16.12.2017 - 17.12.2017

Entgrenzung. Deutsche Migration nach und aus Kaukasien

Interdisziplinäre Konferenz

Der Oberlauf des Terek-Tals bei Stepantsminda. An der Georgischen Heerstraße gelegen war er für die deutschen Siedler das Tor durch den Großen Kaukasus.

Ein relativ unbekanntes Kapitel russlanddeutscher Geschichte stellt die Ansiedlung Deutscher in Südkaukasien dar, die sich 2017–2019 zum 200. Mal jährt. Obwohl die Anzahl der bäuerlichen und in Städten lebenden Deutschen in Südkaukasien vergleichsweise gering war – bei ihrer Deportation 1941 waren es rund 50 000 –, haben sie in der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung der Region tiefe Spuren hinterlassen.

Nicht nur im städtischen Bereich, insbesondere in der Architektur der Hauptstädte Tiflis/Tbilissi und Baku, sind sie bis heute kaum übersehbar; auch bei der Industrialisierung der Region spielten deutsche Firmen eine wichtige Rolle. Außerdem hatten die Siedler einen überdimensional großen Anteil am Gedeihen der Wein- und Spirituosenproduktion sowohl im Russischen Reich als auch in der frühen Sowjetunion. Dem hinterlassenen Erbe stellen sich seit 1991 die jungen Nationalstaaten Georgien und Aserbaidschan gemeinsam mit der Bundesrepublik Deutschland.

Programm

Sonnabend, 16. Dezember 2017

10:00 Uhr
Eröffnung

  • S.E. Ramin Hasanov, Botschafter der Republik Aserbaidschan in Deutschland (angefragt)
  • N.N., Auswärtiges Amt

10:20 Uhr
Einführungsvortrag

  • Kaukasusdeutsche und Deutsche in Südkaukasien als Gegenstand der Migrationsforschung?
    Prof. Dr. Eva-Maria Auch (Berlin)

10:40 Uhr
Panel I: »Glaube verbindet? «

  • Zur Rolle des religiösen Faktors bei der Anwerbung Deutscher Württembergischer Pietismus und chiliastische Mentalität
    Renate Völl (Museum Reutlingen)
  • Die Motive der zarischen Administration bei der Ansiedlung deutscher Pietisten in Südkaukasien
    Dr. Ch. Verdiyeva (Baku)
  • Diskussion

12:00 Uhr
Mittagspause

13:00 Uhr
Panel II: »Ein wirtschaftlich aktives Element und Vorbild für die Einheimischen?«

  • Zur Rolle der deutschen Kolonien in der Entwicklung der Landwirtschaft Kaukasiens
    N.N.
  • Deutsche Architekten in Tbilisi
    Prof. Dr. Maia Mania, Tiflis
  • Deutsche Unternehmer in Südkaukasien: die Aktivitäten der Firmen Mannesmann und Siemens
    Prof. Horst Wessel, Düsseldorf
  • Deutsche Maler in Südkaukasien
    Dr. Manfred Nawroth (Berlin)
  • Diskussion

15:00 Uhr
Kaffeepause

15:30 Uhr
Panel III: »Zwischen Atempause und Deportation (1920/21-1941)«

  • Die Deutschen in der sowjetischen Nationalitätenpolitik vor 1936
    Dr. Dr. h.c. Alfred Eisfeld, Göttinger Arbeitskreis
  • Die »deutsche Operation« in Georgien
    Dr. Marc Junge, Bochum
  • Die »deutsche Operation« in Aserbaidschan«Dr. Mamed Dschafarly, Staatliche Universität Baku

 

Sonntag, 17. Dezember 2017

09:30 Uhr
Panel IV: »Emigration – Deportation – Rehabilitierung – Aufarbeitung«

  • Noch nicht rehabilitiert: Deutsche in der UdSSR und in der Russländischen Föderation
    Dr. Viktor Krieger
  • Der Schmerz der Traumata bei Spätausgesiedelten
    Dr. Sabine Arnold (SinN-Stiftung Nürnberg)

10:30 Uhr
Kaffeepause

11:00 Uhr
Podiumsdiskussion

  • Zwischen den Welten – Identitäten und Erinnerungskulturen
    Nachfahren der Kaukasusdeutschen im Gespräch
    Moderation: Dr. Rasim Mirzayev

12:30 Uhr
Mittagspause

13:30 Uhr
Workshop

  • Zukunft erinnern, aber wie? Erfahrungsberichte und Wissensvermittlung
    • Archivsituation
    Olga Eisfeld, Odessa
    • Familienforschung
    Dr. Eduard Ohngemach, Göppingen
    • Digitalisierung von Nachlässen
    • Zeitzeugenbefragung
    • Öffentlichkeitsarbeit u.a. Publikationsmöglichkeiten
    Ariane Afsari, Potsdam
    • Museumspädagogik
    N.N., Baku/Nino Bakanidze, Tiflis/Tbilisi

 

Anreise

mit der U-Bahn
U2 und U6 bis Station Stadtmitte

Per PKW
Parken in der Kronenstraße oder Parkhaus Quartier 205, Einfahrt Taubenstraße (kostenpflichtig)

Anmeldung

Frau Birgit Luschei
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Veranstalter

 

Buchtipp

Eva-Maria Auch, Manfred Nawroth: Entgrenzung. Deutsche auf Heimatsuche zwischen Württemberg und Kaukasien. Potsdam 2017; mit zahlreichen farbigen und Schwarz-Weiß-Abbildungen und mehreren Übersichtskarten. Broschur, 64 Seiten, herausgegeben vom Deutschen Kulturforum östliches Europa, dem Kultur- und Wissenschaftsverein EuroKaukAsia und dem Museum für Vor- und Frühgeschichte – Staatliche Museen zu Berlin.
9,80 €, ISBN: 978-3-936168-67-9

 

Michael Kindsgrab, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Aserbaidschan

Lage


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