 - 04.05.2018
Rathaus Pirna – Foyer
Am Markt 1-2, 01796 Pirna, Deutschland

Siebenbürgen – Heimat der Rumäniendeutschen

Zwei Ausstellungen: »Reformation im östlichen Europa – Siebenbürgen« und »Wissenschaftslandschaft Siebenbürgen«

Blick auf die Innere Stadt von Kronstadt/Brașov mit der evang. »Schwarzen Kirche«, in der die Reformation in Siebenbürgen ihren Ausgang nahm.

Die Siebenbürger Sachsen leben seit dem 12. Jahrhundert in einem von den Karpaten umgebenen Gebiet des heutigen Rumänien. In den 1970er Jahren begann die Rückkehr des Großteils der Rumäniendeutschen in das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Heute leben noch etwa 35.000 in ganz Rumänien, wobei die größte Gruppe die »Siebenbürger Sachsen« darstellen.

Im Laufe der Jahrhunderte bauten die »Sachsen« in Siebenbürgen imposante Kirchenburgen und beeinflussten maßgeblich die Entwicklung der Region. Bis heute haben die Rumäniendeutschen ein gutes Ansehen und Einfluss innerhalb des Landes. Der derzeitige Staatspräsident ist beispielsweise seit 2014 der Rumäniendeutsche Klaus Johannis.

Reformation im östlichen Europa – Siebenbürgen

Die erste Ausstellung zeigt den Einfluss der Reformation vor 500 Jahren auf das östliche Mitteleuropa, hier mit Blick auf die Region Siebenbürgen. Im Gegensatz zu den deutschen Ländern, wo man sich am Glaubensbekenntnis des jeweiligen Landesherrn orientieren musste, waren vie­le Regionen Ostmitteleuropas von Glaubensvielfalt geprägt. In den meist deutschsprachigen Städten Siebenbürgens breiteten sich reformatorische Ideen schon zu Beginn der 1520er Jahre aus. Die »Sächsische Nation«, einer der drei Stände des seit 1541 selbständigen Wahlfürstentums Siebenbürgen, führte 1550 die Reformation nach Wittenberger Vorbild durch, die anderen Deutschen des Landes schlossen sich an. Mit den vier anerkannten Konfessionen des Augsburger und des Schweizer Bekenntnisses, des Unitarismus und des Katholizismus sowie mit der Tolerierung der griechisch-orthodoxen Ostkirche etablierte sich die stabilste Glaubensvielfalt Europas.

In der Wanderausstellung werden die Voraussetzungen und Zeitumstände der Reformation ebenso erläutert wie das Entstehen der verschiedenen Kirchen, die Einwanderung protestantischer Glaubensflüchtlinge im 17./18. Jahrhundert und das Wirken protestantischer Kirchen im heutigen Rumänien. Die zehn reich bebilderten Banner sind dreisprachig – Deutsch, Rumänisch und Ungarisch – und Teil eines Ausstellungsprojekts des Deutschen Kulturforums östliches Europa.

Weitere Informationen über diese Wanderausstellung

Wissenschaftslandschaft Siebenbürgen

Die zweite Ausstellung befasst sich mit der wissenschaftlichen Erschließung und Konstruktion der Region Siebenbürgen. Die Siebenbürger Sachsen standen vor allem über ihre Studien an deutschen Universitäten in engem Austausch mit den deutschen Ländern, so dass ab Ende des 18. Jahrhunderts und verstärkt im Vormärz eine intensive Erforschung der Landschaft und der Landesgeschichte einsetzte. So entstand allmählich ein Bild von der Region »Siebenbürgen«, damals Teil des österreichischen Kaiserstaates, das auf die umgebenden Nachbarvölker ausstrahlte und bis heute die Wahrnehmung dieses Landstrichs in Mitteleuropa prägt.

Öffnungszeiten

weitere Informationen folgen.

Ausstellungseröffnung

Donnerstag, 12. April 2018
19:00 Uhr
weitere Informationen

Wanderausstellung

Die Wanderausstellung »Reformation im östlichen Europa« besteht aus einer

sowie sechs Regionalmodulen:

Die Ausstellungen des Deutschen Kulturforums östliches Europa werden in Kooperation mit der Stadt Pirna gezeigt.

Lage


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